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MX-Gespann-DM: Peter/Zimmermann auf Titelkurs – Diskussionen in Dolle

Beim fünften von acht Events der SidecarCross-DM in Dolle teilten sich Peter/Zimmermann und Hofmann/Freygang die Siege. Zu den Verlierern gehört aus Sicht der Aktiven in erster Linie der Veranstalter.

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Bislang war den Teams und auch mir als Berichterstatter das Motocross in Dolle als professionell aufgezogene Veranstaltung bekannt. Doch diesmal schien rund um die Sandstrecke nördlich von Magdeburg in einigen Belangen «der Wurm drin», um es salopp zu formulieren. Es begann damit, dass anscheinend nicht genügend Einweiser für den Parkplatz im Einsatz waren, sodass sich manche mit Autos angereisten Zuschauer durchs Fahrerlager mogelten, um möglichst nahe an der Strecke zu parken.

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Auch an Streckenposten schien es zu mangeln, so dass der Rundkurs um 320 auf 1350 Meter verkürzt werden musste. Zur Behebung des Personalengpasses, so berichteten Aktive ebenfalls, habe man versucht, im Fahrerlager Freiwillige für den Job als Streckenposten anzuheuern – wohlgemerkt ohne fachkundige Einweisung. Damit nicht genug. Bei drückenden 35 Grad Hitze bat Fahrersprecher Adrian Peter und flankierend einige Teams nachdrücklich um eine Verkürzung der Renndistanz. Diese wurde mit der Begründung abgelehnt, das sei eine «Deutsche Meisterschaft». Dass der zweite Lauf dann nach zwölf Runden abgebrochen werden musste (dazu weiter unten mehr), entbehrt nicht einer gewissen Brisanz. Selbstredend konfrontierten wir den MSV mit den Kritikpunkten der Teams, bekamen jedoch bis zum Redaktionsschluss für diesen Beitrag keine Antwort.

Erwartungsgemäß hatten lediglich sechzehn Gespanne den Weg nach Dolle gefunden. Dan Foden/Noah Weinmann fehlten ebenso wie Nick Uhlig/Philipp Oettel verletzungsbedingt. Pierre Seifert hatte keinen Beifahrer und soll – so Radio Fahrerlager – die Saison vorzeitig beendet und sein Gespann bereits verkauft haben. Immerhin gaben sich einige Teams die Ehre, die zuvor nicht an DM-Rennen teilgenommen hatten.

Ebenso erwartungsgemäß galten die Tabellenführer Adrian Peter/Julian Zimmermann als Favoriten. Im ersten Lauf wurden die Trainingsschnellsten den Erwartungen auch vollauf gerecht und siegten vor Leon Hofmann/Leon Freygang. Dritte wurden die DM-Gelegenheitsfahrer Joshua Torge/Florian Plettke vor Jan Hoormann, der nach der Schulterverletzung seines eigentlichen Stammbeifahrers Simon Hildebrand weiterhin mit Paul Kinder fährt. Pech für Patrick Hengster/Justin Blume: Wegen eines vor ihnen gestürzten Gespannes fuhren sie sich zunächst im Tiefsand fest und nahmen mit Verzögerung wieder Fahrt auf. Beim Überrunden kamen ihnen Uwe und Tom Kutschke in die Quere. Damit blieb es beim siebten Laufrang. Rundenzeiten unter zwei Minuten fuhren außer Peter und Hofmann lediglich Torge, Hoormann und Hengster.

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Vor dem zweiten Start hatten Hofmann/Freygang zunächst ein Problem mit der Zündung. Doch konnte das noch auf die Schnelle gelöst werden. Ungünstiger lief es für Peter/Zimmermann: Ein O-Ring der Kupplungshydraulik gab den Geist auf. So musste sich der Tabellenführer im Tiefsand nach vorne arbeiten. Hengster/Blume verbuchten den Holeshot, wurden dann aber von Hofmann kassiert. Am Ende zog auch noch Peter vorbei. Aber: Wer 2023 erlebt hat, wie sich der damals schon auf harten Bahnen schnelle Hengster durch den Sand quälte, musste nun konstatieren, dass der ehemalige Solofahrer viel dazugelernt hat.

