Lando Norris (McLaren): «Das macht meine Titelverteidigung fast unmöglich»
F1-Weltmeister Lando Norris hat zwei Nullrunden hinter sich: Getriebe-Defekt in Montreal, schlappe Batterie in Monte Carlo. In Spanien wirkt der Engländer in Sachen Titelverteidigung ernüchtert.
McLaren war in den vergangenen zwei Jahren bärenstark auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya: Pole-Position von Lando Norris 2024, danach Platz 2 hinter Max Verstappen. 2025 fuhr Oscar Piastri vom besten Startplatz zum Sieg, Norris wurde Zweiter, von Startplatz 2 kommend.
Lando hat ein Erfolgserlebnis dringend nötig, denn zuletzt hat da Einiges nicht gestimmt: Ausfall in Kanada (Getriebe), Ausfall in Monaco (Batterie), und im Fürstentum waren die Papaya-Renner nur vierte Kraft hinter Mercedes, Red Bull Racing und Ferrari.
Norris wirkt im Fahrerlager der katalanischen Traditionsstrecke reichlich niedergeschlagen: «Der Ausfall in Monaco hat geschmerzt, aber in dieser Form sind wir ohnehin nicht in der Lage, ein Wörtchen mitzureden bei der Verteilung der Podestränge, geschweige denn Rennen zu gewinnen.»
«Im ersten Teil der Saison, als wir nicht so gut begonnen hatten, da war ich noch voller Optimismus. Ich dachte: Gut, die Saison ist noch lang, und wenn wir in Sachen Entwicklung zulegen, werden wir im späteren Verlauf des Jahres schon mitmischen.»
«Aber wenn ständig etwas passiert und du nicht richtig Vertrauen ins Auto fassen kannst, dann macht das die Titelverteidigung fast unmöglich. Stand heute ist das nicht realistisch.»
«Was die erlaubten Motorenteile angeht, so nähere ich mich langsam der Grenze, und jeder weiss, was dann kommt – der Einbau frischer Teile und damit Strafversetzungen. Aber dagegen kann ich nichts tun.»
«Was unsere Lage nicht einfacher macht: Zahlreiche unserer Probleme sind komplett verschieden. Du merzt quasi eine Schwachstelle aus, aber dann taucht ein anderes Problem auf. Aber ich sehe, wie hart die ganze Mannschaft arbeitet, damit wir in Sachen Standfestigkeit besser dastehen.»
«Ich glaube noch immer daran, dass wir wieder Rennen gewinnen können. Wir hatten in Miami das schnellste Auto und hätten dort eigentlich gewinnen müssen. Auch in Kanada waren wir anständig unterwegs. Aber die mangelnde Zuverlässigkeit fällt uns echt auf den Kopf.»
«In Monaco kam noch hinzu, dass wir grosse Probleme mit den Reifen hatten. Für mich fühlte es sich an, als ob ich mit diesen Reifen nicht zwei Dinge gleichzeitig machen kann – entweder bremsen oder einlenken, aber nicht beides.»
Was sagt der Champion zur kommenden Power-Aufteilung zwischen Verbrenner und Elektrik? Für 2027 und 2028 wird der elektrische Anteil ja schrittweise gesenkt, in zwei Jahren leistet der V6-Motor 60 Prozent der Leistung, die Elektrik nur noch 40 Prozent.
Norris findet: «Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Alle Fahrer wollten das. Und wir wollen noch mehr, ich hoffe, wir können da für 2029 und 2030 nachlegen.»
«Aber wir müssen auch realistisch sein. Es geht in diesem Sport nicht nur darum, was wir Fahrer wollen. Es geht auch ums Geschäft. Und alle Beteiligten mussten irgendwie zufriedengestellt werden. Ich bin schon mal happy, dass sich etwas bewegt.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach




