Martin (Aprilia): «Der Bruch ist noch da, aber das Gefühl ist viel besser»
Sechs Rennen vor der letzten MotoGP-Zielflagge 2026 hat sich die Lage gegen Jorge Martin entwickelt. Vom WM-Titel ist derzeit nichts zu hören, Martins Etappenziel: Rennen fahren und Punkte holen.
Am letzten Samstag, während die MotoGP-Elite um die besten Startplätze für die Rennen in Sepang stritt, rollte ein stiller Jorge Martin im Mietwagen aus dem Fahrerlager. Nach gescheitertem Comeback ging es sofort zurück nach Spanien, um mit den bekannten Physio-Spezialisten am nächsten Comeback-Versuch zu arbeiten. Vier Tage später saß Martin erneut im Flugzeug, nun mit dem Ziel Doha.
Dort angekommen, bleibt dem «Martinator» nichts anderes übrig, als auf die nächste Session mit der RS-GP zu warten. Erst im FP1 auf der mit Wechselkurven gespickten Strecke von Losail wird sich zeigen, wie realistisch eine Rennteilnahme ist. Jorge Martin: «Ich bin nach Spanien zurückgekehrt, um die Behandlung fortzusetzen, die ich brauche, um mich von der Verletzung zu erholen und in bestmöglicher Form nach Katar zu kommen. Jetzt werden wir sehen, wie der Körper reagiert, und ab diesem Donnerstag mit Aprilia zusammenarbeiten, um herauszufinden, wie weit wir kommen können.»
Der nächste Schritt: Am Freitag muss sich Martin um 12.15 Uhr Ortszeit bei Dr. Angel Charte melden. Erst danach wird das weitere Vorgehen beschlossen.
Auch in Katar bleibt die Diagnose «gebrochenes Handgelenk»
Der Aprilia-Werksfahrer über die vergangenen Tage: «Es war gut in meinem persönlichen Umfeld, das hat es leichter gemacht. Es war sicher besser, die Rennen in Malaysia nicht zu fahren. Ich fühle mich wesentlich besser – wir reden immer noch von einem Bruch, aber der Zustand ist nicht vergleichbar.»
Und wie schätzt Jorge Martin seine Aussichten ein? «Um ehrlich zu sein, Montag und Dienstag war ich mir nicht sicher, ob ich herkommen soll, aber am Mittwoch gab es keinen Zweifel mehr. Ich werde versuchen, die Schmerzen zu kontrollieren. Wenn das gelingt, habe ich auch die Kraft. Das Ziel ist klar, ich werde versuchen, so viele Punkte zu holen wie möglich und versuchen, die WM-Entscheidung zu verschieben – Marc hat mehr zu verlieren als ich.»
Enormer Druck für Jorge Martin
Objektiv scheint die sportliche Lage Martins nahezu aussichtslos. Bei sechs ausstehenden Rennen erscheint WM-Rivale Marc Marquez nicht zuletzt nach dem letzten Auftritt in Malaysia als unschlagbarer MotoGP-Athlet.
Der Druck, der auf Jorge Martin ist, ist enorm. Aprilia erhofft sich Übermenschliches, ein letztes Aufbäumen, um noch einmal in den WM-Kampf einzugreifen. Nicht zu vergessen – das Werk aus Noale war lange die bestimmende Kraft und führte die Weltmeisterschaft erst mit Bezzecchi, dann mit Martin an. Die drohende Niederlage gegen Marc Marquez und Ducati wirbelt schon jetzt große Emotionen auf.
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