Hubschraubereinsatz nach Zwischenfall

In der zwölften Runde fiel Paul Kinder dehydriert aus Hoormanns Seitenwagen und musste mit dem Helikopter abtransportiert werden. Damit war das Rennen – nun zwangsweise – vorzeitig beendet. Das hätte die Rennleitung auch ohne Schlagzeile haben können.

Nun kann man dem Argument folgen, dass eine Deutsche Meisterschaft im Motocross zu den Ausdauer-Sportarten gehört und dass die Akteure ihre Kräfte auch bei Extrembedingungen nach eigener Einschätzung einteilen müssen. Auf der anderen Seite sind die Akteure in dieser Randsportart keine Vollprofis. Entsprechend sollten die Rahmenbedingungen bei Bedarf angepasst werden, so wie es verantwortungsvolle Veranstalter in der Vergangenheit praktiziert haben. Am Ende können die Aktiven viel eher als Vertreter von Rennleitungen entscheiden, wo Belastungsgrenzen zu erwarten sind. Insofern sind die Organisatoren gut beraten, die Bedenken der Akteure nicht einfach abzubügeln. In diesem Sinn bleibt für den MSV Dolle zu hoffen, dass Paul Kinder alsbald wieder fit ist..

Am kommenden Wochenende steht der belgische Grand Prix in Lommel an. Mit von der Partie sind aus deutscher Sicht Tim Prümmer/Patrick Schneider, die zumindest ihren dritten WM-Rang gegen Brett Wilkinson/Joe Millard verteidigen wollen. Bei weiterhin hochsommerlichen Temperaturen werden Peter/Zimmermann sehr gut abwägen, ob sie weitere WM-Punkte sammeln oder sich auf den eine Woche später in Schwedt nahe der polnischen Grenze stattfindenden DM-Lauf zur Sicherung ihres ersten DM-Titels konzentrieren wollen. Auch Hofmann/Freygang, Hengster/Blume und Jan Hoormann zeigen sich derzeit wenig für eine Exkursion in den Sand von Lommel motiviert. Dennoch bleibt Lommel schon wegen des Duells zwischen den französischen Prunier-Brüdern und Marvin Vanluchene/Ben van den Bogaart eine Reise wert.

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Resultate Motocross-Gespann-DM Dolle/D:

1. Lauf: 1. Peter/Zimmermann(D), VMC-Husqvarna. 2. Hofmann/Freygang (D), VMC-Mega. 3. Torge/Plettke (D), WSP-Mega. 4. J.Hoormann/Kinder (D), VMC-Zabel. 5. Günther/Böhme (D), VMC-KTM. 6. Veit/Hink (D), WSP-Zabel. 7. Hengster/Blume (D), VMC-KTM. 8. D.Schellmann/Gutekunst, (D), VMC-Zabel. 9. Karsunke/Benning (D), VMC-KTM. 10. N.Häcker/J.Häcker (D), VMC-Zabel. 11. Ueckermann/Asmus (D), WSP-Zabel. 12. Ziller/Wächter (D), WSP-KTM. 13. Paulitz/Heinrich (D), WSP-Zabel. 14. U.Kutschke/T.Kutschke (D), WSP-Zabel. 15. Wegner/Miedl (D), WSP-Zabel. 16. Bednarek/Borde (D), Trtec-Zabel.

2. Lauf: 1. Hofmann. 2. Peter. 3. Hengster. 4. Hoormann. 5. Günther. 6. Torge. 7. Karsunke. 8. Häcker. 9. Schellmann. 10. Ueckermann. 11. Kutschke. 12. Paulitz. 13. Ziller. 14. Veit.

DM-Stand nach 10 von 16 Läufen: 1. Peter, 230 Punkte. 2. Hofmann 198. 3. Hengster 163. 4. Schellmann 118 5. Häcker 114. 6. Hoormann 94. 7. Uhlig 91. 7. Seifert 83. 8. Ziller 84. 9. Seifert 83. 10. Foden 71.

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