Montezemolo (Ex-Ferrari): «Verstappen war besetzt, Antonelli wäre zerstört»
Der frühere Ferrari-Rennleiter und -Firmenchef Luca Cordero di Montezemolo bedauert, dass Kimi Antonelli für Mercedes fährt. Er sagt, wie er die Jungen einschätzt und was bei Ferrari nicht stimmt.
Luca Cordero di Montezemolo (78), Rennleiter von Ferrari 1974 mit dem Duo Niki Lauda und Clay Regazzoni und von 1991 bis 2014 Ferrari-Präsident, wurde zu seinen Ferrari-Zeiten in Monza empfangen wie ein Rock-Star.
Heute ist es um den charismatischen Spitzen-Manager ruhig geworden, ausser die Journalisten klopfen an, wie nun Daniele Dallera und Daniele Sparisci vom Corriere della Sera.
Vor kurzem hat der eine Bologneser, Montezemolo, über einen anderen Bologneser gesprochen, über China-GP-Sieger Kimi Antonelli.
Dabei hat Montezemolo zugegeben: «Es wurmt mich schon ein bisschen, Antonelli in einem Mercedes zu erleben. Ich hätte ihn liebend gerne in einem Ferrari gesehen.»
Ein Italiener im Ferrari, das hat immer irrsinnigen Druck erzeugt. 2009 sprangen Luca Badoer und Giancarlo Fisichella ein für den verletzten Felipe Massa, das war ein Schlag ins Wasser.
Der letzte italienische GP-Sieger mit Ferrari: Michele Alboreto 1985 auf dem Nürburgring!
Montezemolo über sein Interesse an Max Verstappen
Montezemolo findet: «Heute sind die Bedingungen anders als vor Jahren. Man schaut nicht nur auf die Ergebnisse im Kartsport, sondern auf die Leistungen im Simulator, dort bilden sich die Fahrer aus. Es ist einfacher geworden, sehr junge Fahrer auszuwählen.»
«Der Einzige, der mich damals wirklich beeindruckte, war Verstappen: Mit 12 Jahren war er der Stärkste von allen, aber er war besetzt, ich sprach mit Helmut Marko darüber.»
«Doch ich fürchte, jemanden wie Antonelli zu nehmen und sofort in den Ferrari zu setzen, das hätte ihn zerstört. Felipe Massa haben wir damals bei Sauber geparkt, um Erfahrung zu sammeln, das Gleiche haben wir Jahr später mit Charles Leclerc getan.»
«Kimi beim Debüt gleich mit Ferrari, das hätte einen irrsinnigen Druck erzeugt. Und es hätte unweigerlich zu Spekulationen geführt. Ich erinnere mich an die Zeiten von Lauda und Regazzoni, da hat die Presse immer geschrieben, wir gäben Niki das beste Auto, aber das stimmte nicht.»
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