Lorenzo Zanetti über die neue Ducati V4R, Zusatzgewicht und Glaubensfragen
Mit den Plätzen 7 und 10 beim Euro Moto-Auftakt am Sachsenring war der Italiener vom Team Triple M Ducati Frankfurt noch nicht ganz happy. In Brünn will der offizielle Testfahrer nachlegen.
Lorenzo Zanetti konnte die von ihm mitentwickelte Ducati V4R beim Euro Moto-Auftakt auf dem Sachsenring erstmals im Rennmodus erleben. Am kommenden Wochenende steht für den ehemaligen italienischen Meister, der erneut neben Lukas Tulovic im Team Triple M Ducati Frankfurt unter Vertrag ist, mit Brünn der nächste Härtetest auf dem Zettel.
«Es ist dieses Jahr eine neue Challenge», meinte er mit Blick auf seine neue Ducati. «Wir sind quasi bei Null gestartet. Aber es fühlt sich mit dem neuen Motorrad wie ein neuer Lebensabschnitt an.» Mit Lukas Tulovic hat Zanetti den letztjährige Dominator der Serie, der gleich mit einem eindrucksvollen Doppelsieg in die Saison gestartet war, in der eigenen Box stehen. Vor allem die Abstände waren dem Italiener im Vorjahr zu groß, und er hofft nun mit dem neu konzipierten Motorrad an den Sekunden etwas abknapsen zu können.
Fünf Kilo muss ich draufpacken. Da fühlt man schon eindeutig den Unterschied.Lorenzo Zanetti
«Mit dem neuen Motorrad habe ich den Glauben an das Projekt wiedergefunden», versicherte er. «Ich kann wieder mitmischen. Ich weiß, dass ich mit meinen 39 Jahren nicht mehr der Jüngste bin. Aber bisher habe ich immer vorne mitgekämpft. Einfach nur mitfahren ist nicht mein Ziel. Ich fahre mit, um vorne zu sein. Die Schwinge und das Chassis sind nicht viel anders, auch der Motor ist ähnlich. Aber die Elektronik ist neu und da braucht es einfach seine Zeit, um so etwas zu entwickeln. Wir sind das erste Team weltweit, die diesen Racing Kit nutzen.»
«Das Verhalten des Motorrads ist ähnlich», so Zanettis Vergleich, «allerdings ist das Handling in den Ecken leichter und sie ist im Ganzen leichter zu fahren. Da wir dieses Jahr das Motorrad als Superbike und nicht als Superstock homologiert haben, muss ich Gewicht zuladen, um auf das geforderte Mindestgewicht zu kommen. Fünf Kilo muss ich draufpacken. Da fühlt man schon eindeutig den Unterschied. Aber was will man machen, so sind die Regeln.»
Auch wenn ihm am Sachsenring die Plätze 7 und 10 noch nicht so wirklich geschmeckt haben dürften, sieht er der Zukunft zuversichtlich entgegen. «Die Auftakt-Woche verlief mit Höhen und Tiefen, aber das Tempo in den Rennen war nicht schlecht und das Gefühl kehrt langsam zurück», bestätigte er. «Ich habe immer noch Spaß auf dem Motorrad und wir arbeiten auf den nächsten Lauf hin.» Brünn kann kommen.
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