Weltmeister Erik Riss: «Dieser Titel hat eine ganz andere Bedeutung!»
In Marmande wurde Erik Riss nach 2014 und 2016 zum dritten Mal Langbahn-Weltmeister. Zwischenzeitlich sah es für den 31-jährigen Oberschwaben aufgrund einer Erkrankung nach Karriereende aus.
Es waren heftige Jahre, die Erik Riss erleben musste. Im April 2023, kurz nach Saisonstart, musste sich der heute 31-jährige Motorsportler aus dem Rennzirkus erstmals unfreiwillig abmelden. Ein Augenleiden, Schwindelgefühle, Gehirnnebel – Fahren im Oval, noch dazu ohne Bremsen, war unmöglich. Die Diagnose schien damals gefunden. Riss rappelte sich wieder auf. 2024 wurde er Langbahn-Team-Weltmeister, gewann das Challenge und sicherte sich damit wieder einen Platz im WM-Feld 2025. Dann der erste Rückfall. Riss musste die Teilnahme an der Weltmeisterschaft schweren Herzens absagen – und verpasste damit auch die Chance, sich für 2026 sportlich zu qualifizieren.
Die Systemumstellung auf nunmehr 20 statt bislang 15 Fahrer durch den Weltverband FIM kam dem bislang zweifachen Weltmeister zugute. Mehr Fahrer als erhielten eine Wildcard. Einer davon war Erik Riss. Das Schicksal meinte es dennoch nicht gut mit. Im April zog er erneut die Notbremse, sagte alle Frühjahrstermine auf der mit maximal 400 Meter kürzeren Speedwaybahn und der Langbahn mit einer bis zu 1000 Meter langen Distanz ab. Die Probleme waren zurückgekehrt. «Ich habe mich schon damit auseinandergesetzt, meine Karriere endgültig zu beenden», sagt der Berufsrennfahrer, der sich aber schließlich für eine dreimonatige Pause entschied. Fortan reiste er wieder von Arzt zu Arzt, von Spezialist zu Spezialist.
Die Langbahn-WM 2026 begann spät
Sein Glück: Scheeßel, das erste von drei WM-Finals, stand erst Ende August im Terminkalender. Und der wieder Genesene entschied, es dort zu versuchen. «Ich bin das Ganze sehr entspannt angegangen, war froh, überhaupt wieder auf dem Bike sein zu können.» Auch für sich selbst war Riss eine Art Wundertüte: «Ich hatte kaum Rennpraxis, wusste nicht, wo ich körperlich und mit meinem Material stehe.» Am Ende stand er
Riss holte 15 von 16 möglichen Punkten in den Vorläufen, war auf Erfolgskurs. Dann kam Vorlauf Nummer 5. In Führung liegend fiel er aus: «Ich habe unter dem Helm für mich gelacht und dachte: ‚Das war so klar, bei dem Unglück, das ich in den vergangenen Jahren hatte‘.» Zwar gewann Riss seinen sechsten Vorlauf, verpasste allerdings die Chance als einer der zwei Punktbesten direkt ins Finale einzuziehen. Er musste sich über den «Umweg Semifinale» und mit einem Lauf mehr qualifizieren. Nachteil dabei: Die besten Startplätze suchten sich die Konkurrenten, der Brite Chris Harris und Riss‘ deutscher Landsmann Lukas Fienhage, aus.
Erik Riss: Im Finale in Marmande erstmals geschlagen
Riss wäre nicht Riss, hätte er sich mit dem Finaleinzug und damit
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