Jorge Martin mit Defensiv-Strategie: «Noch nicht bereit für den GP-Sieg»
Aprilia-Werksfahrer Jorge Martin trat vor dem Jerez-GP nicht mit lauten Ansagen in Erscheinung. Martin, in der MotoGP-Tabelle nur vier Punkte hinter Kollege Bezzecchi auf Rang 2 liegt, stapelt tief.
Aus sportlicher Sicht war Jorge Martin die große Enttäuschung des Jahres 2025. Der als Weltmeister zu Aprilia gewechselte Madrilene erlebte seinen MotoGP-Albtraum mit Verletzungen und Operationen am laufenden Band. Den Spanien-GP musste Martin nach einem folgenschweren Crash in Losail auslassen. Trotz mehrerer Comebacks fiel niemand in der WM-Tabelle tiefer als der «Martinator».
Im gleichen Maße wie 2025 daneben so ging, so positiv läuft es in der laufenden Saison. In der noch jungen Saison steht unter anderem der Sprint-Sieg in den USA in den Büchern. Hinter Teamkollege Marco Bezzecchi ist Martin aktuell die zweite Kraft der MotoGP.
Die Leistung des 2024er-Champions ist bemerkenswert. Martin beendete alle sechs Rennen in den Punkten und marschierte bereits viermal mit zur Siegerehrung. Resultat des starken Auftakts: Mit gerade einmal vier Punkten Rückstand in der Tabelle könnte Martin beim Heimspiel in Jerez nach 18-monatiger Pause sogar wieder die Tabellenführung übernehmen.
Als Überraschungsmann 2026 ging es mit den Landsleuten Pedro Acosta und Alex Márquez zur Auftaktpressekonferenz zum Großen Preis von Spanien, der erstmals vor 40 Jahren in Jerez de la Frontera ausgetragen wurde. Der 28-Jährige genoss die große Aufmerksamkeit, blieb aber zugleich zurückhaltend in seinen Äußerungen. «Es war ein exzellenter Start ins Jahr – aber ehrlich gesagt fühle ich mich noch nicht bereit für einen GP-Sieg. Noch drehen sich meine Gedanken um das, was ich durchgemacht habe – vor einem Jahr habe ich den Spanien-GP auf meinem Handy angeschaut. Seitdem ist sehr viel passiert, ich bereue nichts davon und umso schöner war der Sprint-Sieg in Austin», so Jorge Martin.
Inspiration: Rossis Jerez-Sieg 2009
Martin, der bei dem Treffen mit den Medien auch seinen speziellen Jerez-Helm präsentierte, will in Jerez nichts an seiner bisherigen Herangehensweise ändern. «Aprilia hat über den Winter ein Paket mit einer sehr guten Basis erarbeitet und ich konnte mich in kleinen Schritten immer weiter darauf einstellen und meinen Stil entsprechend entwickeln. An der Basis möchte ich gar nichts verändern, wir werden in Jerez wie bisher weitermachen.»
Am Ende macht Martin der Rennstrecke sein persönliches Geschenk zum 40-jährigen Bestehen der Rennstrecke mit einer Anekdote. Ich erinnere mich an meinen ersten Besuch in Jerez 2009. Mein Vater hatte uns besondere Karten gekauft – ich war damals verletzt. Und als ich dann den GP-Sieg von Valentino so nah erleben konnte, da war mir endgültig klar: Das hier will ich mein Leben lang machen!»
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