Lecuona nach MotoGP-Einsatz: Weshalb er nicht gleich Vollgas geben wird
Nach seinem erfolgreichen MotoGP-Einsatz in Ungarn, sitzt Iker Lecuona beim Superbike-Event in Misano wieder auf seiner Ducati Panigale V4R. Er freut sich darauf, wieder «sein Bike» zu fahren.
Iker Lecuona sorgte beim MotoGP-Event in Ungarn für staunende Gesichter. Im Grand Prix am Sonntag raste der Ersatzmann von Alex Marquez (Gresini Ducati) auf Rang 7. Lecuona hatte jedoch nicht viel Zeit zum Feiern, denn an diesem Wochenende geht es mit den Superbike-Rennen in Misano weiter.
Am Donnerstag vor dem Event auf dem Misano World Circuit Marco Simoncelli blickte Lucuona noch einmal auf sein MotoGP-Abenteuer zurück. «Ich war happy, als Fahrer in das andere Paddock zurückzukehren. Es war eine lange Zeit, in der ich kein MotoGP-Bike gefahren bin. Es war ein gutes Gefühl. Der Beginn war schwierig, das Motorrad hat sich sehr verändert. Ich musste neue Devices und neue Systeme lernen. Zudem war es für mich ein neues Team und ein neues Bike», so der 26-Jährige. 2020 und 2021 fuhr Lecuona in der Königsklasse eine KTM RC16. 2023 sprang Lecuona in der MotoGP für zwei Rennen im Repsol-Honda-Team und für fünf Rennen bei LCR ein. Mit der Desmosedici hatte er somit keinerlei Erfahrung. «Am ersten Tag habe ich 40 Minuten gebraucht, nur um zu lernen, wie alle Knöpfe und die neuen Systeme funktionieren. Während des Wochenendes habe ich mehr und mehr gelernt, wie das Bike gefahren werden muss – sogar noch im Rennen am Sonntag. Alles in allem hat es aber Spaß gemacht.»
Was macht ihm mehr Spaß – die Ducati Panigale V4R oder die Desmosedici? «Das kann man so nicht vergleichen», grübelte Lecuona. «Das MotoGP-Bike ist eine Rakete, es ist steifer und schwierig zu fahren. Bei der Panigale ist es wiederum schwer, ans Limit zu gehen. Sie macht aber etwas mehr Spaß, da wir weniger Aerodynamik verbaut haben. Man hat mehr Bewegungen im Bike.»
Mit der Panigale V4 R kommt Lecuona sehr gut zurecht – er erzielte in der Superbike-Saison 2026 bereits 15 Mal Platz 2. An diesem Wochenende wird er erneut Jagd machen auf seinen starken Teamkollegen Nicolo Bulega. Wird es für Lecuona an diesem Wochenende schwierig, wieder auf das Superbike zu wechseln? «Nein», winkte er ab. «Für mich war es schwierig, auf das MotoGP-Bike zu wechseln. Hier steige ich wieder auf mein Motorrad. Natürlich werde ich in der ersten Runde nicht Vollgas geben, denn die Bremsen, die Reifen und das Bike sind komplett anders. Ich denke aber, dass ich nach dem FP1 zurück und bereit bin.» Denkt Lecuona, dass er von seinem MotoGP-Auftritt in Ungarn etwas für das Misano-Wochenende nutzen kann? «Jedes Mal, wenn ich mit dem Motorrad fahre, lerne ich dazu. Es ist ein Training. Das Vertrauen, dass ich letztes Wochenende hatte, hilft mir auch hier. Mental bin ich hier sehr relaxed. Es ist aber wie immer, ich komme nicht zu den Rennen und sage mir, dass ich unbedingt gewinnen muss. Auch in der MotoGP habe ich einen guten Job gemacht, weil ich es genossen und mir keinen Druck gemacht habe. Wenn ich es genießen kann, bin ich schnell – das ist auch das Ziel für dieses Wochenende.»
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