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Nicky Hayden: «Red Bull stellt Honda sicher Fragen»

Nur MV Agusta ist von einem Werkseinsatz in der Superbike-WM so weit entfernt wie Honda. «Wir brauchen Zeit, um in dieser Klasse an die Spitze zu kommen», mahnt Stefan Bradl aus dem Red-Bull-Team.

Superbike WM

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Es gibt nur drei Werksteams in der Superbike-WM: Von den Ton angebenden Kawasaki, Ducati und Yamaha. Bei Aprilia sind zumindest die Motorräder reinrassige Werksrenner. BMW liefert dem Althea-Team hundertprozentige Werksmotoren und die eigene Elektronik.

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Bei Honda kümmern sich das Team Ten Kate Racing sowie Partner Cosworth um die Entwicklung von Chassis, Motor und Elektronik. Das tut sonst nur noch das Team MV Agusta Reparto Corse. Niemand sollte erwarten, dass dies so schnell geht, wie wenn die Rennabteilung eines Herstellers dahintersteht.

"Mir war klar, dass ich kein Werksmotorrad bekomme, hier gibt es keine Leute von HRC", hielt Nicky Hayden im Gespräch mit SPEEDWEEK.com fest. "Honda Europa unterstützt dieses Projekt sehr, vor allem finanziell. Honda Europa kann aber keine neue Schwinge ausstanzen oder uns technisch helfen. Sie platzieren die richtigen Leute auf den richtigen Posten und bezahlen die Rechnungen. Aber sie haben kein Werk in Europa und kommen mit einem Koffer voller neuer Teile um die Ecke. Eines ist aber auch klar: Ohne Honda Europa wäre hier Feierabend, sie machen ungemein viel."

Die Erwartungen an Honda sind so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr. Mit Hayden und Stefan Bradl stehen zwei ehemalige Weltmeister unter Vertrag, mit Energy-Drink-Gigant Red Bull wurde eine weltweit bekannte Firma als Namensgeber und Hauptsponsor gewonnen. Außerdem gibt es nach acht Jahren endlich eine neue Fireblade.

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Doch während Hayden 2016 mit der alten Maschine im Regen von Malaysia ein Rennen gewann und zusammen mit Teamkollege Michael van der Mark zusammen zehn Podestplätze eroberte, steht 2017 ein siebter Platz in Thailand als bestes Ergebnis zu Buche. Vom Sieger waren Hayden und Bradl bislang in jedem Rennen mindestens 19 Sekunden entfernt.

2016 holten die Honda-Piloten die WM-Gesamtränge 4 und 5, nach sechs von 26 Läufen 2017 liegen sie auf den Plätzen 11 und 12. In der Konstrukteurs-Wertung ist Honda Letzter von sieben Herstellern!

"Ich bin mir sicher, dass Red Bull den Honda-Managern schon einige Fragen gestellt hat – keiner mag die momentane Situation", weiß Hayden. "Ich war aber bei den Verhandlungen damals nicht dabei. Ich weiß nicht, was man Red Bull erzählt hat und was sie erwarten. Sie müssen wissen, dass dies kein Werksteam ist. Wir alle erwarten mehr, keiner springt vor Freude hoch und runter."

Bradl ergänzte: "Wir haben ein sehr gutes Auftreten nach außen, Honda brachte eine neue Fireblade, dann die Zusammenarbeit mit Red Bull. Jeder erwartet viel von uns, wir haben ein großartiges Paket. Trotzdem geht es nicht von alleine und auch nicht von heute auf morgen. Wir brauchen Zeit, um uns in dieser Klasse, die extrem stark geworden ist, zu etablieren und an die Spitze zu kommen. Das Team macht alle Entwicklungen selbst, sie sind auf sich alleine gestellt. Wir haben keinen Testfahrer und gehen mit den neuen Motoren erst am 17./18. April nach Portimão zum Testen – das ist sicher kein schlechtes Zeichen. Ich hoffe, dass wir dort ein paar Dinge herausfinden."

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Der Bayer weiter: "Man muss das ganze Projekt als Entwicklung betrachten. Yamaha hat letztes Jahr auch erst im letzten Rennen einen Podestplatz geschafft, also haben wir noch ein bisschen Zeit. Aber das ist nicht das Thema. Wir haben ein Motorrad dastehen, das auf dem Level ist wie letztes Jahr. Wir brauchen Zeit, um das vorwärts zu bringen."

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