Toprak Razgatlioglu (Yamaha): Nur ein Gegner sah nach ihm die Zielflagge
Superbike-Gigant Toprak Razgatlioglu hätte sich für seine erste MotoGP-Saison keine heiklere Aufgabe stellen können. Weshalb er nach seinem Waterloo in England trotzdem Hoffnung hegt.
Bei nicht einem seiner 78 Siege in der Superbike-WM saß Toprak Razgatlioglu auf dem besten Motorrad. Auch nicht, als er mit Yamaha und zweimal BMW Weltmeister wurde. Was seinen Maschinen fehlte, konnte er bis zu einem gewissen Grad mit seinem überbordenden Talent wettmachen.
Für seine erste Saison in der MotoGP hätte er sich keine schwerere Aufgabe stellen können, als er sie sich mit seiner Unterschrift bei Yamaha aufgehalst hat. Denn mit der M1 ist weiterhin kein Blumentopf zu gewinnen: Ex-Weltmeister Fabio Quartararo verlor im Grand Prix von Großbritannien als Bester aus Yamahas Stammfahrerquartett als 12. fast 27 sec auf
Platzierung besser als die Wirklichkeit
Nur einer sah nach Razgatlioglu die Zielflagge: Yamaha-Testfahrer Augusto Fernandez, der mit Wildcard dabei war. Von den sieben gestürzten Gegnern lag nur der 40-jährige Cal Crutchlow (LCR Honda) hinter Toprak – die Platzierung ist also deutlich besser, als sie es in Wirklichkeit gewesen wäre.
Toprak versucht, sich mental nicht runterziehen zu lassen und greift nach jedem Strohhalm. «Es war besser als
Toprak: «Es gibt keine schlechten Rennstrecken»
«Es ist besser, wenn ich nicht von schlechteren Strecken rede», betonte Razgatlioglu. «Ich bevorzuge von Strecken zu sprechen, für die es einen anderen Fahrstil braucht. Wenn du einen anderen Stil brauchst, und auch noch andere Reifen hast, dann macht das einen großen Unterschied aus. Wenn ich am Freitag anfange, versuche ich die Strecke zu lernen und mich anzupassen – in Silverstone musste ich jede Kurve lernen. Die anderen Fahrer können sich hingegen sofort Gedanken darüber machen, welche Reifen sie einsetzen werden. Ich muss an sooo vieles denken – das macht es sehr schwierig für mich. Aber sei’s drum, ich sehe die positiven Dinge.»
Der dreifache Champion abschließend: «Mein Ziel ist, dass ich in Aragon mit den anderen Yamaha-Fahrern mithalten kann. Und ich will es dieses Jahr noch in die Top-10 schaffen. Vielleicht kann ich mich stärker verbessern und mir gelingt das sogar mehrfach – das würde mich glücklich machen. Aber leicht wird das nicht. Ich versuche immer mein Bestes, aber es ist sehr schwierig. Ich liebe alle Strecken, für mich gibt es keine schlechten. Aber jeder Fahrer hat Strecken, auf denen er stärker ist. In Portimao war ich mit dem Superbike sehr stark – mal schauen, wo ich mit der MotoGP-Maschine stehe. Ich hoffe, dass mir dort ein spezielles Ergebnis gelingt.»
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