Michelin-Test in Aragon: BMW ohne Oliveira & Petrucci – die Konsequenzen
Ab 2027 ist Michelin Reifenalleinausrüster für die Superbike-WM und ihre Rahmenklassen. Am Montag und Dienstag testen zahlreiche Teams im MotorLand Aragon mit den französischen Pneus.
Nach über zwei Dekaden geht die Pirelli-Ära in der Superbike-WM nach dieser Saison zu Ende: In der Moto3- und Moto2-WM sind die Italiener bereits jetzt Ausrüster, ab 2027 kommt die MotoGP hinzu. Gleichzeitig wechselt der jetzige Monopolist Michelin in die seriennahen Motorrad-Weltmeisterschaften.
Am Montag und Dienstag haben die Fahrer der Superbike-WM im MotorLand Aragon von 9 bis 18 Uhr jeweils zwei Sessions über zwei Stunden mit den neuen Reifen zur Verfügung, die Supersport-Fahrer bekommen täglich zweimal 110 Minuten.
Erschwerend für BMW:
«Der Michelin-Test hätte Danilo und Miguel für die restliche Saison ohnehin nicht viele Anhaltspunkte geliefert», schränkte BMW-Teamchef Shaun Muir beim Treffen mit SPEEDWEEK.com ein. «Das richtige Testprogramm mit den Michelin-Reifen beginnt nach dem letzten Rennen in Jerez im Oktober. Dann stimmen die Bedingungen, es sitzen die nächstjährigen Fahrer auf den Bikes und haben das neue Material, das wir bis dahin entwickeln. Wir haben mit den Michelin bereits im April in Jerez mit van der Mark getestet und sind einen Schritt voraus. Deshalb glaube ich nicht, dass wir viel verlieren, weil wir unsere zwei Stammfahrer nicht hier haben.»
Superbikes erstmals mit Karbonbremsscheiben
Ebenfalls spannend: Bremsenhersteller Brembo lässt die Superbike-Teams in Aragon Karbonbremsscheiben testen, wie sie seit vielen Jahren in der MotoGP zum Einsatz kommen. «Wir werden den Test brauchen, um uns diesbezüglich eine Meinung bilden zu können», äußerte sich BMW Motorsport Direktor Sven Blusch neutral. «Allgemein gesprochen versuchen wir jedes neue Teil so schnell wie möglich in unser Bike-Setup zu integrieren. Es geht also weniger darum, ob das Teil gut oder schlecht ist, sondern wie wir es bestmöglich zum Arbeiten bekommen.»
«Die aktuelle Situation mit zwei verletzten Stammfahrern zeigt uns, dass die Einführung eines Testteams der richtige Schritt war», ergänzte der Manager aus Delmenhorst. «Im Moment haben wir ein bisschen ein Durcheinander mit wechselnden Fahrern und Technikern, aber wir sind glücklich, es zu haben. Mit van der Mark können wir das Momentum nutzen, er steckt tief im Thema. Wenn wir den ganzen Vorkommnissen etwas Positives abgewinnen können, dann, dass unser Testteam ein Gamechanger ist.»
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