Euro Moto Superbike • Neu
Jan-Ole Jähnig (BMW): «Das waren meinen ersten Führungskilometer»
Der Titelverteidiger des Teams Triple M Ducati Frankfurt erlebte ein holpriges Euro Moto-Finale. Doch am Ende war alles gut. Lukas Tulovic konnte seinen Titel im ersten Lauf verteidigen.
Im Training zum Euro Moto-Finale fabrizierte Lukas Tulovic mit seiner Ducati einen seiner wenigen Ausrutscher. «In einem Qualifying gehst du die Sache natürlich anders an als in einem Rennen», wiegelte er ab. Doch der Druck war dadurch trotz ordentlichem Punktevorsprung in der Tabelle nicht weniger geworden. Es war ihm auch nicht verborgen geblieben, dass sein schärfster Konkurrent Marcel Schrötter beim Training in einem Long Run auf die Distanz überzeugende Rundenzeiten hingelegt hatte.
Eigentlich hatte sich Tulovic in der Superpole 2 den sechsten Startplatz gesichert. Doch dann meldete sich die Rennleitung beim Ducati-Pilot, der nach zwei Doppelsiegen im Rahmen der Balance of Performance 500 Umdrehungen seines Motorrads hatte hergeben müssen. Auch wenn die Übertretung mit einmalig 100 Umdrehungen, Tulovic und auch sein Kollege Lorenzo Zanetti wurden laut Teamchef Matthias Moser seit der Reduzierung nach jedem Training und jedem Rennen kontrolliert, überschaubar war, folgte die Strafe umgehend. Die Zeiten aus der Superpole wurden gestrichen und es ging für den Titelverteidiger zurück auf Platz 9. Und die Laune erst einmal in den Keller.
Ich werde heute mit Köpfchen fahren.Lukas Tulovic
Bis zum Sonntag hatte Lukas Tulovic auch diese Klatsche verdaut und war bereit, zum zweiten Mal in seiner Karriere nach dem Meistertitel zu greifen. «Ich muss mal schauen, wie ich ins Rennen reinkomme», überlegte er vor dem ersten Lauf «Die Situation hat sich nicht großartig verändert. Ob Platz 6 oder Platz 9. Ich versuche natürlich, alles zu geben. Aber ich kann natürlich nicht zu viel Risiko eingehen und ich werde heute mit Köpfchen fahren und dann schauen wir, wo wir am Ende rauskommen. Die paar Punkte, die ich brauche, sind das Ziel und eben kein übermäßiges Risiko.»
Tulovic schaute sich das Rennen von der sicheren Warte auf Platz 7 an und hatte nach vorne und hinten Platz. Mit dem Führenden Marcel Schrötter wäre es im Fall von dessen Sieg nichts geworden mit dem vorzeitigen Titelgewinn. Zuerst schenkte ihm Leon Orgis (BMW) einen Platz, als dieser vor ihm stürzte, und damit war der Ducati-Pilot auf Platz 6 angekommen. Immer noch nicht genug. In der 12. von 18 Runde wurde Schrötter von Markus Reiterberger kassiert. Auch damit war Tulovic noch nicht durch. Sein Vorsprung lag zu dem Zeitpunkt in der Tabelle bei 24,5 Zähler. 25 hätten es sein müssen. Das letzte Geschenk kam dann von Schrötters Teamkollege Toni Finsterbusch, als dem Sachsen in der Querspange das Vorderrad einklappte. Damit war Tulovic durch. Ein halber Punkt mehr als nötig durfte der Ducati-Pilot, der als Fünfter im Ziel landete, am Ende sein Eigen nennen.
«Absolut unbeschreiblich», fasste der alte und neue Meister seine Gefühlswelt nach der Zieldurchfahrt zusammem. «Ich musste erst mal weinen. Wir haben wirklich hart gekämpft. Letztes Jahr der Titel war schwierig, weil im Rennen der Abbruch war und keiner wusste, wie und was. Heute konnte man es ein bisschen besser planen. Aber wir haben uns das ganze Wochenende ein wenig schwergetan, deswegen musste ich das Risiko kalkulieren und hatte dann ein bisschen Glück durch die paar Ausfälle. Ich bin einfach sitzengeblieben und bin mein Rennen gefahren und es hat gereicht. Ich bin natürlich überglücklich. Viele, vielen Dank an mein ganzes Team, an alle, die gekommen sind, uns zu unterstützen.»
Ich musste erst mal weinen.Lukas Tulovic
Ähnlich beschaulich erledigte der Mann mit der Nummer 1 auch noch das zweite Rennen. Vor und hinter ihm war weit und breit kein Gegner in Sicht und er konnte stressfrei auf den vierten Platz fahren. Die abendliche Meisterfeier verlief eher gesittet. Denn am Montag ging es für den Ducati-Piloten auf direktem Weg von Hockenheim ins italienische Vallelunga, wo er vor dem Finale der Italienischen Meisterschaft noch einen Teststopp einlegte.
Newsletter
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach
Die aktuellsten News rund um die Uhr, von Experten analysiert und kommentiert und exklusive Einblicke hinter die Kulissen. Hier schreiben Fans für Fans.