Bestzeit, Sturz, Top-9: Johann Zarco in Brasilien bester Honda-Pilot
Johann Zarco überzeugt in Goiania als bester Honda-Pilot. Nach Sturz im Sprint kämpft sich der Franzose im Grand Prix auf Rang 9 – und zeigt sich zufrieden.
Johann Zarco sorgte beim MotoGP-Wochenende in Goiania für eine kleine Überraschung: Am Freitag setzte der LCR-Honda-Pilot im Zeittraining die Bestzeit und unterstrich damit sein Potenzial auf der anspruchsvollen Strecke in Brasilien.
Am Samstag lief es weniger rund. Im Qualifying musste sich der Franzose mit Startplatz zehn zufriedengeben, im Sprint folgte nach einem Sturz die Enttäuschung. Doch im Grand Prix am Sonntag gelang Zarco die Wiedergutmachung: Mit Rang neun und 12,9 Sekunden Rückstand war er nicht nur solide in den Top-10, sondern zugleich der beste Honda-Pilot im Feld.
Positive Bilanz am Sonntag
Nach dem Rennen zeigte sich Zarco entsprechend erleichtert und zufrieden. «Ich bin sehr glücklich, wirklich sehr glücklich. Ich hatte einen guten Start. Der Start macht einen großen Unterschied aus», erklärte er. Entscheidend sei gewesen, sich gleich zu Beginn aus dem Getümmel herauszuhalten: «Wenn kein Fahrer vor dir quer schießt, ist deine Beschleunigung immer besser», spielte er Fermin Aldeguers Fehlstart im Sprint an, der auch Zarco zurückwarf.
Im Grand Prix habe Zarco früh versucht, sich an die Gruppe um Alex Marquez zu hängen, doch das Risiko sei ihm zu groß gewesen: «Schon in der ersten Runde konnte ich nicht wirklich bei ihnen bleiben, sonst hätte ich zu viel Risiko gehen müssen. Ich war bereits in einer guten Position, also wollte ich nicht alles versuchen, Fehler machen oder weit gehen und noch mehr Zeit verlieren.»
Stattdessen setzte Zarco auf Konstanz und Rennmanagement. In den ersten Runden sei das Tempo noch schwierig gewesen, wodurch er zwischenzeitlich Positionen verlor. Doch im weiteren Rennverlauf fand er seinen Rhythmus: «Nach etwa zehn Runden konnte ich mich steigern, bin konstant niedrige 1:19er-Zeiten gefahren, sogar eine 1:18,9. Das hat mir geholfen, an Aldeguer dran zu bleiben und nach hinten eine Lücke zu schaffen.»
Am Ende entschied sich der Routinier bewusst gegen ein zu hohes Risiko: «Ich habe es versucht, aber ich war etwas zu weit weg. Also habe ich mir gesagt: Nimm die Punkte – denn am Samstag war ich nach dem Sturz enttäuscht.»
Eine Anpassung der Abstimmung zahlte sich aus. «Wir haben das Bike etwas verändert. Ich war nicht viel schneller, aber ich konnte meine Energie besser kontrollieren. Das hat mir geholfen, das Tempo im Rennen zu halten.» Besonders das Reifenmanagement sei unter den extremen Bedingungen entscheidend gewesen: «Ich musste auch den Vorderreifen kontrollieren, weil er überhitzte.»
Hochsommerliche Bedingungen: Zarco begrüßte die verkürzte Renndistanz
Die Hitze spielte in Goiania eine zentrale Rolle. Zarco zeigte sich erleichtert über die auf Grund der Asphaltprobleme verkürzte Renndistanz: «Es war extrem heiß. Wir hatten noch nie eine so heiße Strecke. Zum Glück wurde das Rennen auf 23 Runden reduziert – 31 Runden wären sehr schwierig geworden.»
Interessant: Trotz der anspruchsvollen Bedingungen empfand Zarco die Strecke nicht als besonders rutschig, sondern vielmehr als griffig – was seine eigenen Herausforderungen mit sich brachte: «Die Strecke hatte viel Grip. Deshalb versuchst du zu pushen. Und genau deshalb haben wir viele Stürze über das Vorderrad gesehen.»
Auch die Entwicklung der Streckenbedingungen über das Wochenende hinweg spielte eine Rolle. «Gut war, dass es nicht geregnet hat. Die schwierigen Stellen vom Freitag konnten wir aus dem Kopf streichen», erklärte Zarco. Dennoch blieb Präzision gefragt: «Am Samstag gab es nur eine etwa drei Meter breite Ideallinie. Am Sonntag war sie vielleicht einen Meter breiter – aber die Hitze hat das Rennen insgesamt kniffliger gemacht.»
Unterm Strich stand für Zarco ein versöhnlicher Abschluss eines durchwachsenen Wochenendes. «Ich bin zufrieden. Diese Position, diese Punkte – das nehme ich mit und genieße es», so der Franzose, der als WM-Elfter nach Austin reist.
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