Spanier mit Dreifachsieg in Jerez: Quiles siegte, Intact feiert David Munoz
Bei wolkenlosem Himmel sahen die spanischen Fans den perfekten GP-Auftakt. Während Maximo Quiles siegte und die WM-Führung ausbaute, stand David Munoz bei seinem Comeback auf dem Moto3-Podest.
Am Sonntag zeigte sich der Circuito de Jerez Ángel Nieto wie verwandelt. Nach dem Wetterchaos am Tag zuvor, das unter anderem den MotoGP-Sprint komplett durcheinandergewirbelt hatte, war nun keine Wolke mehr über der Strecke zu sehen. Traumbedingungen für das erste der drei GP-Rennen am Sonntag!
Passend zur überdimensionierten Fiesta rund um die Strecke hatten ausschließlich Spanier die ersten beiden Startreihen eingenommen. Wenig überraschend auf der Pole: WM-Spitzenreiter Maximo Quiles aus der Mannschaft von Jorge «Aspar» Martinez. Erstaunlich war dagegen, dass es Intact-GP-Pilot David Munoz bei seinem Comeback neben Quiles auf P2 geschafft hat Alvaro Carpe, Frontmann bei Red Bull KTM Ajo, komplettierte Reihe 1.
Gute Karten für einen guten Sprung ins vierte Rennen des Jahres hatten auch Joel Esteban, Rookie Brian Uriarte und Adrian Fernandez in der zweiten Reihe. Mit Ausnahme von Fernandez hatten alle Topfahrer auf einer KTM Platz genommen.
Während es für den zweiten Intact-Rückkehrer nach Verletzung, David Almansa, in der Qualifikation mit Rang 8 ebenfalls blendend lief, wollte beim Österreicher Leo Rammerstorfer nichts zusammenlaufen. Mit der Startnummer 5 ging es für den Rookie im SIC58-Team (Honda) von ganz hinten in das Rennen über 19 Runden.
Sekunden nach dem Start, Freude im Intact-Kommandostand, denn David Munoz hatte Quiles beim Start überrumpelt. Dahinter waren auch Carpe und Esteban sehr gut ins Rennen gekommen. Bereits in Runde 1 ging es wild her, die Führung wechselte mehrfach und es knisterte wie sonst in den letzten Runden.
Nicht weit kam der Italiener Matteo Bertelle. Der KTM-Pilot kollidierte mit Fernandez und ging noch in Runde 1 zu Boden. Noch schlechter die Lage bei Leo Rammerstorfer. Der Honda der italienischen Mannschaft streikte bereits am Start.
Nach drei Runden hatte sich die Spitze mit vier Spaniern in Front – Quiles, Munoz, Fernandez und Carpe – etwas beruhigt. Dahinter der Tech3-Pilot Valentin Perrone. Noch blieben die Top 5 zusammen, doch zwei Runden später zog der WM-Leader das Tempo an. Quiles hatte bereits eine halbe Sekunde herausgefahren, doch ein Fahrfehler im letzten Sektor ließ die Verfolger wieder herankommen.
Erstaunlich die Leistung von David Munoz. Der Intact-Pilot, der seit seinem Unfall in Indonesien 2025 sechs Beinoperationen durchmachen musste, ging mit dem Tempo von Quiles und Fernandez mit. Kurz vor Rennmitte hatte sich das Trio um 2,7 sec abgesetzt. Ein Zeichen ganz vorne setzte Honda-Pilot Fernandez – in Runde 7 übernahm der Bruder von Raul Fernandez die Führung.
Dahinter gleich zwei Dramen für Honda. Sowohl Austin-Sieger Pini als auch Nicola Carraro waren unabhängig voneinander in Runde 9 zu Boden gegangen.
Hinter der Spitze hatte sich Quiles Teamkollege Marco Morelli aus der Verfolgergruppe gelöst. Der Argentinier unternahm alles, um die Top 3 wieder einzufangen. Mit noch fünf Runden auf der Anzeige hatte Morelli den Rückstand halbiert. Vorne fuhren weiter Fernandez vor Quiles und Munoz. Quiles roch die Gefahr, übernahm vier Runden vor Schluss wieder die Spitze. Auch Munoz reagierte und holte sich P2 von Fernandez, der als einziger Topfahrer auf einen soften Hinterreifen gesetzt hatte.
Maximo Quiles versuchte, den Sack zuzumachen, doch der erstaunliche David Munoz ließ sich nicht abschütteln. Drei Runden vor Schluss dann ein kleiner Fehler von Munoz im ersten Sektor, der Quiles einige Zehntel verschaffte. Wieder einen Umlauf später die Entscheidung. Quiles zog durch und legte eine Sekunde vor, dahinter ein Dreikampf um P2 mit Morelli, Fernandez und Munoz. Die Aspar-Box stand Kopf, als der von 11 gestartete Morelli Platz 2 übernahm, doch in der letzten Runde schlugen die Spanier zurück.
Während Quiles mit 1,9 sec Vorsprung siegte, holte Fernandez in einem Fotofinish Platz 2 vor David Munoz und Marco Morelli.
David Almansa fuhr ebenfalls ein tapferes Comeback. Der Sieger des Auftakt-GP in Thailand fuhr lange in der großen Verfolgergruppe um Platz 5. Die Flagge sah der Spanier als Achter. Bemerkenswert erneut der Auftritt von Veda Pratama. Der Honda-Asia-Rookie landete hinter Alvaro Carpe auf Rang 6. Der letzte WM-Punkt ging an Tech3-Rookie Rico Salmela.
Das Bild in der WM-Tabelle nach Rennen 4: Maximo Quiles führt souverän mit 37 Punkten Vorsprung auf Carpe und Fernandez. KTM ist Spitzenreiter bei den Herstellern.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach