Pecco Bagnaia (Ducati) und die Marquez-Brüder: «Sitzen alle im selben Boot»
Jerez-Fan Francesco Bagnaia zeigt sich bei der Europa-Rückkehr der MotoGP trotz trübem WM-Zwischenrang 9 zuversichtlich. Kopfzerbrechen bereitet dem Ducati-Werksfahrer aber weiterhin der Rennsonntag.
Ducati-Werksfahrer Pecco Bagnaia hat beste Erinnerungen an den Circuito de Jerez Angel Nieto. 2024 zeigte der Italiener hier eines seiner stärksten Rennen überhaupt. In einem außergewöhnlichen Finale setzte sich der damalige Weltmeister vor den tobenden Fans gegen Marc Marquez zum Sieg durch.
Und auch im Krisenjahr 2025 überzeugte Bagnaia in Andalusien. Sowohl im Sprint als auch beim Großen Preis von Spanien punktete der Ducati-Werksfahrer zweimal als Dritter Dieselbe Position hatte der Pilot mit der Nummer 63 vor einem Jahr auch in der WM-Tabelle. Nun ist das Bild gänzlich anders. Pecco Bagnaia ist wieder einmal im Zentrum der gemessen an der Dominanz der letzten Jahre als Krise zu bezeichnenden Lage seines Herstellers.
Bagnaia nach der Ankunft in Jerez: «Das Training abseits der Rennstrecke war wichtig und gut – aber zum Ende wurde es nach der langen Pause sehr zäh, es wurde Zeit, nach Jerez aufzubrechen. In Europa sind wir zuhause, es ist anders als bei den Überseerennen. Die Strecke ist komplett vorbereitet, der Grip ist da und man kann mit der ersten voll einsteigen und verliert keine Zeit. Das liegt mir und Jerez mag ich außerdem besonders.»
Nach nur drei Events 2026 und sechs Rennen läuft es für Bagnaia mit WM-Platz 9 alles andere als gut. Highlight war der Sprint in den USA, den Bagnaia lange Zeit in Führung abspulte. Vor der Session in Jerez sind die Gedanken Bagnaias dann auch in erster Linie beim Rennsonntag: «Es geht allein um den GP. Wir wissen von den Daten, dass wir bislang am Sonntag die Performance des Bikes mit einem viel zu starken Verschleiß des Hinterreifens nicht ausnutzen konnten. In den anderen Sessions sind viel schnelle am Stück möglich – doch beim GP war der Grip zuletzt nach acht Runden weg.»
Nicht schneller, konstanter muss die Fahrt werden
Es geht also mehr darum, das vorhandene Potenzial dauerhaft abzurufen. Bagnaia: «Es ist in dieser Phase sehr schwer für die Ingenieure, das Motorrad schneller zu machen. Im Fokus liegt die Arbeit an den Problemen am Sonntag. Ducati arbeitet hart. Sie haben sich viel damit beschäftigt, die GP26 für alle Fahrstile passender zu machen, und jetzt werden wir versuchen, in Jerez einen Schritt vorwärtszumachen.»
Und wie sieht der Doppelweltmeister die Lage seiner prominenten Ducati-Kollegen Marc und Alex Marquez, die an Ort und Stelle vor einem Jahr beide Rennen gewannen? «Die Situation ist offensichtlich ganz anders. Letztes Jahr war Marc superglücklich mit seinem Bike und jetzt hat er, genauso wie Alex, der 2025 auch sehr stark war, Probleme. Am Ende sitzen wir derzeit alle im selben Boot.»
Trotz der bislang sehr bescheidenen Ausbeute spricht Bagnaia bei der Europa-Rückkehr positiv von seinem Motorrad. «In den letzten beiden Jahren hat die DNA des Motorrads weniger gut zu meinem Stil gepasst als jetzt. Der vordere Teil der Maschine ist jetzt besser mit dem Asphalt verbunden, es gibt mir mehr Rückmeldung.»
Auch in Europa bleibt der Faktor Wetter eine spannende Variable. Während die Prognose für den Sonntag bestes GP-Wetter voraussagt, könnten Freitag und Samstag mit Niederschlägen das Geschehen bei Zeittraining, Qualifying und Sprint durcheinanderbringen.
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