Erik Riss: «Aber dafür braucht man schon Eier in der Hose»
Nach zwei Grands Prix führt Erik Riss die Langbahn-WM mit 52 Punkten an. Rein rechnerisch hat der Schwabe den Titel noch nicht klar gemacht, aber der letzte GP wird auf seiner Lieblingsbahn gefahren.
Lange war nicht wirklich klar, ob Erik Riss die diesjährige Langbahn-WM fahren kann. Immer mal wieder auftretende Probleme beim Sehen hatten den 30-jährigen insofern verunsichert, dass er nicht wusste, wie er sich am jeweiligen Renntag in dieser Hinsicht fühlen würde.
Bei den ersten beiden Grands Prix fühlte sich der zweifache Weltmeister augenscheinlich sauwohl. Die Bilanz: In zehn Vorläufen feierte er neun Siege, in den zwei Finalläufen folgten zwei GP-Siege. Das machte in der Summe 52 WM-Punkte.
Speedweek.com sprach jetzt mit Erik Riss über Scheeßel, Morizès und den Abschluss-GP am 26. September in Marmande. Und warum er nicht beim «Langbahn der Nationen» in Roden (NL) mitfährt.
Hallo Erik, wie lief es in Morizès aus deiner Sicht?
Vom Resultat her lief es dieses Mal wieder sehr gut für mich, aber es war dort wirklich hektisch. In Scheeßel war es ganz entspannt, alles lief problemlos mit sechs Starts und sechs Siegen.
In Morizès hast du deinen ersten Lauf auch gleich klar gewonnen.
Ja sicher, es fing mit dem Sieg im ersten Lauf gut an, aber ab dem zweiten Lauf ist mir jedes Mal die Kupplung durchgebrannt. Vor jedem weiterem Lauf haben wir dann die Kupplung auseinander gebaut und neue Beläge reingemacht. Das hat aber nicht geholfen.
In deinem vierten Vorlauf bis du nur Dritter und fast noch Letzter geworden.
Ja, die Kupplung hat mir solche Probleme gemacht, ich konnte keinen wirklichen Speed aufbauen. Dabei hatte ich vorher das Gefühl, dieses wäre der leichteste der Vorläufe.
Aber danach lief das Motorrad wieder besser, denn immerhin bist du Laufsieger vor Zach Wajtknecht geworden.
Ja, das Motorrad lief wieder so wie es sollte und wir konnten dann auch im Finale den Sieg holen. Ich freue mich natürlich über den GP-Sieg, aber es hätte alles entspannter sein können. Wenn diese Probleme nicht gewesen wären, hätte es wieder ein Maximumssieg werden können. Aber Ende gut, alles gut.“
Was sagst du zur Bahn in Marmande?
Das ist die einzige Bahn in unserem Sport mit drei Kurven, das macht sie zwar sehr speziell, das heißt aber nicht, dass sie extrem anspruchsvoll ist. Für mich persönlich ist Marmande meine Lieblingsbahn überhaupt. Das mal vorneweg. Gerade aufgrund der drei Kurven macht es mir eine Riesenfreude dort zu fahren, immer schon. Ich war bisher viermal dort und jedes Mal stand ich auf dem Podium. Zwei davon waren Siege, das ist eine ziemlich gute Bilanz.
Die Bahn ist also nicht schwierig zu fahren, wie andere sagen?
Nein, ich finde sogar, es ist dort einfacher zu fahren, weil man wegen der drei Kurven ständig im Drift ist. Das macht jede Menge Spaß, denn es gibt dort sehr viele Linien und man kann sehr viel kreuzen, Normalerweise ist da die schnellste Linie außen, denn wenn sich das ganze Gras wegfährt, liegt das alles außen rum. Und wenn man da richtig reinfährt, hat man viel Grip. Aber dafür braucht man schon Eier in der Hose, denn außen rum kommt die Wand dann doch schnell auf einen zu.
Beim ‚Langbahn der Nationen’ fährst du nicht mit. Bist du nicht gefragt worden?
Doch aber ich habe am gleichen Tag das Speedway-Finale mit Landshut in der polnischen Liga. Das hat für mich Priorität.
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