Iannone: «Kein Hersteller hat den Mut, mir eine MotoGP-Chance zu geben»
Andrea Iannone war nach seinem Sieg im Harley-Davidson Bagger World Cup in Mugello überglücklich. Er würde sich ein Rennen mit Stoner und Rossi wünschen. Er sei immer noch gut genug für die MotoGP.
Mit Spannung wurde das Debüt des ehemaligen MotoGP- und Superbike-Piloten Andrea Iannone im Harley-Davidson Bagger World Cup erwartet. Der charismatische Italiener, der mit seinem Auftreten und seinen Aussagen immer wieder polarisiert, hat sich für seine Rückkehr in das MotoGP-Paddock den perfekten Ort ausgesucht. In Mugello konnte er vor den heimischen Fans eine große Show abziehen.
Und Iannone lieferte: Im Qualifying am Freitag stellte er seine Renn-Harley, mit der er in der letzten Woche in Misano nur ein paar Proberunden gefahren ist, auf Position 3. In spannenden Rennen 1 am Samstag gewann der Spanier Oscar Gutierrez. Iannone zeigte aber, dass er den Speed hatte, um mit seinen Kontrahenten mithalten zu können. Er kassierte jedoch wegen Überholen während einer Gelbphase eine Long-lap-Strafe. Da er diese nicht korrekt ausführte, durfte er diese gleich nochmal absolvieren. Am Ende wurde er mit über sechs Sekunden Rückstand auf den Sieger Vierter.
Iannone wünscht sich Casey Stoner zurück
In Rennen 2 machte es Iannone besser. Der Niti-Racing-Pilot lieferte sich mit dem Brasilianer Eric Granado ein enges Duell und siegte. Er ließ sich danach von den italienischen Fans feiern – Wheelies und Burnouts mit dem 280-kg-Bike aus Milwaukee inklusive. «Ich bin glücklich. Gleichzeitig ist das aber ein Problem, denn ich bin nur happy, wenn ich gewinne!», meinte Iannone nach seinem Sieg. «Es ist eine schöne Meisterschaft. Es macht Spaß, sich die Rennen anzusehen. Es gibt sehr viele Rutscher, durchdrehende Hinterräder und Wheelies – wir haben bei den Bikes keine Elektronik verbaut. Vielleicht kommt ja Casey zurück. Casey, wir machen gemeinsam eine Show – es gibt keine Elektronik und keine Flügel sind am Bike verbaut.» Iannone lachte und forderte den zweifachen MotoGP-Weltmeister Casey Stoner auf, in die Meisterschaft einzusteigen. Der Ausnahmekönner aus Australien ist bekannt für seinen instinktiven Fahrstil, er ist kein Fan von der Elektronik und der Aerodynamik, welche die MotoGP-Bikes heutzutage verbaut haben. «Wir machen ein Legenden-Rennen mit Casey und Vale – mit den Baggern. Wir machen das auf Phillip Island», war Iannone ganz aus dem Häuschen.
Andrea Iannone gewann in Italien sein erstes Bagger-Rennen – und das bei seinem zweiten Versuch. «Ich bin nicht mit einer bestimmten Strategie an die Rennen herangegangen. Ich war schon immer ein instinktiver Fahrer, jemand, der seinen Gefühlen folgt, und ich glaube, wenn man Entscheidungen mit dem Herzen trifft, liegt man selten falsch», ist sich Iannone sicher. «Das Niveau ist sehr hoch, alle sind schnell und die Abstände sind gering. Mein Ziel ist es, weiterhin Spaß zu haben, weiter zu lernen und jedes Mal, wenn ich auf das Motorrad steige, konkurrenzfähig zu sein. Abschließend möchte ich mich bei allen bedanken, die dies möglich gemacht haben: dem Team, Harley-Davidson und allen am Projekt beteiligten Personen. Es ist großartig, hier zu sein.»
«Wir machen ein Legenden-Rennen mit Casey und Vale – mit den Baggern.»Andrea Iannone
Zu seinem Renn-Comeback meinte Iannone: «Die Rückkehr in den Rennsport ist immer etwas Besonderes, aber dass ich das hier in Mugello und mit Harley-Davidson tun durfte, machte es noch unglaublicher. Ich habe es wirklich genossen. Wenn man diese Leidenschaft in sich trägt, fällt es schwer, sich davon fernzuhalten, daher bin ich sehr dankbar für diese Gelegenheit und für alles, was wir gemeinsam erleben.»
Auch zu seinem neuen Arbeitsgerät fand der 36-Jährige lobende Worte. «Was mich am meisten überrascht hat, ist das Fahrgefühl bei diesem Motorrad. Sobald man auf die Strecke geht, hat man das Gefühl, dass man eine echte Rennmaschine hat. Man erzielt damit beeindruckende Rundenzeiten, sie hat ein wirklich gutes Handling und macht vor allem jede Menge Spaß beim Fahren.»
Andrea Iannone ist sich zudem sicher, dass er sogar in er MotoGP noch zu guten Leistungen fähig wäre. «Kein Hersteller hat den Mut, mir einen Zweijahresvertrag in der MotoGP zu geben. Ich habe die Eier, sie nicht.»
«The Maniac» is back!
Ergebnisse Bagger World Cup, Mugello, Rennen 2 (8 Runden):
Pos.
Fahrer
Team
Zeiten
1.
Andrea Iannone
Niti Racing
15:47,927 min
2.
Eric Granado
Joe Rascal Racing
+0,512 sec
3.
Archie McDonald
Joe Rascal Racing
+3,135
4.
Filippo Rovelli
ParkinGO
+9,319
5.
Dimas Ekky Pratama
Niti Racing
+16,898
6.
Jake Lewis
Saddlemen Race Development
+17,210
7.
Cory West
Saddlemen Race Development
+22,854
8.
Cody Wyman
Joe Rascal Racing
+22,966
9.
Travis Wyman
Saddlemen Race Development
+23,745
10.
Oscar Gutierrez
Niti Racing
+53,001
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