Di Giannantonio nach Crash und Platz 12: «Will wieder nach Hause kommen»
Auch VR46-Ducati-Pilot Fabio Di Giannantonio war Leidtragender der von Jorge Martin ausgelösten Massenkarambolage nach dem Start zum MotoGP-Rennen in Balaton Park. «Diggias»-Einsatz wurde belohnt.
Von allen Opfern der MotoGP-Massenkarambolage kurz nach dem Start des Ungarn-GP kam Fabio Di Giannantonio am glücklichsten weg. Di Giannatonios Bike lief nach der Kollision weiter, der WM-Dritte konnte die Fahrt nach vergleichsweise kurzer Zeit wieder aufnehmen. Aus der ersten Runde kehrte das Bike mit der Nummer mit 20 Sekunden Abstand zurück. Fabio Di Giannantonio bewies Ehrgeiz, fuhr den GP zu Ende und landete auch mit einer nicht beschädigten Maschine am Ende noch auf Platz 12.
Durchaus kurios: Beim Sprint hatte Di Giannantonio – ohne Sturz – als Zehnter einen WM-Punkt verpasst. Einen Tag später gab es trotz Kratzern auf Bike und Leder drei Zähler. Wie ging es «Diggia» körperlich während des noch langen Rennens? «Ich bin mit Schmerzen im Rücken gefahren, die sind jetzt auch noch, aber es ist nichts Ernstes. Auch meine Hand hat nichts abbekommen – ich bin auf die andere Seite gefallen», so der Römer, der trotz der weiteren Schlappe noch zum Mediengespräch erschienen war.
Di Giannantonio weiter: «Mein Rennen war abgesehen von dem Unfall zu Beginn eigentlich sehr gut. Ich habe über die komplette Distanz acht Sekunden auf Marc verloren. Das Motorrad hat sich gut angefühlt, ich denke, das Tempo hätte in einem normalen Rennen gereicht, um sich in den Kampf um Platz 3 einzuschalten.» Zum Vergleich: Pecco Bagnaia, Dritter des Ungarn-GP, verlor 11,6 sec auf Dominator Marc Marquez.
Damit war es aber nicht getan. Bei allem Verständnis für die Gefahren des Rennsports richtete sich Fabio Di Giannantonio an Jorge Martin, aber auch an alle anderen GP-Piloten, und schloss auch sich dabei nicht aus: «Was Jorge heute passiert, das darf in Wahrheit nicht passieren. Wir müssen alle alles daransetzen, dass solche lebensgefährlichen Situationen ausbleiben.»
«Ich liebe es, Rennen zu fahren, ich liebe es auch, in den Rennen intensiv um Positionen zu kommen – aber ich will am Abend wieder heimzukommen Es gilt für uns alle. Wir müssen die Startphasen im Griff haben und wenn die jetzigen Strafen nicht reichen, dann eben gröbere Strafen. Solche Situationen und Unfälle schaden nicht nur den Fahrern, es schadet dem ganzen Sport.»
Angesprochen auf die Idee, die Startaufstellung der MotoGP neu zu organisieren und mehr Platz zu schaffen für die Fahrer bei der Anfahrt zur ersten Kurve, sagte Di Giannantonio abschließend: «Ja, es ist eine Möglichkeit. Mehr Platz würde helfen, aber in jedem Fall sind es die Piloten, die sich richtig verhalten müssen.»
Sportlich zählte Fabio Di Giannatonio zu den Verlierern des GP-Events am Balaton. Der Vorsprung auf WM-Verfolger Pedro Acosta schrumpfte auf nur noch sechs Punkte zusammen und auch Marc Marquez fehlen nur noch 30 statt vormals 63 Punkten.
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