Supersport-Rookie Andreas Kofler: Wird vom Österreicher zu viel erwartet?
Als zweifacher Champion der IDM Supersport stieg der Österreicher Andreas Kofler in die Supersport-WM 2026 auf. Sein Yamaha-Teamchef und Vater Klaus beschreibt die Schwierigkeiten der Debütsaison.
In der deutschen Supersport-Meisterschaft hatte Andreas Kofler nichts mehr zu beweisen. 2024 fuhr der Österreicher mit fünf Siegen und neun Podestplätzen den Titel ein, im Jahr darauf holte er erneut fünf Siege und dazu elf Top-3-Ergebnisse. Dass der 21-Jährige auch in der Weltmeisterschaft mithalten kann, bewies er 2023 im Team von Davide Giugliano, als er in Most als Ersatz aus dem Stand in die Top-15 fuhr – trotz der Umgewöhnung von der Yamaha R6 auf die Ducati V2!
Als Stammfahrer in diesem Jahr musste sich Kofler von der R6 auf die neue R9 umstellen, außerdem waren manche Rennstrecken für den Yamaha-Piloten neu. «In meiner Funktion als Teamchef war mein Ziel, zuerst einmal im Supersport-Paddock anzukommen», erzählte Klaus Kofler, Vater von Andreas, im Vieraugengespräch mit SPEEDWEEK.com-Chefredakteur Ivo Schützbach. «Wir stemmen das Team alleine und haben etwas weniger Leute als die vergangenen zwei Jahre – weil wir in der WM nur ein Motorrad einsetzen. Für uns ist es im Grunde eine neue Welt, eine Weltmeisterschaft, und wir mussten uns zurechtfinden. Als Ziel hatten wir uns gesetzt, in der WorldSSP-Challenge mitzukämpfen und gelegentlich vielleicht in die Top-15 fahren.»
Die Rennsport-Gemeinschaft erwartet viel
Dass nationale Erfolge auf internationaler Bühne nicht zählen, war dem Vater-Sohn-Gespann bewusst. Mit null Punkten nach sieben absolvierten Meetings hat man das selbstgesteckte Ziel verfehlt. In den sozialen Medien wird zum Teil harsche Kritik geäußert. «Das ist immer dasselbe bei deutschsprachigen Rennfahrern. Wenn es dann endlich mal jemand schafft, in die Weltmeisterschaft aufzusteigen, wird von der Community sehr viel erwartet», bedauert Klaus Kofler. «Das ist in Südeuropa komplett anders. Dort wird den jungen Fahrern von den Teamchefs gesagt, dass sie sich zuerst zurechtfinden sollen, und dafür bekommen sie viel mehr Zeit.»
Ein Problem für die Koflers: Der Motorsport muss parallel zur beruflichen Tätigkeit abgewickelt werden, dazu kommt der finanzielle Aspekt. «Was wir als Team mit unserem Fahrer machen, ist die kostspieligste Situation, die man haben kann. Im Vergleich zu meinen Teamchef-Kollegen muss ich nicht nur das Team am Laufen halten, aber die meisten anderen Teams haben einen Fahrer, der zur Finanzierung der Saison etwas beiträgt – aber der Andi ist halt mein Sohn», betonte Klaus Kofler. «Wir haben zwar einige treue Sponsoren und mit dem WM-Einstieg sind welche hinzugekommen. Aber wenn das Budget größer wäre, müssten wir nicht so viel überlegen, ob wir hier oder dort ein Training einlegen oder eben nicht.»
In der Supersport-WM 2026 stehen noch die Meetings in Magny-Cours, Cremona, Estoril und Jerez aus, bei denen Andreas Kofler seine bisher beste Platzierung (21. im zweiten Lauf in Assen) zu verbessern.
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