Rivola (Aprilia) zum Titelkampf: Aragon könnte das entscheidende Event sein
Nach der starken Vorstellung von Aprilia in Silverstone gab Massimo Rivola seine Einschätzung zum MotoGP-Titelkampf ab. Was er über Bezzecchi und Martin sagt und weshalb die RS-GP so schnell ist.
In Silverstone erlebte Aprilia ein perfektes Wochenende. Sowohl im Sprint als auch im Grand Prix war das Podium ausschliesslich mit RS-GP-Piloten besetzt. In der WM-Tabelle liegen Jorge Martin, Marco Bezzecchi und Ai Ogura auf den Rängen 1 bis 3. Raul Fernandez ist derzeit Sechster, auf Platz 3 fehlen ihm aber nur 19 Punkte.
Beim Grand Prix von Großbritannien erlebte der Hersteller aus Noale auch einen perfekten Start in die zweite Saisonhälfte. In den verbleibenden zehn Events der MotoGP-Saison 2026 wird sich der Titelkampf mehr und mehr zuspitzen. Weil es in diesem Jahr keinen dominanten Fahrer gibt, ist das Duell um die Fahrer-WM-Krone besonders spannend.
Der Silverstone Circuit ist die Paradestrecke für Aprilia, das Layout mit den schnellen Kurven passt sehr gut zu den Stärken der RS-GP. Doch es werden andere Strecken kommen, auf der die Ducati Vorteile hat. Wie gut gerüstet ist der Hersteller aus Noale für die zweite Saisonhälfte? «In der Vergangenheit waren wir in der zweiten Saisonhälfte immer schlecht. Letztes Jahr waren wir sehr stark. Ich denke aber nicht, dass sich dieses Jahr von der ersten zur zweiten Saisonhälfte viel verändern wird», winkte Aprilia-Rennchef Massimo Rivola ab. «Vorrangig geht es darum, in welchem körperlichen Zustand die Fahrer sind. Jorge ist in einer guten Verfassung. Was Marco betrifft: Glücklicherweise haben wir vor Aragon eine Woche mehr zur Verfügung, in der er sich erholen kann. Wir wissen aber, dass Aragon eine Strecke für Marc (Marquez) ist. Aragon könnte das Event sein, um uns eine Vorstellung zu geben, wer die wahren Titel-Rivalen sein werden.»
Die RS-GP ist derzeit das beste Motorrad in der Startaufstellung. Wir kann Aprilia derzeit den Unterschied machen? «Es gibt Strecken, die mehr zu unserem Bike passen, andere wiederum zur Ducati oder anderen Fahrern», räumte Rivola ein. «Ich denke, dass wir auf einem ähnlichen Level sind. Aber dass wir uns auf diesem Niveau befinden, ist den Jungs in Noale zu verdanken, denn zuvor war der Unterschied größer. Fabiano und allen Leuten in Noale gebührt ein großer Dank. Wir arbeiten einfach gut zusammen und glauben daran, dass wir es schaffen können.»
Rivola: «Ich denke, dass wir bis zum Saisonende 2026 und auch nächstes Jahr konkurrenzfähig sein werden»
Alle Hersteller stecken momentan viele Entwicklungsressourcen in das 850er-Projekt für 2027. Gleichzeitig muss das 1000er-Motorrad weiter verbessert zu werden, um in diesem Jahr den MotoGP-Titel einzufahren. Wie ist das zu stemmen? «Ich denke, dass wir bis zum Saisonende 2026 und auch nächstes Jahr konkurrenzfähig sein werden. Aber wie ich schon sagte – auf einigen Strecken werden wir zu kämpfen haben, auf anderen wiederum werden wir stark sein», lautete die Antwort des Italieners.
«Unglücklicherweise sind wir ein gutes Beispiel dafür, wie man sich mit vollem Herzen aus einer schwierigen Situation zurückkämpft!»Massimo Rivola
Nach seinem fulminanten ersten Saisondrittel erlebte Marco Bezzecchi in den letzten Monaten einige Rückschläge. Schlechte Ergebnisse, der Zwischenfall mit dem Streckenposten in Brünn und der Schlüsselbeinbruch auf dem Sachsenring warfen den Italiener aus der Bahn. In Silverstone meldete er sich mit zwei dritten Plätzen zurück im WM-Kampf. Wie schwierig war es, «Bez» wieder auf den richtigen Weg zu bringen? «Wenn man einen Fahrer sieht, der nach den Schwierigkeiten am Vormittag dann so ein Rennen fährt, dann kann man sich vorstellen, welch großes Herz er hat», betonte Rivola, der damit die Leistung von Bezzecchi am Sonntag in Silverstone ansprach. «Wir sahen es auch bei Jorge im letzten Jahr – unglücklicherweise sind wir ein gutes Beispiel dafür, wie man sich mit vollem Herzen aus einer schwierigen Situation zurückkämpft. Letztes Jahr Jorge, dieses Jahr Marco. Und noch einmal: Ich bin immer noch sehr erstaunt darüber, was Marco am Sonntag in Silverstone geschafft hat.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach






