Günther Steiner über Wolff: «Hat es verdient, Rockstar genannt zu werden»
Ex-Haas-Teamchef Günther Steiner weiss, wie schwierig der Job an der Spitze eines GP-Rennstalls ist – besonders wenn sich die eigenen Fahrer duellieren. Deshalb lobt er Mercedes-Teamchef Toto Wolff.
Wie schwierig es ist, die teaminternen Wettkämpfe zwischen den eigenen Schützlingen zu managen, durfte Günther Steiner am eigenen Leib erfahren. Als er als Teamchef des Haas-Rennstalls die Aufgabe hatte, möglichst gute Ergebnisse zu erzielen, musste er zwischenzeitlich auch laut werden. So etwa in der Saison 2019, als sich die damaligen Haas-Stammpiloten Kevin Magnussen und Romain Grosjean in Silverstone zu nahe kamen und in Hockenheim beinahe einen weiteren Crash verursachten.
Steiner erklärte damals: «Ich versuche, nichts zu sagen, weil das nicht das ist, was wir wollen, aber irgendwann müssen wir es tun.» Und er ging hart mit seinen Fahrern ins Gericht und stellte klare Regeln für den teaminternen Fight auf. «Wir sind gezwungen, solche Massnahmen zu ergreifen», betonte er daraufhin.
Dickes Lob für Mercedes-Teamchef Toto Wolff
Der Südtiroler kennt die unliebsame Aufgabe, am Kommandostand die eigenen Fahrer hart gegeneinander fahren zu sehen. Deshalb schätzt er auch das Verhalten von Toto Wolff beim jüngsten Rennwochenende in Kanada. Denn auf dem Circuit Gilles Villeneuve stritten sich die beiden Mercedes-Fahrer um die Führung – und gingen dabei ans Limit.
Steiner sagt im «The Red Flags»-Podcast, dass der Mercedes-Teamchef der «Rockstar» des Kanada-GP war. «Er hat nichts gesagt, hat sie einfach machen lassen, und ihr habt keine Ahnung, wie das ist. Der Rockstar ist vielleicht die Person, die seine Hose waschen muss, denn ich glaube, er war sehr nervös, als er da zugesehen hat.»
Etwas ernster fügte der 61-Jährige aus Meran an: «Hut ab vor ihm, er hat meinen vollen Respekt. Er hat sie machen lassen, und er war sicher nicht entspannt, als er das tat, aber das hat er sich nicht anmerken lassen. Er war stoisch – Hut ab. Deshalb ist er der Rockstar von Kanada. Dass Toto dem Ganzen kein Ende gesetzt hat, war meiner Meinung nach bemerkenswert. Ich kann zwar Witze über den Geruch von Totos Hose machen, aber letztlich verdient er es meiner Meinung nach, Rockstar genannt zu werden, denn genau das hat das Rennen interessant gemacht.»
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