MotoGP in Katar wackelt: GP-Teams weiter ohne Informationen
Offiziell hält die MotoGP am Katar-GP fest. Hinter den Kulissen mehren sich jedoch die Zweifel an einer Austragung: Die Teams warten weiterhin auf Informationen.
Die geopolitische Lage im Nahen Osten hat den internationalen Motorsport 2026 bereits erheblich beeinflusst. Auch hinter dem auf den 8. November verschobenen Grand-Prix von Katar steht weiterhin ein großes Fragezeichen. Offiziell planen sowohl der MotoGP-Promoter als auch die Verantwortlichen vor Ort weiterhin mit einer Durchführung des Rennens auf dem Lusail International Circuit.
Im Fahrerlager stellt sich die Situation jedoch weniger eindeutig dar. Nach Informationen von SPEEDWEEK.com haben die MotoGP-Teams bislang keine konkreten neuen Informationen bezüglich des Katar-GP erhalten und befinden sich weiterhin in Wartestellung.
Auch aus Katar gibt es Signale, die zumindest Zweifel an der Austragung aufkommen lassen. Nach Informationen aus dem Umfeld der Qatar Motor and Motorcycle Federation wurden Mitarbeiter, die im Zusammenhang mit der Veranstaltung tätig sind, bislang angehalten, noch keine Flüge für den Grand Prix zu buchen. Eine Absage ist damit keineswegs beschlossen, die Zurückhaltung deutet jedoch darauf hin, dass auch vor Ort derzeit nicht fest mit einer Durchführung gerechnet wird.
Entscheidung fällt noch vor der Asien-Tour
Der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran hatte zuvor bereits Auswirkungen auf mehrere internationale Rennserien. Die MotoGP hält offiziell weiterhin an Katar fest. «Wir arbeiten weiterhin daran und sprechen mit der Regierung Katars, um zu sehen, ob das Rennen möglich ist», erklärte der stellvertretende MotoGP-CEO Carlos Ezpeleta am vergangenen Wochenende in Aragon. «Ich weiß, dass in den letzten Tagen andere Events in der Region bestätigt wurden.»
Die Priorität liegt unverändert auf der Durchführung des Katar-GP. Gleichzeitig räumte Ezpeleta ein, dass Alternativen geprüft werden müssen, sollte eine Reise nach Lusail nicht möglich sein.
«Wir versuchen weiterhin, in Katar zu fahren, und wenn das nicht möglich ist, werden wir sehen, ob es einen Plan B gibt oder nicht. Aber wie gesagt, die Priorität bleibt, in Katar zu fahren», unterstrich der Spanier.
Allzu lange kann die Entscheidung nicht mehr hinausgezögert werden. Noch bevor der MotoGP-Tross zur Übersee-Tour nach Asien aufbricht, soll Klarheit herrschen. Auf die Frage nach einer entsprechenden Deadline bestätigte Ezpeleta: «Bevor wir zur Asien-Tour aufbrechen, werden wir eine Entscheidung getroffen haben.»
Nahost-Lage beeinflusst auch MotoGP-Kalender 2027
Die Unsicherheit beschränkt sich nicht auf den diesjährigen Katar-GP. Auch bei der Fertigstellung des MotoGP-Kalenders für 2027 spielt die Situation im Nahen Osten eine Rolle. Der Kalender für die kommende Saison steht laut Ezpeleta bereits zu rund 95 Prozent fest. «Wir warten natürlich ab, wie sich die Situation im Nahen Osten entwickelt, denn das würde sich auch auf den Kalender für das nächste Jahr auswirken.»
Fest steht bislang, dass die MotoGP-Saison 2027 am 7. März in Buriram beginnt. Zudem kommen mit Buenos Aires und Adelaide zwei neue Veranstaltungen hinzu. Die vollständige Veröffentlichung des Kalenders soll in den kommenden Wochen erfolgen.
Offiziell bleibt der Katar-GP für den 8. November angesetzt. Hinter den Kulissen scheint eine Durchführung derzeit jedoch keineswegs so sicher zu sein, wie es die öffentlichen Aussagen vermuten lassen. Eine Entscheidung soll noch vor Beginn der Asien-Tour fallen.
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