Philipp Öttl (Ducati): «Für einen Podestplatz muss jede Runde perfekt sein»
Beim Meeting der Supersport-WM 2026 in Estoril wurde Philipp Öttl in den beiden Rennen zweitbester und bester Ducati-Pilot. Dass dies nur die Plätze 10 und 6 waren, sagt viel aus.
Die Supersport-WM 2026 ist die letzte Saison der Ducati Panigale V2 mit 955 ccm. Ab dem nächsten Jahr wird das Modell mit 890 ccm eingesetzt; das 17 kg leichtere Motorrad steht bereits seit 2025 bei den Händlern. Mit der Vorbereitung auf den Renneinsatz ist Philipp Öttl beschäftigt, der als Hauptjob mit dem Top-Team Feel Racing an den Start geht.
Ducati-Vorteile sind dahin – Top-Speed passt, Beschleunigung fehlt
Es gab Zeiten, da war die V2-Ducati in der Supersport-WM überlegen – Nicolò Bulega 2023 und Adrian Huertas 2024 gewannen ihre Titel nicht nur aufgrund ihrer fahrerischen Qualitäten. Aber diese Zeiten sind spätestens seit diesem Jahr vorbei. Durch das Balance-System sind alle Vorteile von Ducati dahin.
«Ich will mich nicht über die Einstufung der Ducati oder das System an sich beschweren», betonte Öttl im Vieraugengespräch mit SPEEDWEEK.com-Chefredakteur Ivo Schützbach. «Aber wenn man sich ganz objektiv die Herstellerwertung anschaut, dann ist das Bild seit Änderung der Einstufung in Misano ein anderes. Das Problem ist, dass der Top-Speed der Ducati zwar brutal gut ist, aus den Kurven heraus fehlt es aber an Beschleunigung. In den Rennen merkt man das noch deutlicher. Spätestens, wenn die Reifen anfangen nachzulassen, kann ich dann nicht mehr mithalten.»
Auch in der mittleren Kategorie wird eine gute Startplatzierung immer wichtiger. Meeting in Estoril büßte Öttl zwar nur 0,5 sec auf die Pole-Zeit ein, doch das bedeutete nur Startplatz 15. Die Basis für die Plätze 10 und 6 als zweitbester und bester Ducati-Pilot in den Rennen waren gute Starts.
«Der Speed für eine bessere Startposition war da, aber in der Superpole gelang mir einfach keine gute Runde», gab der Bayer zu. «Ansonsten war es vom Fahrer okay. Im zweiten Rennen war ich bester Ducati-Fahrer; beim Masia läuft zurzeit auch nur noch wenig zusammen. Ich habe bis in die letzte Runde alles gegeben und das, was herauskam, war das Maximum. Der Abbruch kam mir sogar entgegen, weil ich neue Reifen montieren lassen konnte. Damit wir es auf Podium schaffen, müssten wir in jeder Runde absolut perfekt sein – und das fiel mir hier gerade im letzten Sektor sehr schwer.»
Öttl weiter: «Ich bin immer noch überzeugt, dass wir das Tempo für noch mehr haben, aber wir werden in Jerez ein letztes Mal alles geben. Jetzt ist es an der Zeit, sich ein wenig zu entspannen, alles zu analysieren und für das letzte Rennwochenende wieder stark zurückzukommen. Ich bin super motiviert für diese letzte Chance, besonders auf dem alten Motorrad – mal sehen, ich bin wirklich gespannt. Jerez ist eine Strecke, die ich liebe.»
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