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Kiara Fontanesi (GASGAS) kritisiert: «5 WM-Läufe sind einfach zu wenig»

2009 stieg Kiara Fontanesi (GASGAS) in die WMX-Frauen-WM ein und wurde 6 Mal Weltmeisterin. Inzwischen ist sie Mutter zweier Kinder und ist in dieser Saison erneut Titelfavoritin.

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Kiara Fontanesi ist mit 6 WM-Titeln die erfolgreichste Frau im Motocross und sie ist Mutter zweier Kinder, die inzwischen 3 und 6 Jahre alt sind. In diesem Jahr gehört sie erneut zu den Titelaspirantinnen. Nach 2 von 5 WM-Etappen rangiert sie mit nur 6 Punkten Rückstand hinter der Spanierin Daniela Guillen (GASGAS) auf Rang 2 der Gesamtwertung. Gegenüber SPEEDWEEK.com äußerte sich die Italienerin kritisch über den Zustand der WMX, die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum begeht.

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Die Motocross-WM wird in 5 Etappen ausgetragen. Das ist für ein Welt-Championat nicht viel.

Ja, in der Tat. 5 Rennen sind keine wirkliche Meisterschaft, würde ich sagen. Im Moment geht es zwischen mir und Daniela [Guillen] sehr eng zu. Nach dem Stand der Dinge wird sich die Meisterschaft erst ganz am Ende entscheiden.

Ist Geld die Ursache für die geringe Zahl an Rennen?

Ich denke nicht, dass es finanzielle Probleme sind. Es gibt einfach zu viele Klassen im Rahmenprogramm der MXGP und der Promoter priorisiert die EMX-Klassen. Sie bekommen viel mehr Rennen als wir.

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Das Saisonfinale findet in diesem Jahr in Australien statt. Was meinst du zu diesem Austragungsort?

Einerseits ist es gut, denn die Strecke ist super und die Gegend ist sehr schön, aber von Europa nach Australien zu reisen, ist natürlich auch sehr teuer. Ich würde lieber einige Rennen mehr in Europa fahren, als nach Australien zu reisen.

Bekommt ihr für die Überseerennen Unterstützung seitens des Promoters?

Die einzige Unterstützung, die wir bekommen, ist, dass wir für diesen Grand Prix keine Startgebühr zahlen müssen. Außerdem bekommen wir ein freies Gewichtskontingent an Material für den Transport. Für einige Mädchen ist das hilfreich, wenn sie nur mit einem Motorrad antreten. Bei mir geht es aber um die Meisterschaft, deshalb brauche ich auch dort zwei Motorräder. Das bedeutet, das Team muss die Kosten dafür selbst tragen.

Es gibt jetzt im Straßenrennsport und im Speedway weitere Disziplinen, in denen Frauen starten. Interessierst du dich dafür?

Um ehrlich zu sein, fehlt mir dafür die Zeit. Wenn ich kann, verfolge ich die Moto-GP. Unsere ganze Familie ist ein großer Fan von Marc [Marquez]. Meistens muss ich aber am Wochenende selber Rennen fahren und wenn ich dann mal ein freies Wochenende habe, mache ich etwas anderes.

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An welchen Serien nimmst du außer der WMX noch teil?

Ich beginne mein Trainingsprogramm Anfang Januar, um mich auf die WM-Saison vorzubereiten. Bei nur 5 Events kann ich mein Training aber nicht unterbrechen, d.h. ich muss zwischendurch auch andere Rennen bestreiten, um über die ganze Saison fit zu bleiben. Ich fahre noch in der italienischen Meisterschaft, die über 7 Etappen geht. Außerdem nehme ich noch an einigen regionalen Rennen teil, zum Beispiel in Deutschland, wo es ja auch eine Frauenklasse gibt. Ich freue mich immer, wenn dort auch starke Gegnerinnen am Start sind. Außerdem starte ich manchmal auch bei den Männern.

Unter solchen Bedingungen an den Start gehen zu müssen, ist eine echte Zumutung.

Kiara Fontanesi

Wann hast du deinen ersten WM-Lauf bestritten und wie hat sich Frauenmotocross seit dieser Zeit entwickelt?

Das war 2009. Damals war ich 15 Jahre alt. Ich würde sagen, dass sich das sportliche Niveau seit dieser Zeit enorm gesteigert hat. Auch die Teilnehmerzahl ist stark angestiegen. In der Anfangszeit ist die WMX gewachsen, dann gab es einen Rückgang, gefolgt von einem erneuten Wachstum und einem erneuten Rückgang. Zurzeit stehen wir nicht am Höhepunkt, besonders deshalb, weil es nur 5 WM-Etappen gibt. Wir sind immer die Ersten, die am Sonntagmorgen auf einer frisch geschobenen und gewässerten Strecke antreten müssen. Unter solchen Bedingungen an den Start gehen zu müssen, ist eine echte Zumutung.

Wie alt sind deine Kinder jetzt und werden sie auch in den Motocross-Sport einsteigen?

Die Ältere ist 6, die Jüngere 3. Motocross wird für sie nur dann ein Thema sein, wenn sie es selber wollen. Ich werde sie also nicht dazu drängen. Skyler, die Ältere, kann fahren, aber sie mag es nicht besonders. Sie mag eher Mountainbiking und Skifahren. Ich selber fahre auch sehr gerne Ski. Es ist auch die einzige Sportart, bei der ich noch kein Rennen verpasst habe. Ich freue mich, wenn sie es mit dem Skifahren versuchen würde. Die jüngere Tochter fragt direkt nach dem Aufstehen nach einem Motorrad und sie denkt auch den ganzen Tag bis zum Schlafengehen nur an Motorräder.

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Wem drückst du beim Skirennen die Daumen?

Da gibt es einige: Marco Odermatt oder Giovanni Franzoni. Bei den Frauen ist natürlich Lindsey Vonn mein Allzeit-Idol.

Hat sich deine Risikobereitschaft verändert, nachdem du Kinder hattest?

Ich war nie ein Mensch, der unnötige Risiken eingegangen ist. Aber nach meiner Rückkehr als Mutter hat sich das tatsächlich verändert. Ich musste erst wieder Schritt für Schritt in meinen mentalen Zustand zurückfinden. Am Anfang habe ich ja meine Kinder auch zu Hause gelassen, um mich am Wochenende voll und ganz aufs Racing konzentrieren zu können. Am Ende ist es ja schließlich auch mein Job.

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