Christopher Haase: «Haben uns mehr ausgerechnet»

Von Martina Müller
ADAC GT Masters
Gemeinsamer Jubel: Christopher Haase (re.) und Jeffrey Schmidt

Gemeinsamer Jubel: Christopher Haase (re.) und Jeffrey Schmidt

Audi-Sport-Pilot Christopher Haase schaut auf seine 10. ADAC GT Masters-Saison zurück. Der Routinier spricht über das herausfordernde Jahr, seinen Teamkollegen und was er sich von jungen Piloten noch abschauen kann.

2007 feierte das ADAC GT Masters auf dem Nürburgring seine Premiere. Als Sieger auf dem Podest damals der erst 19-jährige, noch unbekannte Christopher Haase. Am Ende der Saison standen insgesamt fünf Siege und sogar der Gewinn des Fahrertitels auf seinem Konto. Es folgten neun weitere Jahre in der 'Liga der Supersportwagen', einzig in den Saisons 2012, 2014 und 2015 war Haase kein Stammpilot. Der Deutsche aus Kulmbach ist inzwischen eine feste Größe in der Serie und quasi nicht mehr wegzudenken. «Das Leistungsniveau im ADAC GT Masters ist extrem hoch. Es sind sehr viele gute Fahrer und Teams am Start. Das ist für einen Rennfahrer natürlich sehr reizvoll», sagt Christopher Haase.

In der Saison 2019 ging der Audi-Sport-Fahrer im zweiten Jahr für Mücke Motorsport auf Punktejagd. Für Haase und seinen 25-jährigen Teamkollegen Jeffrey Schmidt begann die Saison stark. Von Startposition sieben aus startete das Duo in Oschersleben in das erste Rennen. Auf Platz drei liegend überquerten sie die Zielflagge. An dieses Ergebnis konnten Haase und Schmidt jedoch während der gesamten Saison nicht mehr anknüpfen. «Wir haben sehr stark angefangen und konnten uns dann leider nicht mehr in der Spitzengruppe halten», so Haase. «Ein Schlüssel war das Qualifying. Wenn du zwischen zwei und vier Zehntel hinten bist, dann stehst du eben im Mittelfeld. Wir haben uns in der Saison tatsächlich etwas schwergetan, die perfekte Qualifikationsrunde zu finden.»

Frustriert ist Christopher Haase aber trotzdem nicht, dafür ist er schon lange genug im Motorsport. «Man kann in einer Saison der Stärkste sein. Im darauffolgenden Jahr kann es aber genauso in die andere Richtung gehen», sagt Haase. Mit dem Schweizer Jeffrey Schmidt als Teamkollegen hatte Christopher Haase einen alten Bekannten an seiner Seite. «Mit Jeffrey bin ich schon in der Saison 2017 gefahren. Seither hat er sich super entwickelt, gerade was das Feedback zum Auto und der Strecke betrifft hat er sich stark verbessert.»

Als Fahrerpaarung harmoniert das Duo: «Wir haben meistens das gleiche Gefühl vom Auto und dadurch die gleichen Set-up-Wünsche. Jeffrey ist von der Mentalität her ein richtiger Racer. Auch wenn es 10, 12 oder auch 1 Uhr nachts ist, will er noch Daten analysieren, um das Auto zu verbessern.» In der ersten gemeinsamen Saison bei Land-Motorsport agierte Haase für Schmidt noch als Mentor. Diese Rolle gehört inzwischen aber der Vergangenheit an. «Er steht mittlerweile auf eigenen Füßen und kann auch auf eigenen Füßen erfolgreich sein.»

Nichtsdestotrotz kann auch ein GT3-erfahrener Pilot wie Christopher Haase durchaus noch etwas von den jungen Wilden lernen. «Nur weil ich das jetzt schon jahrelang mache, heißt das nicht, dass ich automatisch auf der Strecke in jeder Kurve der Schnellste bin. Da muss man realistisch bleiben. Es gibt durchaus Fälle, wo ich von meinen Teamkollegen wie Jeffrey etwas lerne. Das pusht das ganze Team, die beiden Fahrer und natürlich auch das eigene Ego.»

Bleibt am Ende noch eine Frage zu klären: Startet Christopher Haase 2020 in seine 11. ADAC GT Masters Saison? «Das kann ich jetzt noch nicht beantworten. Es gibt natürlich schon die ein oder anderen Gespräche und ich würde mich freuen, wieder dabei zu sein.»

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