Estoril, Lauf 2: Ducati dominiert die Top-4 – zwölftes Triple von Bulega
Während Nicolò Bulega beim Superbike-Meeting in Estoril mit einem Hattrick brillierte, lief es für die anderen Marken weniger gut. Neben Ducati gelang nur Bimota im zweiten Lauf ein Top-5-Finish.
Als der zweite Lauf um 15:30 Uhr Ortszeit gestartet wurde, hatte sich der Himmel über dem Circuito do Estoril aufgeklärt und das Thermometer zeigte angenehme 24 Grad Celsius. Einige dunkle Wolken hingen jedoch hartnäckig an der Bergkette hinter der Rennstrecke fest. 21 Runden standen den Piloten bevor. 36.257 Zuschauer verfolgten das elfte Saisonmeeting vor Ort.
Die Ausgangssituation für den zweiten Lauf: Bulega hatte bereits in Cremona den Superbike-WM-Titel 2026 gewonnen und hatte mit seinem 28. Saisonsieg im Superpole-Race den Sieg-Rekord übernommen. Gewinnt der Aruba.it Ducati-Teamkollege auch noch das letzte Rennen, übertrifft er den Punkterekord von Jonathan Rea, der 2019 seinen fünften von sechs Titeln mit 663 Punkten gewonnen hatte.
Das Grid hatte sich durch das Superpole-Race geändert. Die erste Startreihe bestand aus den drei Ducati-Piloten Nicolò Bulega, Iker Lecuona und Alberto Surra. BMW-Ass Miguel Oliveira führt auf Startplatz 4 die zweite Reihe an, gefolgt von Álvaro Bautista (Ducati) und Axel Bassani (Bimota). Reihe 3 bestand aus Xavi Vierge (Yamaha), Jake Dixon (Honda) und Lorenzo Baldassarri (Ducati).
Bulega gewann den Start, aber beim Einbiegen in Kurve 1 bremste sich Lecuona innen vorbei – aus der ersten Runde kam, aber der Italiener als Führender! Viele Plätze verlor Oliveira, der als 13. im Mittelfeld feststeckte.
Vorn ließ Bulega keinen Zweifel daran aufkommen, dass er dieses Rennen gewinnen will. Mit der schnellsten Rennrunde in 1:34,696 min zog der Italiener Lecuona um einige Meter davon. Der drittplatzierte Surra hatte nach zwei Runden sogar bereits 2,7 sec. Der erst 22-Jährige lieferte sich einen erfrischenden Kampf mit Bautista, Bassani und Yari Montella. Als Siebter war Yamaha-Pilot Xavi Vierge bester Fahrer eines japanischen Fabrikats.
Nach fünf Runden führte Bulega um 0,5 sec vor Lecuona und 5,8 sec vor Surra. Bautista war in Positionskämpfe mit Bassani verwickelt und orientierte sich mehr nach hinten, anstatt nach Platz 3 zu streben. Weitere Positionen: Vierge (7.), Oliveira (9.), Garrett Gerloff (11./Kawasaki) und Dixon (12.).
Bulega und Lecuona fuhren pro Runde eine Sekunde schneller als der Rest und waren für ihre längst nicht mehr in Sichtweite. Ab Runde 8 konnte auch der Spanier der hohen Pace des Weltmeisters nicht mehr folgen und fiel zunehmend zurück.
Wie gewonnen, so zerronnen: Fehler von Miguel Oliveira (BMW)
Bei Rennhalbzeit hatte Oliveira nach einem Verbremser in Kurve 1 viele Positionen verloren, die er sich zuvor so mühsam erkämpft hatte. Der BMW-Pilot lag hinter Baldassarri (7.), Alex Lowes (8./Bimota), Gerloff (9.) und Vierge (10.) nur noch an elfter Stelle. Andrea Locatelli (Yamaha) hatte sein Motorrad mittlerweile in der Box abgestellt. Vorn gab Bulega mit 1,6 sec Vorsprung auf Lecuona weiterhin die Pace vor. Surra (3.) verteidigte sich verbissen gegen Routinier Bautista.
In Runde 13 fand Bautista endlich eine Lücke und holte sich Platz 3 von Surra – und von hinten drohte dem Youngster Gefahr von dessen Teamkollegen Montella. Alex Lowes (7.) hielt Baldassarri und Gerloff in Schach – bis er in Runde 16 in Kurve 4 stürzte! Dann ging es Schlag auf Schlag: Bautista und Loris Baz (Ducati) stürzten unabhängig voneinander in Runde 17 und mussten das Rennen aufgeben. Der Reifenverschleiß machte sich bemerkbar, denn auch an der Spitze wurden nur noch 1:36 min gefahren.
Ducati-Star Nicolo Bulega übernimmt Punkterekord von Jonathan Rea
Im letzten Renndrittel tat sich auf vorderen Positionen nichts mehr. Bulega zog stoisch seine Runde und kreuzte mit 4,9 sec Vorsprung auf Lecuona zu einem weiteren Hattrick die Ziellinie. Mit 664 WM-Punkten hat der Italiener bei noch einem ausstehenden Meeting den Punkterekord aufgestellt. Als Dritter ergänzte Surra das reine Ducati-Podium.
Bester Fahrer eines anderen Herstellers wurde Axel Bassani, der seine Bimota KB998 auf Platz 5 ins Ziel brachte. Garrett Gerloff mit der einzigen Kawasaki wurde Siebter. Knapp geschlagen Lokalmatador Miguel Oliveira (BMW) auf Platz 8. Auf der Auslaufrunde zelebrierte der 31-Jährige für seine Fans auf den Tribünen dennoch einen ordentlichen Burn-out.
Bester Yamaha-Pilot wurde Xavi Vierge als Neunter, Jake Dixon holte für Honda ein Top-10-Finish.
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