Franco Colapinto «überrascht» von Sperre-Forderung durch Lando Norris
Franco Colapinto (Alpine) hatte in Baku seinen Teamkollegen Pierre Gasly und Lando Norris (McLaren) abgeräumt. Norris hatte eine Sperre für den Argentinier gefordert. Warum Colapinto das überraschte.
35 Runden lief der Aserbaidschan-GP verdächtig ruhig, bis ein Unfall von Alex Albon (Williams) eine unglückliche Verkettung auslöste: Beim Neustart nach der Safety-Car-Phase kam es zu einer Massenkarambolage, deren Auswirkungen sich bis ins Rennwochenende in Sepang ziehen – was Strafen (5 Plätze für Colapinto), aber auch persönliche Aussprachen zwischen den Beteiligten angeht.
Was war passiert? Alpine-Pilot Franco Colapinto hatte beim Neustart blockierende Räder und entsprechend keine Kontrolle mehr über sein Auto. Er räumte seinen Teamkollegen Pierre Gasly ab und auch Lando Norris (McLaren). Andere Autos trugen Schaden oder mussten ausweichen, aber für Colapinto, Gasly und Norris war das Rennen vorbei.
Doppelt bitter natürlich für Alpine – mindestens ein, wenn nicht beide Autos wären bei normalem Rennverlauf wohl in die Punkte gekommen. Lando Norris lag hinten, war beim Restart Neunter, aber hätte sich wohl auch über Zählbares freuen können.
Colapinto übernimmt Verantwortung
Colapinto erklärte in seiner Medienrunde vor dem Bahrain-GP in Malaysia: «Ich habe die volle Verantwortung übernommen und mich entschuldigt. Ich habe einen Fehler gemacht. Meine Räder blockierten in Kurve 1 und das hatte leider schwere Konsequenzen, was traurig ist. Wir haben im Team darüber geredet und besprochen, wie wir weitermachen und sowas in Zukunft vermeiden.»
Colapinto/Norris: Überraschung und Verständnis
Hat er sich auch mit Norris ausgesprochen, der ja ziemlich deutlich gegen Colapinto gewettert hatte und eine Sperre gefordert hatte? Colapinto: «Das war glaube ich in der Hitze des Gefechts. Natürlich weiß er, was für Kommentare er damit ausgelöst hat, denn er hat selbst darunter gelitten.» Selbst argentinische Politiker hatten sich eingeschaltet. Lando Norris hatte in der Vergangenheit bereits offen über Hass im Netz gesprochen.
Colapinto: «Er ist wahrscheinlich der Fahrer, der in den letzten Jahren am meisten über Hass gesprochen hat. Ich war also etwas überrascht darüber. Dann hat er sich aber natürlich entschuldigt. Leider hat er dafür auch viel Hass abbekommen, aber das ging mir genauso. Es ist eine heikle Situation mit der Außenwelt, und deshalb denke ich, dass wir vorsichtig sein müssen mit dem, was wir sagen. Ich verstehe aber, dass man sowas im Eifer des Gefechts sagt.»
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