Superbike-WM 2027 mit Michelin – warum es keine Wildcards mehr geben wird
Seit 2004 gibt es in der Superbike-WM die Einheitsreifenregel, aber seitdem hatte nur Pirelli dieses Monopol inne. Der Wechsel auf Michelin nach Saisonende hat bisher nicht beleuchtete Konsequenzen.
Die Änderung des Einheitsreifenlieferanten von Pirelli auf Michelin ist eine Zäsur. Noch nie seit Einführung dieser Regel im Jahr 2004 rüstete ein anderer Hersteller die seriennahe Weltmeisterschaft aus. Im Gegensatz dazu wurde in der MotoGP das Monopol erst 2009 eingeführt, doch nach Bridgestone (bis 2015) und Michelin (bis 2026) wird im kommenden Jahr mit Pirelli bereits auf das dritte Fabrikat gewechselt.
Im serienbasierten Motorradsport hat sich Pirelli in den vergangenen 23 Jahren einen Namen gemacht und hat nach und nach auch die nationalen Meisterschaften erobert. In der britischen Superbike-Serie, der EuroMoto (vormals IDM) und in Frankreich ist der Reifenhersteller aus Mailand einziger Ausrüster; in der offenen spanischen Meisterschaft ist man ebenfalls prominent vertreten. Von den namhaften europäischen Serien ist nur das Mutterland von Pirelli in der Hand eines anderen Herstellers – Dunlop.
Stand heute wird es 2027 in den nationalen Serie bei dieser Zuordnung bleiben. «Unser Ziel ist es, die aktuellen nationalen Meisterschaften beizubehalten, und wir haben bereits einen mehrjährigen Vertrag mit den Veranstaltern abgeschlossen», hieß es von einem Verantwortlichen. «Sollten sich weitere Möglichkeiten ergeben, werden wir diese gerne prüfen.»
Dass so viele Meisterschaften zu Pirelli wechselten, hatte einen einfachen Grund: Die Vergleichbarkeit mit der Weltmeisterschaft war gegeben, man profitierte von spezifischen Entwicklungen der Werke und Zulieferer und es ermöglichte den Teams und Fahrern, die häufig Verträge mit Reifenherstellern abgeschlossen haben, Gaststarts durchzuführen.
Weil nur die Superbike-WM für 2027 auf Michelin wechselt, wirkt sich das also indirekt auch auf die nationalen Meisterschaften aus. Und in der Weltmeisterschaft werden wir bis auf Weiteres wohl keine oder nur sehr wenige Wildcards mehr sehen – allenfalls bei Meetings in Spanien.
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