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Nach Spurensuche in der KTM-MotoGP-Abteilung, einem Antrag beim Herstellerverband und einer längeren Wartezeit konnten die Motoren der RC16 vor dem Aragon-GP nun gemäß FIM-Protokoll revidiert werden.
Im Vorfeld der letzten beiden Rennen der Königsklasse in England hatte SPEEDWEEK.com exklusiv in Erfahrung gebracht, dass die Anfrage von KTM beim Technik-Ausschuss der MotoGP zur Korrektur der RC16-Aggregate final mit einem positiven Bescheid beantwortet wurde. Konkret: KTM erhielt die Erlaubnis, die per Reglement verplombten Vierzylinder der MotoGP-Piloten Acosta, Binder, Vinales und Bastianini unter kontrollierten Bedingungen zu öffnen.
Hintergrund war die Defekt-Serie am Antrieb der RC16, die zu einer Reihe von Motorschäden bei allen Piloten des Prototyps aus Österreich geführt hatte. Der prominenteste Schaden an einer MotoGP-KTM 2026 hatte übrigens nichts mit dem erst später identifizierten Problem zu tun. Verantwortlich für das Abschalten der Leistung an Pedro Acostas Bike, welches in Catalunya zur Kollision mit Alex Marquez führte, war die einheitliche elektronische Motorsteuerung, nicht der Motor selbst.
Erst nach dem intensiven technischen Durchleuchten der RC16-Motoren konnte die Rennabteilung die eigentliche Ursache der Motorschäden ausmachen. Details sind, auch aufgrund des Protokolls der Technik-Kommission, nicht nach außen gedrungen, doch fest steht, dass schadhafte, leistungsrelevante mechanische Komponenten eines Zulieferers Auftraggeber KTM und damit die erfolgshungrigen MotoGP-Teams der Österreicher in ernsthafte Schwierigkeiten brachten.
Schnell rückte der Sicherheitsgedanke in den Vordergrund. Als einzigen Ausweg für garantierte Betriebssicherheit der homologierten Triebwerke blieb der Antrag zum Tausch der kritischen Bauteile. Was für KTM Factory Racing bereits ein größeres Unterfangen ist, hat im Gesamten eine noch größere Dimension. Denn um die Revision der Antriebe unter kontrollierten Bedingungen zu gewährleisten und entsprechend zu dokumentieren, muss eine ganze Kommission den Weg nach Oberösterreich antreten.
Entscheidend ist, dass die für 2025 und 2026 vereinbarte und in den Homologationsunterlagen festgehaltene Spezifikation exakt beibehalten wird, andernfalls drohen wegen Verstoßes gegen das «Engine Freeze Agreement» Strafen – in letzter Konsequenz die Disqualifikation.
Der komplexe Prozess einer außerplanmäßigen Motorenrevision ist allen Herstellern bekannt. Daher war es keine Riesenüberraschung, dass das finale Go länger als erhofft auf sich warten ließ. Eingereicht wurde der Antrag in der Hoffnung, die Korrektur der Motoren während der Sommerpause vorzunehmen. Doch als die Freigabe, die einstimmig erfolgen muss, durch den Herstellerverband (MSMA) erteilt wurde, ging es bereits wieder in Richtung Silverstone, der Wunschzeitplan musste korrigiert werden.
Inzwischen ist klar, KTM konnte die zweiwöchige Pause nach den Rennen auf der britischen Insel nutzen, um sich von den schadhaften Bauteilen der Triebwerke zu trennen. Auf Nachfrage von SPEEDWEEK.com folgte die Bestätigung der Rennabteilung: «Die Motoren wurden diese Woche revidiert.»
Nach der Technik-Aktion in Munderfing geht es entsprechend mit rundum gesunden Motoren und nicht wie zuletzt mit reduzierter Spitzendrehzahl zur Sache. Von einer «Drosselung» konnte aber auch in England nicht gesprochen werden. Pedro Acosta schaffte es als bester KTM-Pilot auf Position 5, Teamkollege Brad Binder erreichte auf seiner RC16 im GP den besten Topspeed aller MotoGP-Bikes.
Wie sich die Revision auf die Resultate im MotorLand Aragon auswirkt, bleibt abzuwarten. Unstrittig ist, dass sich der erfolgreiche Abschluss der Großaktion positiv auf die Gemüter bei Athleten und Mannschaft auswirken wird. Der Kurs in der Nähe von Alcaniz im Nordosten von Spanien hält zwei anspruchsvolle Beschleunigungsstücke parat. Am Ende der längsten Geraden erreichen die MotoGP-Bikes über 355 km/h.
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