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Formel 1
Kolumne

Unser neues Rätsel Racing-Raritäten: Ein Klassiker in ganz anderem Kleid

Bei unserem neuen Rätsel sehen wir einen echten Klassiker unter den Formel-1-Teams, allerdings in einem ganz anderen Kleid. Wer ist das? Wo und wann wurde das Foto geschossen? Machen auch Sie mit!

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Wer wartet hier auf den Einsatz? Wo und wann ist das Foto entstanden?
Wer wartet hier auf den Einsatz? Wo und wann ist das Foto entstanden?
Foto: Grand Prix Photo
Wer wartet hier auf den Einsatz? Wo und wann ist das Foto entstanden?
© Grand Prix Photo

Meist aus dem Archiv unserer Foto-Partner XPB und Grand Prix Photo stellen wir jede Woche ab Dienstag ein kleines Stück Motorsport-Historie vor. Sagen Sie uns, wer zu erkennen ist (Beispiel: Jo Siffert, Monza, 1970) und rätseln Sie um die Ehre mit – zu gewinnen gibt es nichts. Schicken Sie Ihre Lösung an: mathias.brunner@speedweek.com. Einsendeschluss ist Sonntag der laufenden Woche, um 24.00 Uhr.

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Die Teilnahme ist kostenlos. Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 18 Jahren. Mitarbeiter der beteiligten Unternehmen sind ausgeschlossen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die im Rahmen des Rätsels übermittelten Daten werden ausschliesslich zur Durchführung verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Beim neuen Rätsel gilt: Der Rennstall ist ein echter Formel-1-Klassiker, aber die Farben sind dann doch eher ungewöhnlich. Welcher Fahrer wartet hier auf den Einsatz? Wann und wo ist das Bild entstanden?

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Unser Hinweis für die letzte Aufgabe lautete: Das ist eines jener Rennfahrzeuge, die nie zum Einsatz gekommen sind. Wir wollten wissen, um welches Auto es sich handelt und wann es gebaut worden ist.

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Zu sehen war ein Allrad-Versuchsträger, den Robin Herd für die Motorenschmiede Cosworth entworfen hatte. Das Auto wurde von Trevor Taylor, Mike Costin und Jackie Stewart getestet und sogar zum britischen Grand Prix 1969 gemeldet, aber die Nennung wurde zurückgezogen, weil es mit dem Fahrzeug riesigen Probleme gab, das Auto kam letztlich nie zum Renneinsatz. Ab und an ist es (wie auf unserem Foto) bei Veranstaltungen mit historischen Rennwagen zu sehen, wie in Goodwood.

Das Leben ist nicht immer fair, auch nicht in der Königsklasse: Einige Einfälle waren ihrer Zeit voraus, andere kamen hingegen zu spät, wieder andere scheiterten an Umständen, die von den Technikern nicht vorhergesagt werden konnten.

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Hin und wieder dauert es sogar in der Formel 1 eine ganze Weile, bis der Groschen fällt: Die britische Renn-Legende Stirling Moss triumphierte beim Gold-Cup von Oulton Park (England) 1961 im Ferguson P99. Das Bemerkenswerte an diesem Auto: Es wies vier angetriebene Räder auf.

Dennoch könnten wir nun nicht behaupten, dass eine Revolution in Gang gesetzt war, wie Ende der 50er Jahre mit dem Umbruch von GP-Rennern mit Frontmotor zu Heckmotor-Boliden.

Die Wurzeln des Ferguson gehen auf Motorrad-Star Freddie Dixon zurück. Er wollte mit einem allradgetriebenen Auto den Geschwindigkeits-Weltrekord angreifen. Leider konnte er sein Projekt nie finanzieren.

Auf der Suche nach Geld traf er Harry Ferguson, einen Traktoren-Hersteller. Zusammen mit einem weiteren Rennfahrer (Tony Rolt, 1953 Le-Mans-Sieger) wurde eine Forschungsfirma gegründet, die sich unter anderem um Allradantrieb kümmerte.

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Ferguson klopfte an verschiedene Türen, doch kein Hersteller war interessiert. Worauf der Unternehmer kurzerhand selber einen GP-Renner baute.

Aber die Formel 1 befand sich im Wandel, das Motorenreglement wurde umgestellt, von 2,5-Liter-Aggregaten auf 1,5-Liter-Motoren. Die kleineren, leichteren Triebwerke bedeuteten: Der Vorteil des Vierrad-Antriebs war durch dessen Gewicht eliminiert. Zudem besass Ferguson nie die Mittel, um ein Team in der Formel-1-WM einzusetzen.

So gingen einige Jahre ins Land, bis BRM gegen Ende der 60er Jahre wieder mit Allrad-Antrieb von Ferguson zu experimentieren begann. Inzwischen fuhr fast die ganze Formel 1 mit dem Dreiliter-V8-Motor von Cosworth.

Auch Matra (mit dem Modell MS84), Lotus (mit dem Typ 63) und McLaren (mit einem klobigen M9A) sowie Cosworth selber befassten sich mit Vierradantrieb.

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Sie alle kämpften mit den gleichen Problemen: zu viel Gewicht, der Antrieb zu schwierig im Wagen unterzubringen, zu voluminös.

Enorme Fortschritte in der Reifenentwicklung sowie die Entdeckung von Flügeln zur Verbesserung der Traktion machten dem Vierrad-Antrieb in der Formel 1 dann den Garaus.

Seit 1983 untersagt das Formel-1-Reglement Allradler.

Zurück zum Cosworth: Der Allradantrieb stammte von Cosworth selber, das Getriebe ebenso. Dazu wurde ein Motorblock aus Magnesium gebaut.

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Konstrukteur Robin Herd sagte Jahre später: «Wenn ich damals ein wenig länger überlegt hätte, wäre ich zum Schluss gekommen, dass aus bekannten Gründen der Allrad keine Zukunft hatte in der Formel 1. Wir haben es nie geschafft, den Wagen sauber auszubalancieren. Wir hatten zu viel Abtrieb an der Vorderachse.»

Der Schotte Jackie Stewart fand: «Wenn du in eine Kurve einlenkst, hast du das Gefühl, der Wagen lenke dich, nicht umgekehrt.»

1971 spendete Cosworth den Wagen der Donington Grand Prix Collection. Als die aufgelöst wurde, übernahm das Automobil-Museum des 24 Stunden-Rennens von Le Mans den Wagen. Ein aus Ersatzteilen später aufgebautes Auto war im australischen York Motor Museum zu sehen, bevor auch das zugesperrt wurde. Der Wagen wurde danach von einem privaten Sammler übernommen.

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