Euro Moto Supersport
Schrötter über unzählige Assen-Rennen und Wunschziele für die Euro Moto
Concession-Parts, Datenlogger für alle Superbiker und Reduzierung der Drehzahl sollen helfen, das Feld der höchsten Euro Moto Klasse ausgeglichener machen. Bisher läuft es holprig.
Seit zwei Jahre gibt es auf Wunsch des Euro Motor Promoters die Eligible List. Dort findet man je nach Hersteller, was man zusätzlich in Sachen Teilen darf. Abhängig von der jeweiligen Performance aus der Vergangenheit. Eine durchschlagende Erfolgsstory ist das System bisher nicht geworden. Die meisten Zugeständnisse erhielt im Vorfeld Yamaha. Kawasaki hätte auch dies und das gedurft, aber ein grünes Superbike sucht man in der Euro Moto vergeblich. BMW und Ducati bekamen keine Extras zugeteilt.
Dafür wurden dann alle Superbikes auf Ansage des Promoters mit Datenaufzeichnungsgerätschaften ausgestattet, Preis pro Datenlogger pro Fahrer 750 Euro. Die Rechnung ging an das jeweilige Team. Bisher wurden keine Concession-Parts wieder einkassiert. Bei Lukas Tulovic wurde die Ducati nach vier Siegen in Serie um 500 Umdrehungen beschnitten. Mit Bulletin Nummer 03/2026 wurde das festgelegt. «Jeder der mit einer Ducati Panigale V4R ab Baujahr 2025 an den Start geht, sei es als permanenter Fahrer oder mit einer Wildcard darf eine Drehzahl von maximal 15.600 U/min haben.»
Jeweils entschieden wird das an vorher festgelegten Checkpoints von einer Gruppe, die den etwas sperrig Euro Moto Safety/Technical/Sporting Commission (CSTS) trägt. Bestehend aus Max von Saurma, dem neuen Serienmanager des Promoters, Karsten Bartschat, der als technischer Berater des Promoters agiert, Fabian Schuster (ADAC), Max Kumpf (Vorsitzender Sportkommissar), Jörg Raboldt (Vorsitzender techn. Kommissar) und Stefan Beck (Vorsitzender CSTS/Renndirektor).
Nach Abschluss der Veranstaltung 4 in Oschersleben war der zweite Performance-Checkpoint der Saison 2026 gemäß technischem Reglement der Euro Moto Superbike
erreicht. Die beiden Rennen in Most zählten ebenfalls dazu. Die Auswertung der Performance-Punkte erfolgte entsprechend des vorgesehenen Systems auf Basis des jeweils bestplatzierten Motorrades jeder Marke pro Rennen im Trockenen. Ziel dieser Bewertung ist laut CSTS, die fortlaufende Beobachtung der Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Hersteller als Grundlage für die Arbeit der CSTS. Für den zweiten Checkpoint zählten die Rennen fünf bis acht.
Dabei wird jeweils nur der beste Fahrer eines Herstellers gewertet, die Strafe betrifft, wie zuletzt im Fall Ducati, allerdings alle Piloten, die mit diesem Hersteller unterwegs sind. Tulovic hatte in Most und Oschersleben 40 Performance-Punkt eingefahren. Auf Platz 2 hatten Markus Reiterberger oder Marcel Schrötter gepunktet und 26 Punkte geholt. Florian Alt sammelt für Honda alleine Punkte und holte 22 Zähler. Yamaha-Pilot Twan Smits hatte zehn Punkte gemacht.
Das technische Reglement sieht im Hinblick auf die Balance of Performance folgendes vor: Nach jeweils vier Rennen, die unter trockenen Bedingungen stattgefunden haben, erfolgt eine Analyse der Performance Points (Performance Checkpoint), wodurch sich in einer Saison in der Regel drei Checkpoints ergeben. Zeigt ein Hersteller dabei eine Überperformance durch einen Vorsprung von mindestens 9 Performance Punkten, werden durch die CSTS-Maßnahmen ergriffen. Motorradmodellen mit verwendeten Concession-Parts können Concession-Part aberkannt oder/und in der Drehzahl reduziert werden, während Motorradmodelle ohne verfügbare Concession-Parts in der Drehzahl reduziert werden. Die Umfänge der Maßnahmen richten sich dabei nach dem Ausmaß der Überperformance. Details zum Thema Ausmaß findet man nicht.
Durch den vorhandenen Vorsprung von 14 Performance-Punkten der Marke Ducati, in diesem Fall alle von Lukas Tulovic eingefahren, sind die Voraussetzungen für ein Tätigwerden der CSTS in Bezug auf Performance-Faktoren gegeben. «Es wurde folgende Anpassung festgelegt», ist zu lesen. «Motorräder der Marke Ducati wird eine maximale zulässige Drehzahl von 15.600 Umdrehungen zugestanden. Dies stellt eine Verringerung der Drehzahl von 500 Umdrehungen gegenüber dem laut technischen Reglement zugelassenen Wert dar.»
«Die Anpassung ist ab der fünften Veranstaltung in Assen vom 14.-16.08.2026 wirksam und wird per Bulletin zu den DMSB technischen Bestimmungen der Klasse Euro Moto Superbike veröffentlicht», gezeichnet Stefan Beck / CSTS-Vorsitzender.
Demnach ist der nächste Checkpoint erst nach dem Nürburgring-Wochenende, falls es trocken bleibt, geplant. Somit bleibt beim nächsten Rennen alles wie gehabt. Tulovic fährt weiter mit 15.600 Umdrehungen und Smits darf sein komplettes Equipment behalten. Gelinde gesagt ‚schwierig‘ wird es, falls ein Rennen am Nürburgring im Trockenen und eines im Nassen stattfinden würden. Denn dann fällt der nächste Checkpoint beim Finale auf dem Hockenheimring in die Mittagspause zwischen Rennen 1 und 2. Hört sich nach vorprogrammiertem Stress an.
Newsletter
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach
Die aktuellsten News rund um die Uhr, von Experten analysiert und kommentiert und exklusive Einblicke hinter die Kulissen. Hier schreiben Fans für Fans.