Reduziert und stark: KTM 690 Rally tritt Erbe der 640 Adventure an
Der stärkste Einzylinder im Serienbau, verbaut in einem schlanken, leichten Langstreckenmotorrad für jeden Untergrund: Mit der 690 Rally belebt KTM ein Rezept aus der eigenen Historie zu neuem Leben.
Das Ende der Motorradsaison 2026 ist in Sicht, und bereits werfen die Neuheiten für das kommende Jahr ihre Schatten voraus. Für einen ersten Paukenschlag sorgt KTM zwei Monate vor der Leitmesse EICMA im November: Mit der 690 Rally zeigen die Mattighofener nun erstmals offiziell ein neues Einzylinder-Adventure-Bike.
Als «spirituelle Nachfolgerin der legendären KTM 640 Adventure» wollen die Oberösterreicher das neue Modell verstanden wissen und betonen dessen «Rally-Raid-Wurzeln». Als technische Basis dient die im vergangenen Jahr umfassend überarbeitete 690 Enduro R mit ihrem LC4-Einzylinder. Das Triebwerk mit 693 Kubikzentimetern Hubraum leistet auch in der 690 Rally 79 PS und stemmt 73 Newtonmeter Drehmoment. Damit bleibt der LC4 der stärkste Einzylindermotor im Serienbau.
Ergänzt wird die Enduro-Basis um zwei zusätzliche Tanks vor dem Fahrer. Dadurch wächst das Fassungsvermögen von 13 Litern bei der 690 Enduro R auf insgesamt 20 Liter, was der Rally zu einer deutlich größeren Reichweite verhelfen dürfte.
Optisch wie funktional wird die 690 Rally von der als «Rally-Tower» bezeichneten Front geprägt. Sie vereint Beleuchtung und Instrumentierung mit einer hohen, steil stehenden Windschutzscheibe, die für ausreichenden Windschutz sorgen soll. Nicht zufällig erinnert die Konstruktion an KTMs Dakar-Wettbewerbsmaschine 450 Rally.
Von der 450 Rally Replica stammt auch die LED-Beleuchtung, während KTM bei der Instrumentierung auf den 4,2-Zoll-TFT-Bildschirm der 690 Enduro R zurückgreift.
Unverändert bleiben die Bodenfreiheit von 265 Millimetern sowie die Federwege der voll einstellbaren Federelemente. Beim hinteren Federbein lässt sich die Druckstufendämpfung getrennt für High- und Low-Speed einstellen.
Für die Verzögerung ist eine Brembo-Anlage zuständig. Vorne kommt eine 300 Millimeter große Bremsscheibe zum Einsatz, hinten misst die Scheibe 240 Millimeter. Im Offroad-Modus lässt sich das ABS am Hinterrad separat oder vollständig deaktivieren.
Auf der neu gestalteten Sitzbank thront der Fahrer in 910 Millimetern Höhe. Die Ergonomie der 690 Rally ist sowohl auf längere Passagen im Sitzen als auch auf eine stehende Fahrposition im Gelände ausgelegt.
161,5 Kilogramm ohne Kraftstoff gibt KTM für die 690 Rally an. Damit wiegt sie lediglich rund 9,5 Kilogramm mehr als ihre technische Basis, die 690 Enduro R. Mit gefüllten Tanks dürfte das fahrfertige Gewicht bei etwa 175 Kilogramm liegen.
Damit besetzt die KTM 690 Rally eine interessante Nische: Sie ist für lange Strecken auf unterschiedlichstem Untergrund konzipiert, bleibt dabei aber deutlich leichter und fokussierter als die komfortabler ausgelegten Zweizylinder-Adventure-Modelle der Österreicher.
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