Porsche-Werksfahrer Laurin Heinrich: «Wir haben alle viel gelernt»
Aus dem Teilzeitprogramm wurde fast ein Meistertitel: Wie der Würzburger Porsche-Werksfahrer Laurin Heinrich die erfolgreiche IMSA-Saison, seinen Le-Mans-Klassensieg und andere Erfolge bewertet.
«Aber meine Saison ist noch nicht vorbei, ich fahre noch ein paar Rennen», sagt Laurin Heinrich und kündigt eine kleine Weltreise an: Schanghai (Asian GT World Challenge), Asian Le Mans in Paul Ricard, GT-Weltcup Macao, Australian GT WC. Dass das Jahr für den 25-jährigen Würzburger und Wahl-Steirer fast ein Wunschkonzert war, kam auch für ihn selbst völlig unerwartet. Denn: «Ich startete als Neuling in der GTP-Klasse der IMSA (amerikanische Sportwagen-Meisterschaft, Anm.) und dachte, ich fahre als dritter Mann drei Rennen. Der Saisonstart war super und übertraf mit den Siegen in Daytona und Sebring meine Erwartungen völlig, weil ich dort erstmals im großen Prototyp antreten konnte. Dann kam die Möglichkeit mit JDC Miller, damit konnte ich mehr Rennen fahren als geplant war. Der Gedanke dahinter war, dass ich mehr Kilometer und Erfahrungen im 963 sammeln sollte, im Hinblick auf 2027 mit der vollen Saison bei Porsche Penske.»
Der Wechsel zwischen den Teams war trotz des 963 (aber unterschiedlicher Spezifikationen) herausfordernd: «Die Autos sind wirklich komplex, da braucht man viele Rennkilometer, weil es wenige Testmöglichkeiten gibt. Es lief dann in Long Beach nicht schlecht, und gleich danach kam der Sieg in Laguna Seca, was die Ausgangslage für die Meisterschaft änderte – ich war plötzlich in Führung. Wir wussten, dass Laguna für das 25er-Auto sehr gut sein könnte, aber dass ich Earl Bamber in der letzten Runde noch überholen konnte, war schon ein Highlight. In Abstimmung mit den Teams – denn ich sollte ja eigentlich die 24 Stunden von Spa fahren – wurde entschieden, dass ich in der IMSA bleibe und mich auf die Meisterschaft fokussieren sollte. Watkins Glen und Road America liefen gut, dann kam ich für Indianapolis und Road Atlanta zurück zu Penske. Es ging sich in der Meisterschaft dann nicht ganz aus, aber es war dennoch eine tolle Saison», resümierte der Porsche-Werkfahrer.
Der Unterschied zwischen Werk- und Kundenteam sei schon groß: «Im Werksteam sind so viele Ansprechpartner für alle Details und das Back Office in Weissach da, im Kundenteam ist weniger Personal mit dabei und es gibt quasi kürzere Dienstwege. Aber ich kenne die Arbeit mit Kundenteams ja aus dem GT Sport. Mit JDC Miller lief es sehr gut. Ich denke, wie haben beide sehr viel gelernt.»
Gewinn des Endurance-Cups der IMSA ist großer Erfolg
Heinrich betont auch: «Den Gewinn des Endurance-Cups der IMSA darf man nicht vernachlässigen. Wir konnten in Daytona und Sebring vorlegen, weil wir auch bei den Zwischenwertungen vorn waren und punkteten.» Und das Debüt in den 24 Stunden von Le Mans in einem LMP2 beschreibt er so: «Ich wollte unbedingt dahin, weil es ein wichtiges Rennen ist. Wer weiß, was die Zukunft bringt, deshalb wollte ich einmal diese Erfahrung machen. Da kam die Chance mit Crowdstrike by Algarve Pro gerade recht. Mit George Kurtz und Alex Quinn waren wir ein starkes Team. Dass ich beim ersten Mal Le Mans gewinnen konnte, ist fast legendär. Das half mir zusätzlich, im Prototypensport einen Namen zu machen.»
Zuletzt kam es bei der GT-Rückkehr noch den Erfolg in den 1000 Kilometern von Suzuka in der Intercontinental GT Challenge auf «einer meiner Lieblingsstrecken, ich war dort zum dritten Mal. Der Sieg war für Porsche in dieser Region immens wichtig, es ist der Höhepunkt des Jahres. Das Einsatzteam AO kannte ich ja aus der IMSA (GTD-Pro-Titel 2024, Anm.).»
Fix ist für Heinrich 2027 die IMSA-Saison bei Porsche Penske, die Fahrereinteilung wurde noch nicht fixiert. Im Winter soll er die Asian Le Mans-Serie fahren. «Und ich hoffe natürlich auf eine neue Möglichkeit in Le Mans und auf dem Nürburgring», sagt Heinrich. Warum er jetzt in der Nähe von Graz lebt, geht auf seinen Auftritt im Porsche Supercup in Spielberg 2022 zurück: Da lernte der damalige Porsche-Junior Sophie kennen: «Sie hatte nichts mit Motorsport am Hut, begleitete aber ihren Vater, der Tickets bekommen hatte.» So einfach geht das.
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