Fabio Di Giannantonio (4.) will ruhiger werden: «Werde zuhause Yoga machen»
Nach Platz 4 im Grand Prix in Brünn war MotoGP-Ass Fabio Di Giannantonio (VR46) selbstkritisch. In welchen Bereichen er sich verbessern will und was er zur Strafe gegen Marco Bezzecchi sagte.
Fabio Di Giannantonio zeigte in Brünn über das gesamte Wochenende konstant gute Leistungen. Der VR46-Pilot sicherte sich im Qualifying Startplatz 2. Im Sprint und im Grand Prix fuhr er jeweils als Vierter über die Ziellinie.
Im Hauptrennen am Sonntag gelang «Diggia» zunächst ein guter Start – er bog hinter Pole-Setter Ai Ogura (Trackhouse Aprilia) in die erste Kurve ein. Von hinten stürmte Champion Marc Marquez (Ducati Levono) heran. Nach einigen Kurven ging dieser an Di Giannantonio vorbei. Danach bekam der Italiener Probleme und verlor einige Positionen. Am Ende der ersten Runde lag Di Giannantonio nur noch auf Rang 6.
Danach startete Di Giannantonio seine Aufholjagd. In der dritten Runde schnappte er sich den starken Rookie Diogo Moreira (LCR Honda). In Runde 13 ging er in Kurve 7 an Pedro Acosta (KTM) vorbei. Danach fuhr Di Giannantonio den vierten Platz nach Hause. Marc Marquez, Ogura und Pecco Bagnaia waren zu weit voraus, auch die schnellste Runde gegen Ende Rennens über 21 Runden half dem Römer nicht, die Top-3 zu gefährden. Obwohl er in der letzten Runde Bagnaia noch gefährlich nahekam.
Di Giannantonio mit sich selbst nicht zufrieden
«Ich muss in einigen Situationen einfach besser sein», gab Di Giannantonio zu. «Ich habe in der ersten Runde einen Fehler gemacht, als mich Marc überholt hat. Ich wollte vor ihm und allen anderen sein. Ich war dann zu wenig ruhig, ging in der dritten Kurve zu früh ans Gas, worauf mir das Hinterrad weggerutscht ist. Dann erwischte ich die Kurven 4 und 5 nicht ideal und habe einige Positionen verloren. Dort habe ich mein Rennen ruiniert.»
Zu seiner Aufholjagd meinte Di Giannantonio: «Eine Aufholjagd ist immer spektakulär und eine gute Show. Ich habe dann noch die schnellste Rennrunde erzielt, aber dafür gibt es keine Punkte. Ich muss einfach besser sein. Es war ein Wochenende, an dem ich viel gelernt habe. Bezüglich der Resultate hätte für mich mehr herausschauen können. Ich habe es nicht geschafft, jetzt kann ich zuhause darüber nachdenken.»
«In den Hauptrennen habe ich in den ersten Runden immer etwas zu kämpfen», analysierte der 27-Jährige weiter. «Wir versuchen zu verstehen, was wir beim Motorrad dagegen tun können. Die Balance verändert sich stark von Beginn bis zum Ende des Rennens. Am Schluss bin ich viel schneller. Aber an diesem Sonntag lag es daran, weil ich nicht ruhig genug war.»
Di Giannantonio war somit selbstkritisch. Wie lernt man, im Rennen ruhiger zu agieren? «Ich werde zuhause Yoga machen», lachte er. «Ich muss lernen, derartige Situationen besser zu managen. Mit einer cleveren Herangehensweise mit dem Bike muss ich lernen, nicht zu viel Zeit zu verlieren.»
Platz 3 in der WM-Tabelle gefestigt
Nach dem schlechten Rennwochenende in Ungarn, wo er im Grand Prix von Jorge Martin abgeschossen wurde, konnte Di Giannantonio mit zweimal Platz 4 in Brünn den dritten Platz in der WM-Tabelle festigen. Er liegt nurmehr 23 Punkte hinter dem Führenden Marco Bezzecchi (Aprilia). Seine Stärke in diesem Jahr ist die Konstanz. Während seine Rivalen immer wieder Fehler machen, sammelt «Diggia» regelmäßig wertvolle Punkte. «Zweimal Platz 4 ist gut für die Konstanz, aber hinsichtlich der Resultate nicht unbedingt großartig. Aber in einer so langen Meisterschaft, sind auch vierte Plätze wichtig – wenn man nicht Zweiter oder Erster werden kann», gab er zu verstehen. «Wir bauen darauf auf und lernen weiterhin dazu. Es war ein positives Wochenende, wir konnten viele Punkte gutmachen.»
Am Ende der Medienrunde wurde Di Giannantonio auch zur Strafe gegen Marco Bezzecchi befragt. «Meine Meinung dazu ist nicht wichtig», winkte er ab. «Ich freute mich aber über die Bilder, die ich am Sonntag morgen gesehen habe.» Damit meinte Di Giannantonio die Szene, bei der sich «Bez» beim Streckenposten für seine Aktion im Sprintrennen entschuldigte.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach




