Ai Ogura (2./Aprilia) mit Traumsamstag: Alles erreicht, nur nicht den Sieg
In Brünn schrieb Ai Ogura am Samstag Geschichte: Erste MotoGP-Pole, Rundenrekord, im Sprint Silber hinter Francesco Bagnaia. Dem Trackhouse-Aprilia-Piloten fehlten nur wenige Meter zum Sieg.
Der Samstag stand fast komplett im Zeichen von Ai Ogura. Der Japaner aus dem Team SuperFile Trackhouse hat die Gegner im Autodrom Brünn in den Trainings beherrscht und drehte in der Qualifikation eine Runde, wie sie noch keiner gesehen hatte: 1:51,139 min – Rekord!
Geschichtsträchtige Pole vom schnellen Japaner
Die Bestmarke hat historische Züge. Ogura ist der erste japanische Polesetter in der Königsklasse seit Takaaki Nakagami 2020 im MotorLand Aragon und zudem der jüngste. Er ist auch der erste Fahrer aus dem Idemitsu Asia Talent Cup, der in der MotoGP von ganz vorne losfuhr. Zudem bescherte er dem US-Team von Justin Marks die erste Pole. Für Statistikfans: Im neunten Event der Saison gab es bereits den sechsten Polesetter.
Im 10-Runden-Sprint kam es für Ogura anders als erhofft. Während Aprilia auf den mittelharten Hinterreifen setzte, gingen die beiden Werks-Ducati von den Startplätzen 3 und 5 mehr Risiko ein und wählten die weiche Mischung. Pecco Bagnaia nutzte das perfekt: Der Italiener schnappte sich am Start die Führung und gab sie über die gesamte Distanz nicht mehr ab.
Ai Ogura: «Mein größtes Limit war die Front»
Ogura klebte zwar lange an Bagnaias Hinterrad, doch er räumte nach dem Rennen ein, dass ihm in der letzten Runde nur eine Option blieb: «Was ich tun konnte, war auf einen Fehler von Pecco zu warten – er hat keinen gemacht.» Bagnaia verwaltete seinen Vorsprung clever und fuhr den Sieg nach Hause. Für Ogura ist es das erste Sprint-Podium – anstatt des erhofften Goldes allerdings mit Silber. Weltmeister Marc Marquez komplettierte als Dritter das Podest.
Ogura blieb nach dem Rennen zurückhaltend. «Ich bin mit dem Resultat zufrieden, nicht mit der Performance. Das Gefühl zur Front war nicht so, wie ich es erwartet hatte.» Dieser Zustand habe sich bereits während der Trainings angedeutet. Die Wahl des mittelharten Hinterreifens bezeichnete er hingegen als richtig.
Auch für den Start sieht er noch Luft nach oben. Bei der Analyse zeigte sich, dass von seinen Starts am Wochenende jener im Sprint einer der schwächsten war. Eine weitere Schlüsselstelle sei für ihn der zweite Sektor, in welchem er gegenüber der Konkurrenz Zeit verliert.
Mit seinem ersten Sprint-Podium stockte Ogura sein Punktekonto auf 114 auf, in der WM-Tabelle ist er weiterhin Sechster – eingekesselt von den beiden Ducati-Werksfahrern Marc Marquez und Francesco Bagnaia.
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