Im Toilettenhäuschen: Manuel Gonzalez feierte wie einst Valentino Rossi
Manuel Gonzalez holte im Moto2-Rennen in Misano seinen fünften Saisonsieg. Wie er den Crash von Intact-Teamkollege Senna Agius beurteilt und weshalb es ihm wichtig war, Valentino Rossi zu kopieren.
Das deutsche Intact-Team fand im Moto2-Rennen in Misano eine gute Ausgangsposition vor. Senna Agius erzielte im Qualifying die Pole-Position und WM-Leader Manuel Gonzalez sicherte sich Startplatz 5. Nach dem Start folgte das Drama für Agius: Der Australier und Daniel Holgado wurden in der ersten Kurve von Angel Piqueras abgeräumt – für die drei Fahrer war das Rennen zu Ende.
Gonzalez war einer der Profiteure von dem Zwischenfall und reihte sich hinter KTM-Ajo-Pilot Collin Veijer auf Position 2 ein. Gonzalez fuhr einige Runden hinter dem Niederländer, schnappte sich dann die Führung im fünften Umlauf. Danach gab er diese bis zum Zielstrich nicht mehr ab. Der Spanier hatte im Ziel rund 2,5 Sekunden Vorsprung auf Veijer.
«Ich freue mich riesig über diesen Sieg, denn in den letzten Rennen wussten wir, dass wir die Pace zum Sieg hatten, uns aber die Gelegenheit dazu fehlte», meinte Gonzalez. «Hier hatten wir den Speed, die richtige Einstellung und das Selbstvertrauen, und wir haben die Gelegenheit genutzt. Allerdings hatte ich Glück, dass ich in den Sturz in der ersten Kurve nicht verwickelt wurde. Danach hatte ich einen guten Speed, auch wenn Collin mich sehr stark unter Druck gesetzt hat.»
Wir hat er den Crash in der ersten Kurve erlebt? «Am Samstag haben wir im Team besprochen, dass es mit Munoz und Piqueras etwas gefährlicher werden könnte, da sie es nicht gewöhnt sind, in der ersten Runde so weit vorne zu fahren», betonte Gonzalez. «Man muss die Situation gut einschätzen, wenn man nicht sieht, wo die Fahrer, die direkt vor einem liegen, bremsen. Man muss ruhig bleiben. Wir hatten Glück, dass es nicht uns erwischt hat. Ich hoffe, dass die Fahrer okay sind, denn der Crash war heftig.»
Kritischer Moment wegen einer Track-Limits-Warnung
In den letzten Runden wurde es noch einmal kritisch für den Intact-Piloten. Er hatte eine Track-Limits-Warnung erhalten, bei einem weiteren Verstoß hätte er eine Long-lap-Strafe bekommen, was ihn den Sieg gekostet hätte. Gonzalez blieb konzentriert und brachte den Sieg nach Hause. «Gegen Ende hatte ich ein wenig Probleme mit meinem rechten Arm, da Misano eine Strecke ist, auf der ich körperlich zu kämpfen habe, weil es hier so viele Rechtskurven mit harten Bremspunkten gibt», musste der 24-Jährige zugeben. «Also habe ich versucht, ruhig zu bleiben, Fehler zu vermeiden, und ich hatte auch eine Warnung wegen Überschreitens der Streckenbegrenzung. Also habe ich mir gesagt: ‘Das ist nicht der richtige Moment für eine Long-lap.’»
Gonzalez fuhr in Misano seinen fünften Saisonsieg ein. Nach einigen weniger guten Rennen stand er in Italien wieder ganz oben auf dem Podest. In der WM-Tabelle konnte er seinen Vorsprung auf Izan Guevara (Pramac), der am Sonntag Sechster wurde, auf 47,5 Punkte ausbauen. «Aufgrund der vergangenen Rennen war es extrem wichtig, mehr Punkte zwischen mir und den nachfolgenden Fahrern gesammelt zu haben. Vor allem, weil wir in Silverstone Pech hatten und statt des Vorsprungs weiter auszubauen, Punkte verloren haben», sprach Gonzalez den britischen Grand Prix an, wo er eine Runde zu früh jubelte und aufgrund eines verbogenen Auspuffs nur 14. wurde. Am kommenden Wochenende geht es dann auf dem Red Bull Ring weiter. «Ich freue mich auf die nächsten Rennen, um hoffentlich weiter zu gewinnen, denn das ist es, was ich will und wozu wir in der Lage sind. Österreich ist eine Strecke, die mir ebenfalls gefällt und auf der ich schnell bin. Also werden wir versuchen, dort erneut zu gewinnen.»
Legendäre Siegesfeier
Seinen Sieg in Misano feierte Manuel Gonzalez auf eine besondere Art und Weise – er kopierte dabei MotoGP-Ikone Valentino Rossi. Der Hintergrund: Nach seinem 250er-Sieg in Jerez 1999, stellte Rossi seine Aprilia am Streckenrand ab und verschwand in einer mobilen Toilette. Gonzalez machte es ihm in Misano nach. «Ich wollte diese Siegesfeier schon einige Rennen zuvor machen. Ich hatte aber Glück, dass ich es hier in Misano, in seiner Heimat machen durfte» schmunzelte der Moto2-Pilot. «Ich versuche immer, auf lustige Art zu feiern. Ich habe es für die Fans getan. Vielleicht versuche ich in Zukunft eine Siegesfeier eines anderen Fahrers zu kopieren. Ich möchte gerne immer etwas Neues machen, aber wir haben nicht viel Zeit, nachdem die Zielflagge geschwungen wurde. Ich habe den Moment genossen!»
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