Raul Fernandez (9.): Kobe Bryants «Fisch-Mentalität» nach Start-Debakel
Nach seinem Sprint-Sieg startete Trackhouse-Aprilia-Pilot Raul Fernandez als Mitfavorit ins Mugello-Rennen. Die Hoffnung auf einen Sieg waren schon nach der ersten Kurve dahin. Am Ende wurde er 9.
Raul Fernandez (Aprilia) galt für den Mugello-GP als Geheimfavorit auf den Sieg, ging von Platz 2 ins Rennen. Doch schon in der ersten Kurve ging er weit und fiel bis auf P18 zurück. Was war passiert? Den Bremspunkt verpasste er laut seiner Aussage nach dem Rennen nicht. Der Grund war, dass er beim Herunterschalten nicht in den zweiten Gang schaltete, sondern im dritten die erste Kurve nahm. Er konnte sich das nicht erklären. Als auch Markenkollege Bezzecchi vor ihm fuhr und Fernandez in dessen Windschatten geriet, musste er noch stärker bremsen. «Ich begann zu rutschen und konnte das Bike nicht stoppen.» Fernandez betonte, dass den späteren Rennsieger keine Schuld traf.
Fernandez und die Lehren von Kobe Bryant
Das Rennen war nach wenigen hundert Metern quasi gelaufen, dementsprechend niedergeschlagen war Fernandez nach dem Rennen. «Ich fühle mich sehr schlecht für das Team und Aprilia. Ich glaube, wir hatten heute eine unglaubliche Chance.» Am Renntag fühlte er sich noch selbstsicherer als je zuvor. «In Australien habe ich gewonnen, aber heute war das erste Mal, dass ich mich sehr stark gefühlt habe. Auch im Warm-up fuhr ich mit gebrauchten Reifen 1:46,0er-Zeiten.»
Von P18 kämpfte er sich auf P8 vor – eine «wirklich schöne Aufholjagd», wie er selbst sagte. Den Antrieb dazu fand er in einem Buch: «Gerade lese ich ein Buch von Kobe Bryant. Er sagt, im Sport braucht man die Fisch-Mentalität: Nach einem Fehler musst du vergessen und dich auf den Job konzentrieren.» Genau das habe er, übertragen vom Basketball in die MotoGP, umgesetzt: «Im Moment des Fehlers kann ich nichts ändern. Ich habe versucht, das Beste rauszuholen – und ich denke, es war kein schlechtes Rennen.»
Nach dem Rennen noch eine Strafe
Fernandez kam zwar als Achter ins Ziel, ihm wurde aber nachträglich eine Strafe aufgebrummt, da er einen unnötigen Kontakt mit einem Konkurrenten hatte, und wurde eine Position zurückversetzt.
Den Mut zur Selbstkritik ließ er nicht vermissen: «Wenn du die Chance hattest, ums Podium zu kämpfen, und am Ende Achter wirst, ist es schwierig, glücklich zu sein.» (Die Strafe kam erst nach der Medienrunde.) Auch wenn Fernandez aktuell WM-Sechster mit 87 Punkten ist, sieht er sich nicht als jemanden an, der bereit ist, um die MotoGP-Krone zu kämpfen. «Im Moment sind wir keine Titelkandidaten. Wir müssen die Fahrer sein, die in bestimmten Momenten mit den Besten mitfahren können.»
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