Rückkehrer Vinales nach 850er-Test: «Wie eine Moto2 mit großem Motor»
Überraschend testete zuletzt auch Maverick Vinales die 850er-MotoGP-KTM. Nach bestandenem Check steigt der Langzeit-Ausfall jetzt wieder ins Renngeschehen ein. Vinales hatte viel zu erzählen.
Die MotoGP-Saison 2026 geht in Japan in die 16. Runde, sieben davon fanden ohne KTM-Tech3-Athlet Maverick Vinales statt. Der Katalane startete motiviert ins Jahr, warf aber nach den ersten beiden Events das Handtuch – noch bereitete «Top Gun» die Schulterverletzung aus dem Sommer 2025 Probleme.
Auf seiner Heimstrecke in Catalunya kehrte Vinales zurück. Rang 11 gab Hoffnung, doch Gefühl und Speed wollten nicht zurückkommen. Nach dem Deutschland-GP und einer bitteren Null-Punkte-Strecke zog man erneut den Stecker – und noch mehr. Denn neben der sportlichen Darbietung war nun auch die Partnerschaft mit Blick auf 2027 aus dem Gleichgewicht gekommen. Frustriert von der Tatsache, den sicher geglaubten Platz bei Red Bull KTM Factory nicht zu bekommen, erteilte nun Vinales KTM eine Absage. Damit steht seit der Sommerpause fest, dass die 850er-Ära ohne den routinierten MotoGP-Sieger stattfinden wird.
Da Vinales aber offensichtlich nicht an einen Rücktritt denkt, versucht er, sich im Schlussspurt der Saison wieder zu präsentieren. Alle Voraussetzungen scheinen erfüllt und auch KTM hat Interesse daran, dass Vinales und nicht Pol Espargaro im Renneinsatz ist – im Vordergrund steht längst die Entwicklung der 850er für 2027.
Auf der auch Vinales nun bereits Erfahrungen sammelte. «Ich war sehr erleichtert, dass ich den Test in Spielberg fahren konnte. Ganz ohne Test, nach zwei Monaten ohne MotoGP-Bike, das wäre nicht gut gewesen. Der Test lief sehr gut, auch weil das Bike fantastisch ist. Es ist wie ein Moto2-Bike mit einem dicken Motor. Ich habe auch eine volle Sprint-Distanz gepusht – das Gefühl war richtig gut – es hat mir gezeigt, warum ich Teil der MotoGP bin.»
Und wie geht es Maverick Vinales? Die Antwort fiel zweigeteilt aus: «Ganz ehrlich hatte ich eine fantastische Zeit daheim. Mit der Familie zusammen zu sein und viel zu trainieren, statt viel zu reisen, das hat super gutgetan. Gefehlt hat mir allerdings mein MotoGP-Bike. Ich habe auch bewusst nicht sehr viel auf dem Motorrad trainiert. Ich wollte mich auf die Schulter konzentrieren und mich auf keinen Fall falsch bewegen.»
Mehr Grip gleich mehr Anstrengung
Vinales weiter: «Ich denke, es wird gut sein in Motegi. Sicher wird es noch nicht perfekt sein, aber so gut, dass es sinnvoll ist, zu fahren. Vermutlich werde ich eher Probleme mit den Unterarmen und dem Nacken bekommen. Dass die Strecke einen neuen Asphalt hat, wird es nicht leichter machen – der Grip dürfte noch höher sein.»
Ganz offen sprach Vinales vor dem FP1 in Motegi auch über seine ernüchternde Ausgangssituation für 2027: «Es ist nun mal so, dass es jetzt keinen Platz mehr für mich gibt. Aber das heißt nicht, dass es vorbei ist. Ich sehe mich weiterhin als MotoGP-Fahrer und werde daran arbeiten, hier zu fahren. Aktuell gibt es nicht mehr zu sagen, aber die Geschichte ist für mich nicht vorbei und ich werde körperlich in der Lage sein, auch in Zukunft MotoGP zu fahren – erst recht mit den 850ern, die es einem leichter machen.»
Mit 31 Jahren könnte Vinales noch weitere Jahre aktiv sein. Doch Angebote, aus welchem Fahrerlager auch immer, wird es erst dann geben, wenn die Leistungsfähigkeit der Nummer 12 gesichert ist. Es hilft nur die Flucht nach vorne. Als 22. der WM-Tabelle hat Vinales längst nichts mehr zu verlieren. Worum es dem Noch-KTM-Piloten in erster Linie geht, zeigt sich an der finalen Aussage: «Das Allerwichtigste ist es aber, in bester Verfassung zu sein!»
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