Zerreißprobe für Yamaha und Ten Kate: Gekürztes Budget – kein Vertrag?
Seit 2021 gewann das Team Ten Kate für Yamaha drei Weltmeisterschaften in der Supersport-Klasse, doch jetzt herrscht Ärger im Paradies. Bislang gibt es keine Basis für eine weitere Zusammenarbeit.
Am vergangenen Wochenende überschlugen sich in Cremona bei Yamaha hinter den Kulissen die Ereignisse. Die drängendste Frage ist: Wie geht es mit dem Spitzenteam Ten Kate weiter? Die Niederländer haben für Yamaha 2021 und 2022 mit Dominique Aegerter die Supersport-WM gewonnen, 2025 mit Stefano Manzi. Doch bislang konnte zwischen dem erfolgreichsten Team der mittleren Hubraumkategorie und dem japanischen Hersteller keine Einigung für 2027 erzielt werden.
Die Gründe dafür sind mehrschichtig, letztlich finanzieller Natur. Knabberzeughersteller Pata wird sein Engagement bei Yamaha nach dieser Saison deutlich reduzieren, die anhaltende Erfolglosigkeit der vier Werks-R1 in der Superbike-WM macht Firmenchef Remo Gobbi keine Freude.
Mit Jack Miller wurde zwar ein sehr bekannter Name für die nächsten zwei Superbike-Saisons verpflichtet, der Australier ist aber deutlich teurer als Xavier Vierge, das reißt das nächste Loch ins Yamaha-Budget.
SBK-Saison 2027: Es fehlt an Geld
Da es bei Yamaha Motor Europe einen Haushaltsplan für das SBK-Paddock gibt, und dieser dann auf die verschiedenen Klassen und Teams runtergebrochen wird, wirken sich Budgetkürzungen oder Einnahmenrückgänge auch auf die Supersport-WM aus.
2025 und 2026 startete Yuki Okamoto im Ten-Kate-Team, dank großzügiger Subvention durch Yamaha Japan sind dessen triste Darbietungen für die Siegertruppe aus Nieuwleusen verschmerzbar. Doch Yuki kehrt nach dieser Saison nach Japan zurück, seine Mitgift wird im Budget für 2027 ebenfalls fehlen.
Yamaha wird außerdem die Mittel für die Vermarktung der R9 zurückfahren. Als das Motorrad erstmals 2025 in der Supersport-WM zum Einsatz kam, wurde einiges aufgewendet, um schnell Erfolg zu haben. Manzi gewann mit der neuen Dreizylindermaschine auf Anhieb den Titel und Albert Arenas steht vier Rennen vor Schluss kurz davor, es dem Italiener gleich zu tun.
Verhandlungen laufen: Mehr Fragen als Antworten
Als die Verantwortlichen von Yamaha und Ten Kate am Sonntagabend die Rennstrecke im Hinterland von Cremona verließen, gab es mehr offene Fragen als Antworten. Es wurden einander Angebote für eine weitere Zusammenarbeit unterbreitet, eine Einigung gibt es bislang nicht.
In den kommenden Tagen werden weitere Gespräche geführt, dass es 2027 nicht zusammen weitergeht, ist schwer vorstellbar. Denn Yamaha braucht ein Spitzenteam wie Ten Kate. Und Ten Kate Racing, mit einem von wenigen Yamaha-Pro-Shops in Europa, braucht den Rennsport, um seine Produkte ins Schaufenster zu stellen.
Angesichts der wirtschaftlichen Voraussetzungen für 2027 werden Yamahas Rennsportmanager genau eruieren, wie sie die Gelder verteilen. Erst wenn es bei Ten Kate Sicherheit bezüglich der weiteren Kooperation mit Yamaha gibt, können die Fahrerverträge für nächste Saison angegangen werden.
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