Bezzecchi-Aufreger in Brünn: Jetzt melden sich Marc Marquez und Bagnaia
Die Sperre von Marco Bezzecchi spaltet die Meinungen im MotoGP-Paddock. Marc Marquez und Francesco Bagnaia zeigten Verständnis für den Italiener, kritisierten aber sein Verhalten.
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Während Ogura keinen Kommentar abgeben wollte, zeigten Marquez und Bagnaia Verständnis für die emotionale Ausnahmesituation des Aprilia-Piloten. Beide machten jedoch gleichzeitig deutlich, dass Bezzecchi mit seinem Verhalten eine Grenze überschritten hatte.
Marquez will kein weiteres Öl ins Feuer gießen
Marc Marquez hielt sich bewusst zurück. Der Ducati-Star verwies zunächst auf die bereits hitzige Debatte im Internet und die vielen Kommentare auf den verschiedenen Plattformen. «In den sozialen Netzwerken sorgt das Thema bereits für viel Aufregung. Deshalb möchte ich mich dazu nicht allzu ausführlich äußern», erklärte der Spanier.
Dennoch stellte sich der Weltmeister in gewisser Weise vor seinen italienischen Markenkollegen – bemerkenswert, denn Marquez und Bezzecchi hatten in der Vergangenheit einige Reibereien und gerieten mehrfach aneinander. Marquez verwies auf die besondere Situation unmittelbar nach einem Sturz.
«So etwas kann passieren. Wir sind noch jung und lernen viele Dinge vor den Augen von Millionen Menschen», sagte Marquez. «Er stand unter dem Einfluss von Adrenalin und war nach dem Sturz extrem frustriert. Aber er wird daraus lernen.»
Der MotoGP-Champion erinnerte daran, dass auch die Fahrer trotz ihrer Erfahrung weiterhin Fehler machen. «Wir lernen jeden Tag dazu. Viele von uns sind zwischen 20 und 30 Jahre alt. Entsprechend gibt es im Leben noch viele Dinge, die wir lernen müssen.»
Bagnaia verurteilt die Aktion, hinterfragt aber das Strafmaß
Noch deutlicher äußerte sich Francesco Bagnaia. Der Ducati-Werkspilot zählt zu den engsten Freunden Bezzecchis im Fahrerlager. «Ich kenne ihn sehr gut. Ich weiß, wie sehr Adrenalin die Reaktionen beeinflussen kann», erklärte Bagnaia.
Eine Rechtfertigung für den Vorfall wollte der Italiener daraus allerdings nicht ableiten. «Das entschuldigt jedoch nicht sein Verhalten gegenüber dem Streckenposten. Man darf die Marshalls nicht anfassen. Sie leisten ihre Arbeit für uns Fahrer.»
Bagnaia zeigte sich überrascht, wie hoch das Strafmaß der Stewards ausfiel. Die Sperre für den Grand Prix von Tschechien hält der zweifache MotoGP-Weltmeister für außergewöhnlich hart. «Die Strafe war heftig. Für ein Rennen gesperrt zu werden, ist eine sehr harte Sanktion», betonte Bagnaia.
Dabei verwies er auch auf vergleichbare Vorfälle in den zurückliegenden Jahren. «In der Vergangenheit haben wir viele ähnliche Situationen gesehen, ohne dass vergleichbare Konsequenzen folgten. Deshalb muss ich sagen, dass die Strafe sehr hart ausgefallen ist.»
Ai Ogura wollte sich dagegen nicht an der Diskussion beteiligen. Der Japaner verzichtete auf eine Bewertung des Vorfalls und gab keinen Kommentar ab.
Präzedenzfall: Übergriffe werden hart bestraft
Damit zeigt sich auch innerhalb des MotoGP-Paddocks ein differenziertes Bild. Während niemand das Verhalten Bezzecchis verteidigt, gibt es durchaus Stimmen, die Verständnis für seine emotionale Reaktion unmittelbar nach dem Sturz haben. Noch größer scheint allerdings die Diskussion über die Verhältnismäßigkeit der Strafe zu sein, die dem Aprilia-Piloten letztlich den Grand Prix von Tschechien kostete.
Fakt ist: Mit dem Fall Bezzecchi wurde ein Präzedenzfall geschaffen. Die FIM hat eine klare Grenze gezogen – und deutlich gemacht, dass Übergriffe auf Streckenposten künftig nicht als emotionale Entgleisung, sondern als schweres Vergehen gewertet werden.
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