Japan-GP Top oder Flop? So geht Racing in Suzuka mit den neuen Rennwagen
Die 2026er Rennwagen mit heiklem Energie-Management erfordern beim Angriff und bei der Verteidigung einen eigenen Stil. Wie geht das auf der Suzuka-Rennstrecke? Dave Greenwood von Alpine weiss es.
Die ersten zwei GP-Wochenenden in Australien und China haben gezeigt: Vor allem im ersten Rennteil wird den Fans Einiges geboten, da wird viel überholt, auch deswegen, weil Jäger und Gejagte mit dem kniffligen Energie-Management ihrer Hybrik-Motoren alle Hände voll zu tun haben.
Wir wird sich das auf der Traditionsrennstrecke von Suzuka mit dem anspruchsvollen Pistenlayout entwickeln? Dave Greenwood, Renndirektor von Alpine hat sich dazu ein paar Gedanken gemacht.
Der 47-jährige Engländer sagt: «Mit weniger Abtrieb an den Autos werden wir in der ersten Kurvenfolge – also den Esses von Kurve 3 bis 7 – definitiv tiefere Kurvengeschwindigkeiten erleben, und die Fahrer werden sie in einem niedrigeren Gang nehmen.»
Dave Greenwood: «Die Fahrer müssen umdenken»
«Bis zum Beginn des zweiten Sektors, von der ersten Degner-Kurve bis zur Haarnadel, sollten die Autos in einem sehr ähnlichen Leistungsfenster wie im letzten Jahr sein.“
«Die Auswirkungen des geringeren Abtriebs werden besonders in der Spoon-Kurve deutlich zu spüren sein. Die Fahrer werden dort länger an der Haftgrenze balancieren müssen, was die Sache anspruchsvoller macht. Sie müssen umdenken.»
«Wir werden mehr Variationen in den gewählten Linien sehen, und das ist entscheidend wegen der Ausfahrt, die man für die folgende Gerade braucht. Die FIA hat bestätigt, dass es in Suzuka nur zwei Geradeaus-Modi geben wird: Der erste kommt nach Spoon und endet kurz vor der 130R, der zweite auf der Start-Ziel-Geraden.“
«Schwer zu sagen, ob wir wie in China dieses Hin und Her erleben bei Überholmanövern, aber mit der Überhol-Erkennung vor der letzten Kurve erhält man den Überholboost auf der Start-Ziel-Geraden. Der Effekt ist zwar nicht so stark wie früher beim DRS, also beim verstellbaren Heckflügel, aber immer noch effektiv. Wenn man vor Kurve 1 überholt, ist es für den Gegner schwer zurückzuschlagen, weil man dann schon in den Esses ist und nicht mehr auf einer Geraden.“
Was ist mit dem heiklen Aufladen der Batterie? Dave Greenwood weiss: „Für die Energierückgewinnung ist Suzuka kein schlechter Kurs, aber er hat auch seine Herausforderungen – wegen der langen Geraden.»
«Ich denke, wir werden bei der 130R unterschiedliche Geschwindigkeiten zwischen den Teams sehen, weil man keine Energie verschwenden möchte, wenn man die Reifen seitlich belastet. Ich glaube, wir werden Fahrzeuge sehen, die bereits vor der Kurve 16 Energie ernten. Ich denke auch, dass die Rennwagen aus der Haarnadelkurve und aus Spoon heraus deutlich schneller sein werden als in den Vorjahren.“
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