In Gedenken an Genesio: Althea Ducati-Pilot Zaccone holt emotionalen Sieg
Vier Monate nach dem Tod von Genesio Bevilacqua ist das Althea Ducati-Team wieder in aller Munde. In Aragón gewann Alessandro Zaccone sein erstes Supersport-Rennen für die geschundene Truppe.
Das Fahrerlager der seriennahen Weltmeisterschaft stand am 14. Januar unter Schock, als die Nachricht vom Tod von Genesio Bevilacqua bekannt wurde. Der Italiener war ein allseits respektierter und leidenschaftlicher Motorradsport-Fan und feierte mit Carlos Checa mit dem Gewinn der Superbike-WM 2011 den größten Erfolg. Zu diesem Zeitpunkt wusste aber niemand, ob das Lebenswerk des 66-Jährigen fortgeführt werden würde. Als Piloten hatte das Althea-Team die Italiener Alessandro Zaccone und Leonardo Taccini für die Supersport-WM 2026 verpflichtet.
Heute wissen wir: Es ging weiter! Das Ducati-Team stand bei allen sechs bisherigen Meetings in der Startaufstellung. Genesio hatte dafür die Weichen gestellt.
Als Carlos Checa im MotorLand Aragón 15 Jahre nach seinem Titelgewinn mit seiner Ducati eine Demo-Runde fuhr, war das bereits ein emotionaler Moment. Als dann im ersten Supersport-Lauf Zaccone den Sieg einfuhr, standen nicht nur den Althea-Teammitgliedern die Tränen in den Augen.
«Jeder weiß um die traurige Geschichte um Genesio vor Saisonbeginn. Solche Ereignisse sind wie ein Schock und im Team wusste zunächst niemand, wie es weitergehen würde», erzählte der 27-Jährige SPEEDWEEK.com-Chefredakteur Ivo Schüzbach im Vieraugengespräch. «Die Familie teilte aber die seine Leidenschaft und signalisierte uns, dass wir bestmöglich weitermachen sollen. Das Team und ich bekamen die volle Unterstützung, wie es sich Genesio gewünscht hatte. Das macht diesen Sieg umso spezieller.»
Es war das erste Podium und folglich auch der erste Sieg von Zaccone in der Supersport-Kategorie. Der aus Rimini stammende Italiener wechselte als Champion der MotoE zurück in die Klasse, in der er 2017 einige Rennen bestritten hatte.
«Wahrscheinlich weiß das kaum jemand, dass ich die letzten zehn Jahre im GP-Paddock mit Dunlop und Michelin gefahren bin. Also musste ich mich zuerst an die Reifen und nach drei Jahren MotoE auch an das Motorrad gewöhnen. Ich glaube auch, dass die Ducati nicht das einfachste Motorrad für einen Supersport-Rookie ist», zählte Zaccone seine Schwierigkeiten auf. «Im Winter haben wir außerdem nur einen halben Tag getestet, hingegen haben die meisten unserer Gegner viel Erfahrung in dieser Kategorie. Der Sieg pusht unsere Motivation, aber in diesem Jahr kämpfen wir nicht um den Titel. Zuerst wollen wir lernen und Informationen sammeln, um auf jeder Rennstrecke konkurrenzfähig zu sein.»
Im zweiten Lauf klagte Zaccone über ein technisches Problem mit seiner Panigale V2 und wurde 13. In der Gesamtwertung verbesserte er sich auf den siebten WM-Rang.
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