Rookie Rueda: «Ich glaube, in der Moto2 geht es nur mit kleinen Schritten»
Jose Antonio Rueda stieg als überlegener Weltmeister in die Moto2 auf. Dort bekommt der Ajo-Schützling die volle Härte der Klasse zu spüren. Rueda verriet SPEEDWEEK.com, wie er nach vorne kommen will.
Red Bull-KTM-Ajo-Pilot Jose Antonio Rueda erfüllte im vergangenen Jahr alle Erwartungen. In seiner dritten Saison im GP-Fahrerlager räumte Rueda zehn Moto3-Rennsiege ab. Dazu kamen weiter vier Podestplätze. Der Titel war längst zugunsten Rueda entschieden, als die Erfolgskampagne in Malaysia mit einem Horrorcrash zu Ende ging. Während die Kollision mit Noah Dettwiler das Karriereaus des Schweizers bedeutete, kam der neue Weltmeister vergleichsweise glimpflich davon.
Noch vor Weihnachten konnte Jose-Antonio Rueda zu seinem ersten Moto2-Test ausrücken. Schnell war klar, einen Durchmarsch in der mittleren WM-Klasse wird es auch mit dem nächsten spanisch sprechenden Riesentalent nicht geben. Sein erstes Rennen in der neuen Liga beendet der Moto3-Champion in Thailand auf dem vorletzten Platz. Ruede lag in der Hitze Asiens gerade einmal acht Sekunden hinter dem Sieger.
Nicht anders erging es dem Rookie bei Runde 2 auf der neuen Piste in Goiânia, Platz 21. Die erste Stufe nahm Rueda schließlich in den USA. Vom letzten Startplatz fand der 20-Jährige erstmals genug Vertrauen, sich an etlichen Kontrahenten vorbeizupressen. Belohnt wurde der aus Sevilla stammende Rueda mit dem ersten WM-Punkt. Einen Rückschlag gab es bei der Rückkehr in die Heimat, denn in Jerez reichte es nur auf Platz 20. Bis zum letzten Rennen in Ungarn, dann wieder die Trendwende: 17, 12, 13 und 11 am Balaton Park. Bemerkenswert an sich – Rueda beendete bislang acht Wettfahrten.
SPEEDWEEK.com sprach den Moto3-Weltmeister auf seine Zwischenbilanz und die Vorgehensweise in der Moto2 an. Die Aussagen Ruedas belegen, hier agiert kein Haudrauf-Athlet, sondern ein systematisch arbeitender Pilot. «Der volle Speed kommt dann, wenn man in der Lage ist, jeden Meter auf der Strecke zu genießen. Die Freude kommt nur dann auf, wenn man gesteckte Ziele erreicht. Die Klasse ist konkurrenzfähig, sodass es keinen Sinn macht, sich unrealistisch hohe Ziele zu stecken. Das führt nur zu Frustration und verhindert eine Weiterentwicklung», der Ajo-Fahrer.
Rueda weiter: «In der Moto2 geht es nur in sehr kleinen Schritten vorwärts, das gilt es zu akzeptieren. In der Moto3 war es komplett anders. Je nach Situation konnte man da auch mal fünf oder acht Piloten in einer Runde überholen. Das funktioniert in der Moto2 null. »
Und wer setzt die Ziele, das Team oder der Pilot? Jose-Antonio Rueda: «Nur der Fahrer! Das Team hält sich in dieser Phase als Rookie sehr zurück. Sie lassen mich machen, es gibt viel Unterstützung – aber keine Zielvorgaben. Ein Meilenstein war das Rennen in Amerika – der erste Punkt. Also war das Ziel beim nächsten Rennen zwei Zähler. In Jerez hab ich das verpasst, in Le Mans auch. Das Ziel wird also zum nächsten Event verschoben.»
Platz 12 in Catalunya, Platz 13 in Mugello, P11 in Ungarn
Den Catalunya-GP erlebte Rueda dann als Durchbruch: «Ich habe mein Ziel selbst übertroffen und vier Zähler geholt. Das war der bislang beste Moment als Moto2-Fahrer. Von hier muss dann der nächste Schritt mit Konstanz erfolgen.» In Mugello ging es wieder einen Platz retour, in Ungarn zwei nach vorne. Ruedas Auffassung deckt sich mit den Ergebniszetteln.»
Der Moto3-Champion beschrieb auch den entscheidenden Moment, der einen Moto2-Piloten an die Spitze befördert. «Wenn man eine Reihe dieser kleinen Erfolgsschritte gemacht hat, dann gibt es kaum merklichen, aber entscheidenden Effekt – du bekommst das nötige Extra-Vertrauen, mit dem dir Dinge und Manöver gelingen, die man ohne diese Sicherheit erst gar nicht gelingen.»
Rueda zog als Paradebeispiel seinen Vorgänger als Moto3-Dominator David Alonso heran. «David steigerte sich fast unmerklich. In England war er dann da und in Ungarn holte er seinen ersten Moto2-Sieg.» Noch stehen 14 Events auf dem Rennkalender. Arbeitet Jose Antonio Rueda seinen Plan weiter konsequent und ohne Stürze ab, dann reichen die einfachen Rechenarten, um ein positives Saisonende zu prognostizieren. Doch die Rennsport-Realität ist oft eine andere.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach