Bittere Realität für Honda-Pilot Joan Mir (12.): «Eine Startreihe verloren»
Ex-Weltmeister Joan Mir holte sich im MotoGP-Rennen von Mugello Platz 12, sprach danach über ein Manöver von Raul Fernandez und die Mankos bei der Entwicklungs-Aufholjagd von Arbeitgeber Honda.
Honda-Fahrer Joan Mir sicherte sich in Mugello am Sonntag vier WM-Punkte für Platz 12. Der 28-jährige Spanier fand sich in der zweiten Hälfte des Rennens in Gesellschaft seiner beiden Honda-Markenkollegen Diogo Moreira und Luca Marini – am Ende musste er Rookie Moreira ziehen lassen.
Mir kam als 15. aus der ersten Runde retour, von da war er auch losgefahren. «Ich hatte zwei schlechte Starts hier in Mugello. Ich habe jeweils eine Reihe eingebüßt», stellte Mir klar. «Die Drehzahl ging in den Keller. Ich habe dann aber in diesem Moment nicht überreagiert, sondern Schritt für Schritt begonnen zu überholen. Ich wusste, dass das Beste war, was wir hier erreichen können, ein Platz um die Top-10 war. Ich habe dann die Gruppe mit Brad und Diogo Moreira erreicht und war etwas schneller. Am Ende in den letzten drei Runden war mein Reifen hinüber, ich habe für den Speed bezahlt. Die Jungs haben wieder gekontert – es war ein netter Fight. Es war es aber auch nicht wert, mehr zu riskieren. Ich musste das so handhaben.»
Mir sagte zu seiner künftigen Marschrichtung: «Wenn es um ein ganz großes Ding geht, dann muss ich 110 Prozent reinlegen, sonst aber das Motorrad sicher nach Hause bringen und einfach nur Punkte holen. Ich habe schon einige Nuller geliefert in den ersten Rennen. Das war jetzt auch etwas für das Selbstvertrauen.» Und Mir skizzierte seine und die Lage der Honda-Kollegen wie folgt: «Das Szenario ist so: Bei den Tests bekommen wir jetzt nichts neues von den Teilen her – die anderen Hersteller schon. Die verbessern sich dann auch. Wenn das so weiter geht, werden wir weiter weg sein.»
Hartes Manöver von Rivale Raul Fernandez
Mir, der mit Gresini-Ducati in Verbindung gebracht wird, macht sich keine Illusionen: «Solche Strecken wie Mugello zeigen auch den Performance-Rückstand gegenüber Aprilia, Ducati und KTM. So einfach ist das. Ich hoffe, dass die Piste in Balaton etwas besser sein wird für mich, da gibt es mehr harte Bremspunkte – vielleicht kann ich da ein wenig den Unterschied machen.»
Dann ging es auch noch um die Attacke, die Landsmann Raul Fernandez (Trackhouse Aprilia) auf seiner Aufholjagd setzte. «Er hat mich am Limit überholt», stellte Mir fest. «Er ist aber in der Position, solche Dinge zu tun. Er ist in einer schweren Situation und fährt auch um einen Vertrag.» Mir sah auch ein: «Das ist normal, wenn ein Fahrer auf Platz 12 fährt. Er ist schneller als wir auf dieser Piste. Ich denke nicht, dass es etwas ist, was wir nicht schon zuvor gesehen haben. Es ist normal, dass man da dann dieses Mehr an Selbstvertrauen hat.»
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