Jorge Martin (5.): «Ogura hat von uns hier das beste Gefühl fürs Bike»
Aprilia-Werksfahrer Jorge Martin zählte zu den Gewinnern des Brünn-Sprints. Der Balaton-Sünder zeigte ein fehlerfreies MotoGP-Rennen, das mit Platz 5 belohnt wurde. Der Spanier wirkte im Ziel demütig.
Der missglückte Auftritt beim Ungarn-GP steckte Jorge Martin in Brünn zumindest am Freitag noch in den Knochen. Martin war der langsamste des Aprilia-Quartetts, musste am Samstag im Q1 antreten. Der «Martinator» bestand die erste Prüfung und brachte die RS-GP immerhin noch auf Startplatz 10.
Seinem Ruf entsprechend ging es von der Linie weiter nach vorne. Martin kam als Achter aus der ersten Runde zurück. Wenig später holte sich der Weltmeister der Saison 2024 Markenkollege Raul Fernandez. Als sich im Laufe des 10-Runden-Events Stallgefährte Bezzecchi und KTM-Mann Pedro Acosta selbst eliminierten, wurde die Nummer 89 an fünfter Stelle notiert. Der Aprilia-Pilot, der am vorletzten Sonntag die MotoGP-Elite abgeräumt hatte, fuhr den neuen Sprint fehlerfrei zu Ende.
Gemessen an der sehr guten Entwicklung des Wochenendes, klang der Pilot nach dem Sprint alles andere als enthusiastisch. Martin: «Der Sprint war kein Desaster, bis jetzt haben wir Fortschritte gemacht. Aber nach dem Qualifying, dass hier meine klare Schwäche war, war der Sprint mehr eine Übung für den Grand Prix.»
Martin zu seinem enttäuschenden Abschneiden in Zeittraining und Qualifikation: «Es war mir nicht möglich, das Limit des Bikes zu erspüren. Besonders der vordere Teil der Maschine hat mir nicht das vermittelt, was ich brauche für eine Quali-Runde.»
Es gab auch Positives zu berichten: «Was die reine Rennpace angeht, waren wir nicht weit weg. Wir haben jedenfalls das gelernt, was wir wollten um für den Sonntag einen nächsten Schritt zu machen.» Auch für den Japaner Ogura gab es Applaus vom Martinator: «Ai hat es hier sehr gut im Griff, er konnte von uns am meisten mit Paket anfangen und das beste Gefühl fürs Bike – und er hat als Leichtgewicht auch am wenigsten unter der Hitze gelitten.»
Gedämpft war die Stimmung Martin auch mit Blick auf den GP, denn für die grobe Fehleinschätzung am Balaton gab es eine Long-Lap-Strafe, die es im Hauptrennen abzusitzen gilt – keine gute Aussicht von Startplatz 10 für den WM-Zweiten. Martin sieht aber auch einen Vorteil: «Mit den Strafen dürfte ich einen Teil des Rennens keinen Verkehr haben – und das wird mir helfen an meinem Speed zu arbeiten. Ich will insgesamt zulegen – denn unser Ziel bleibt es bei jedem Rennen auf dem Podest zu stehen.»
Die WM-Lage ist aussichtsreich: Vor dem GP von Tschechien hat sich der Rückstand auf Teamkollege Bezzecchi auf Marco Bezzecchi um 5 auf 15 Punkte verkürzt.
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