Hofft Fabio Quartararo auf ein schlechtes Ergebnis beim Jerez-GP?
Yamaha-Werksfahrer kämpfte mit der M1 auch in Austin auf verlorenem Posten um MotoGP-Punkte. Nach dem US-GP ließ sich der Franzose nicht zum ersten Mal zu einer bemerkenswerten Aussage hinreißen.
Auch wenn es nach den ersten beiden Events 2026 in Thailand und Brasilien keine Riesenüberraschung war, dass Fabio Quartararo vom US-GP in Texas komplett ohne WM-Punkte abreiste, untermauerte dies erneut die fundamentale Krise des Yamaha-Projekts in der MotoGP. In beiden Rennen hatte der Südfranzose keine Chance, sich im Vorderfeld einzubringen. Knapp 14 Sekunden verlor Quartararo im Sprint den Sieger – Platz 11 –, über die GP-Distanz verdoppelte sich der Rückstand auf Rang 17.
Vier Yamahas auf den letzten vier Plätzen, wobei der Champion von 2021 nur dritte Kraft war. Rookie Toprak Razgatlioglu, der in den USA seinen ersten MotoGP-Punkt holte, und dessen Pramac-Kollege Miller kamen vor «El Diablo» über die Linie.
Die Ursache der sportlichen Pleite ließ sich leicht ausmachen. Quartararo hatte das Q2 verpasst und im Qualifying nur Startplatz 16 erbeutet. Auf der komplexen Strecke und mit dem langsamsten Motorrad im Feld war schlicht nicht mehr zu holen.
Im Nachgang des US-GP zeigte sich einmal mehr die tiefe Frustration des erfahrensten Yamaha-Piloten. Quartararo, der seine erste Saison mit der M1 vor sieben Jahren im Petronas-Kundenteam absolvierte, machte einmal mehr keinen Hehl aus seiner Sichtweise, dass Yamaha das volle Ausmaß der nicht vorhandenen Konkurrenzfähigkeit noch nicht realisiert hat. Im Interview mit dem französischen Sender Canal+ ging es zunächst um die Rundenzeiten Quartararos in den USA 2026 im Vergleich zum Vorjahr. Wie konnte es sein, dass der Franzose mit der V4-Yamaha eine halbe Sekunde schneller als mit dem Reihenvierzylinder vor 12 Monaten war – und dennoch dem Feld hinterherfuhr?
Sinnlos: Vergleich der Rundenzeiten
Quartararo: «Ich glaube, ob es nun sonnig oder regnerisch ist, ich weiß nicht, was besser ist, aber ich denke, vor allem müssen wir aufhören, die Rundenzeiten so sehr zu vergleichen. Denn wir vergleichen innerhalb des Teams. Ja, im Qualifying waren wir eine halbe Sekunde schneller als letztes Jahr, während die anderen eine volle Sekunde zulegen konnten.»
Die wahre Bedeutung der Aussage wurde deutlich, als Quartararo den Blick auf den anstehenden Spanien-GP in Jerez legte, einer Referenzstrecke, auf der Quartararo 2025 von Startplatz 1 losgefahren war und hinter Alex Márquez Zweiter wurde. «Es wird also auch für das Team gut sein, zu sehen, dass die Rundenzeiten auf Rennstrecken wie Jerez und Le Mans deutlich langsamer sind als im letzten Jahr. Ich denke, es wird für die Ingenieure gut sein, das zu sehen.»
Oder mit anderen Worten: Der Werksfahrer geht schon heute davon aus, dass er mit der Yamaha auch bei der Rückkehr der MotoGP nach Europa auf verlorenem Posten stehen wird und dass es womöglich einen weiteren Schock auf einer Yamaha-Paradestrecke braucht, um noch mehr Entwicklungsenergie für das Projekt zu aktivieren.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach