Zarco-Ersatz Crutchlow spürt: «Instinkt ist da, der Speed kommt zurück»
Englands MotoGP-Held Cal Crutchlow ist zurück in der MotoGP. Nach zwei Einsätzen zur Wiedereingewöhnung soll es ab Brünn auch sportlich voran gehen. Crutchlow nimmt den Kampf gegen sich selbst auf.
Seit dem Italien-GP in Mugello vertritt Cal Crutchlow den verletzten Johann Zarco. Nach dem verheerenden Crash in Catalunya ist der Franzose noch Monate Patient. Im
Gleichzeitig unterstrich Teamboss Cecchinello, dass Crutchlow alles andere als ein Schnellschuss-Ersatz ist, der die Honda um die Strecke bringt und seine Fans mit markigen Sprüchen unterhält. Als offizieller Ersatzpilot auch für die nächsten Rennen gesetzt, will man gemeinsam versuchen, auch sportlich eine relevante Rolle zu spielen.
Crutchlow, der am vergangenen Sonntag Letzter wurde und auf Sieger Marquez jede Runde im Schnitt zwei Sekunden verlor: «Zuletzt hat es auch keinen Sinn gemacht, voll anzugreifen. Wir wussten ja schon vor dem Start, dass ich Letzter werde. Und bevor ich meine Muskeln komplett verliere, die aktuell noch nicht an die Belastung gewöhnt sind, ging es auch darum, die Energie einzuteilen – mehr war nicht zu erwarten.«
Ich bin wie ein guter WeinCal Crutchlow
Der 40-Jährige weiter: «Aber ich denke auch – in einigen Rennen könnte sich diese Einstellung ändern. Ehrlich gesagt, mein Problem ist, dass ich vor zwei Wochen in das Projekt kam, ohne jede Erwartungen. Aber das ist ja eigentlich nicht der Ansatz – ich will immer konkurrenzfähig sein. Es geht nicht darum, andere zu schlagen, es geht darum, mich selbst zu schlagen. Ich sitze auf dem Motorrad und spüre, dass alle Instinkte noch da sind. Aber der Speed ist aktuell einfach nicht da. Aber ich fühle auch, dass er zurückkommt. Es ist ein bizarres Gefühl, zwei Jahre kein MotoGP-Bike zu fahren und dann so zurückzukommen – ich glaube auch nicht, dass das in dieser Form überhaupt schon jemand getan hat.»
Crutchlow scherzhaft: «Ich bin vergleichbar mit einem guten Wein – ich werde wohl nach einem Vierjahresvertrag fragen, so lange werde ich ungefähr brauchen, um wieder den vollen Speed zu haben.»
Auch wenn der schlagfertige Brite bislang am Ende des Felds fuhr, zeigt die Entwicklung der Rundenzeiten während des Balaton-GP, dass Crutchlow in jedem Fall ein würdiger Ersatzpilot ist. Die Nummer 35 wurde in jeder Session schneller; im GP fehlten auf die Zeit von Teamkollege Moreira (6.) neun Zehntel. Auf Yamaha-Werksfahrer Fabio Quartararo waren es sogar nur 0,7 Sek. Mit Brünn und Assen folgen zudem zwei Strecken, die Crutchlow bestens kennt. Überraschungen sind nicht auszuschließen.
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