Frustrierter Rins kann die Entscheidung von Yamaha nicht nachvollziehen
Nachdem sich Ai Ogura mit Yamaha für 2027 einig sein soll, muss sich Alex Rins für nächstes Jahr einen neuen Job suchen. In Jerez sprach er offen über seine Enttäuschung und die schwächelnde V4-M1.
Vor eineinhalb Wochen sickerte die Nachricht durch, dass sich Yamaha für 2027 mit Ai Ogura geeinigt hat (SPEEDWEEK.com berichtete). Nachdem schon länger bekannt ist, dass Jorge Martin nächstes Jahr für die Japaner fahren wird, steht die Fahrerpaarung im Werksteam für die nächste Saison fest. Im Gegenzug soll sich Fabio Quartararo mit Honda geeinigt haben. Und Alex Rins? Der MotoGP-Routinier, der seit 2017 in der Königsklasse fährt, muss sich für nächstes Jahr einen neuen Arbeitgeber suchen.
Am Donnerstag vor dem Spanien-GP ließ Rins in der offiziellen Medienrunde seinem Frust freien Lauf. «Wie ihr euch vorstellen könnt, fühle ich mich wegen dieser Neuigkeit nicht sehr gut», betonte der 30-Jährige vor den versammelten Journalisten. «Als ich bei LCR war, habe ich mich so gut gefühlt. Dann kam Yamaha, und sie machten mir ein Angebot. Ich habe es angenommen, weil ich dachte, dass wir zusammen Großes erreichen können. Ich hatte aber mit dem Bike mit dem Reihenvierzylinder immer meine Probleme. Als sie dann das neue Projekt mit dem V4 vorstellten, war ich positiv eingestellt, denn ich hatte damit neue Möglichkeiten. Wie jeder sehen kann, hat das Bike derzeit zwar einige Schwachstellen, aber es fühlt sich ein wenig besser an als das Motorrad mit Reihenvierzylinder. Sie haben eine Entscheidung getroffen, die ich akzeptieren muss.»
Nach dieser Hiobsbotschaft – wie wird Rins die restliche Saison angehen? «Ich bin auf 100 Prozent – ich bin derselbe Alex, der mit der Suzuki und der Honda gewonnen hat. Wir haben noch 19 Rennen vor uns. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt. Ich werde aber mit Sicherheit für das kämpfen, was ich will – dass ich hier weitermachen möchte.»
Rins hatte in den letzten Jahren mit einigen Verletzungen zu kämpfen. Seit 2024 fährt er für Yamaha – er belegte in den letzten beiden Jahren die Gesamtränge 18 und 19. Top-Ergebnisse blieben aus. «Das Problem, das ich mit meinem Bein 2023 hatte und die Verletzung Mitte 2024 … ich habe mich davon vollkommen erholt. 2025 und 2026 konnte ich ohne Einschränkungen fahren», stellte Rins klar. «Ich versuche, das Bike auf dem Maximum zu bewegen. Momentan hat das Motorrad einige Einschränkungen. Alle vier Fahrer waren in den ersten Rennen hinten. Wenn sie nichts bringen, um uns zu verbessern, dann können wir keine bessere Leistung zeigen. Ich kann nur 100 Prozent geben und versuchen, die schnellste Yamaha zu sein. Ich habe eine sehr professionelle Einstellung. Man muss sich nur die letzten Jahre ansehen – all die Probleme, die sie mit ihren Fahrern hatten.»
Rins hat zufällig davon erfahren, dass es für ihn im Yamaha-Werksteam 2027 keinen Platz mehr geben wird. «Ich habe Massimo Meregalli angerufen. Wir haben ein gutes Verhältnis zueinander. Ich fragte ihn, ob er irgendein Update hätte. Er sagte darauf nichts und ich fragte: ‘Maio?’», berichtete Rins über den kuriosen Anruf. «Er meinte dann, dass er eigentlich nichts sagen könne. ‘Weil wir ein gutes Verhältnis haben, sage ich es dir jetzt – wir haben den zweiten Fahrer unter Vertrag genommen.’ Ich fragte dann, um wen es sich handelt, aber er sagte es nicht.»
Alex Rins: «Überraschend für mich, dass sie nach drei Rennen alles entscheiden!»
Kann Rins die Entscheidung nachvollziehen? «Wenn man etwas von Motorrädern versteht, dann ist es schwierig zu verstehen. Wie kann man bei einem neuen Projekt die Zukunftsentscheidung nach nur drei Rennen treffen? Mit einem Bike, das nicht zu 100 Prozent performt?», schüttelte der Spanier den Kopf. Hat Rins das Gefühl, dass er genug getan hat, um seine Position bei Yamaha zu halten? «Ich habe seit Tag 1 alles gegeben – seit wir das Bike in Barcelona bei diesem privaten Test ausprobiert haben. Es ist überraschend für mich, dass sie nach drei Rennen alles entscheiden.»
Welche Optionen hat Rins für 2027? «Momentan weiß ich es nicht. Die einzige Option, die ich habe, ist, dass ich auf der Strecke Vollgas gebe. Entschuldige, aber mit einem Bike, das nicht gut performt, kann man nicht an der Spitze sein. Du musst für dich fahren und dein Bestes geben. Wir werden hart arbeiten.» Wäre die Superbike-WM eine Option für Alex Rins? «Ich möchte hier bleiben. Ich habe immer noch sehr viel Potenzial!»
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