Razgatlioglu warnt vor Reifen-Chaos nach 850er-Test: «Das wird schwierig»
Toprak Razgatlioglu testet am Montag Yamahas 850er-Prototyp mit Pirelli-Reifen. Der Türke freut sich auf die Zukunft, sieht aber auch ein Problem mit Blick auf Assen.
Für Toprak Razgatlioglu endet das
Die Aufgabe kommt nicht von ungefähr. Während Fabio Quartararo Yamaha am Saisonende in Richtung Honda verlassen wird und deshalb nicht zum Einsatz kommt, setzt der Hersteller aus Iwata auf Razgatlioglu als einen seiner wichtigsten Fahrer für die Zukunft. Entsprechend umfangreich fällt das Testprogramm aus.
«Das ist gut. Ich freue mich darauf», sagte der Türke nach dem Grand Prix. «Aber ich habe mir den Zeitplan angesehen. Morgen wird ein sehr arbeitsreicher Tag. Wir werden viele Runden fahren und sogar eine Sprintsimulation absolvieren.»
Volles Programm nach der Hitzeschlacht am Sonntag
Ganz nachvollziehen kann Razgatlioglu diese Planung allerdings nicht. Nach einem kräftezehrenden Rennen in Brünn hätte er sich einen etwas ruhigeren Einstieg gewünscht.
«Warum wir direkt eine Sprintsimulation fahren, weiß ich nicht», bemerkte er schmunzelnd. «Ich bin heute ziemlich müde. In den letzten zehn Runden habe ich wirklich alles gegeben.»
Trotzdem blickt der Yamaha-Pilot dem Test gespannt entgegen. Er wird nicht nur erstmals den neuen 850er-Prototypen fahren, sondern auch zum ersten Mal die Pirelli-Reifen unter MotoGP-Bedingungen erleben. «Vielleicht macht es mir mit den Pirelli-Reifen sofort Spaß. Wir werden auch den 850er-Motor testen. Ich hoffe, dass wir einen guten Schritt machen.»
Muss Razgatlioglu sein Gefühl in Assen neu aufbauen?
Genau darin sieht Razgatlioglu aber auch eine mögliche Schwierigkeit. Nur vier Tage nach dem Test steht bereits das nächste Rennwochenende in Assen auf dem Programm – und dort wird wieder mit den aktuellen Michelin-Reifen gefahren. Der Türke befürchtet, dass der schnelle Wechsel zwischen den beiden Reifenkonzepten für Verwirrung sorgen könnte.
«Ich fahre den ganzen Tag morgen mit Pirelli-Reifen. Danach fliegen wir nach Assen und fahren wieder mit Michelin. Das wird schwierig», befürchtet der Superbike-Champion. Wie groß die Unterschiede tatsächlich sein werden, kann er derzeit noch nicht einschätzen. Schließlich hat er den neuen Prototypen bislang noch nicht einmal gesehen.
Rückkehr zu Pirelli: Große Hoffnungen für 2027
«Die Erwartungen sind groß, aber wir werden sehen», sagte der Yamaha-Pilot. «Ich bin mir nicht sicher, ob allein die Pirelli-Reifen alles verändern. Vielleicht fühlt man sich an der Front oder am Hinterrad sicherer. Aber wir brauchen ein gutes Gesamtpaket.»
Deshalb will sich Razgatlioglu mit vorschnellen Urteilen zurückhalten. «Ich habe das Motorrad noch gar nicht gesehen. Deshalb ist es schwierig, jetzt etwas darüber zu sagen. Nach dem Test können wir besser darüber sprechen.»
Gerade für einen Fahrer wie Razgatlioglu, der seine Karriere auf Pirelli-Reifen in der Superbike-WM aufgebaut hat, dürfte der Montag dennoch besonders interessant werden. Die große Frage lautet allerdings nicht nur, wie sich der 850er-Prototyp fährt, sondern auch, ob die Rückkehr auf Michelin-Reifen in Assen wenige Tage später zur Herausforderung wird. Diese Sorge beschäftigt den Türken schon jetzt mehr als die Frage, wie schnell das Motorrad von 2027 tatsächlich sein wird.
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