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Tom Sykes ohne Job: BSB, MotoAmerica oder Rücktritt?

Die sportliche Zukunft des ehemaligen Superbike-Weltmeisters Tom Sykes ist kurz vor dem Jahreswechsel noch immer unklar. Der Engländer wird weiterhin mit Ducati in Verbindung gebracht.

Superbike WM

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Für Tom Sykes war das Saisonfinale auf dem neuen Mandalika Circuit in Indonesien ein Comeback, gleichzeitig aber auch ein Abschied. Denn der 36-Jährige verpasste wegen einer langwierigen Gehirnerschütterung (Sturz in Barcelona) die Meetings in Jerez, Portimão und San Juan. Auf Lombok kehrte Sykes auf seine M1000RR zurück, doch es war auch sein letztes Rennwochenende mit BMW – und vielleicht sogar in der Superbike-WM.

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Sykes stieß 2019 als Galionsfigur zum neuen BMW-Werksteam und sorgte mit der damaligen S1000RR für die Highlights. Der Weltmeister von 2013 erreichte vier Podestplätze, eine Pole-Position und beendete die Saison als solider WM-Achter.

Der erwartete Aufwärtstrend im zweiten Jahr blieb aus verschiedenen Gründen aus, Sykes wurde nur WM-Zwölfter. Auch 2021 lief für den Engländer nicht wie erhofft, trotz der neuen M1000RR. Höhepunkt des Jahres waren für ihn die beiden Podestplätze in Donington Park.

"Die Saison 2021 war für mich zweigeteilt und damit bittersüß", erzählte Sykes SPEEDWEEK.com. "Wir hatten ein Motorrad zu entwickeln und mussten gleichzeitig Rennen fahren, das ist eine knifflige Aufgabe. Auf diesem Level im Rennsport musst du dich normal auf die Abstimmung fürs Rennen konzentrieren."

Mitte August erfuhr Sykes vor dem Navarra-Event, dass er seinen Platz bei Shaun Muir Racing für 2022 an Scott Redding abtreten muss. Das Angebot, mit reduziertem Gehalt für das Team Bonovo action BMW zu fahren, lehnte er enttäuscht ab.

"Das hat einen säuerlichen Geschmack in meinem Mund hinterlassen", meinte der glatzköpfige Bartträger. "Ich musste in meinem Leben einige Lektionen lernen, dieses Jahr eine weitere. Aber ich habe verstanden und mache weiter."

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Wie das Weitermachen sportlich aussehen wird, ist unklar. Sykes ist überzeugt, dass er mit einem auf ihn zugeschnittenen Motorrad immer noch das Zeug zum Weltmeister hat. Doch in der Superbike-WM gibt es nur noch in den Kawasaki-Privatteams Orelac und Pedercini freie Plätze. Beide gehören nicht zu den Topadressen, und beide suchen für gewöhnlich Bezahlfahrer.

Da erscheint Sykes’ Wechsel in die Britische oder US-Superbike-Meisterschaft deutlich realistischer, er spricht unter anderen mit Ducati. In BSB ist Paul Bird Motorsport das Aushängeschild der Roten aus Bologna, für das Team fuhr Sykes bereits 2010 und 2011 in der WM, damals auf Kawasaki. Und in den USA ist das Team Warhorse HSBK Racing Ducati New York für die Panigale V4R verantwortlich, welches einen schnellen Nachfolger für Loris Baz sucht. Beide Teams gehören in ihrer Meisterschaft zu den Besten.

"Bislang ist keine Entscheidung gefallen, ich habe verschiedene Optionen", bemerkte Sykes. "Vielen Leuten ist nicht bewusst, welche Risiken meine Verletzung dieses Jahr für mich barg. Aber ich kam zurück und qualifizierte mich in Mandalika für die zweite Startreihe. Ich weiß, dass ich nach wie vor das Level habe, in einer idealen Welt würde ich weiterhin Weltmeisterschaft fahren. Natürliche ziehe ich die zwei genannten Meisterschaften in Betracht. Man könnte jetzt argumentieren, die Strecken dort seien schmaler und so weiter. Aber meine Passion sind Motorradrennen. Ich dachte mir schon 2013, als ich in Laguna Seca war und später Weltmeister wurde, dass ich dort mal gerne eine Saison fahren würde. In BSB war ich schon, ich weiß, dass sie eine sehr gut organisierte und starke Meisterschaft haben. Ich bin jetzt zwar 36 Jahre alt, fühle mich aber wie 25 und genieße das Rennen fahren weiterhin."

Das Wort "Rücktritt" hat Sykes bislang nicht in den Mund genommen, an der Endurance-WM zeigt er kein Interesse.

Tom eroberte in 349 Superbike-WM-Läufen 114 Podestplätze, darunter 34 Siege. Er fuhr 39 Mal die schnellste Rennrunde und stand 51 Mal auf Pole-Position – öfter als jeder andere. Zwischen 2012 und 2017 beendete der Mann aus Huddersfield die WM immer in den Top-3, 2013 krönte er seine Karriere mit dem Titelgewinn für Kawasaki.

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